Movie2k.tl – der nächste Trittbrettfahrer im Anmarsch

Streaming-Portale. Ist mit movie2k.tl der nächste Klon von Movie2k im Anmarsch? Wer könnte dahinter stecken? Die Geschichte wiederholt sich.

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Es gibt beim Thema Streaming-Portale ein paar Neuigkeiten. Ich bekam mehrere Nachrichten, dass sich User von kinox.to mit dem gleichen Namen und Passwort auch bei Movie4k einloggen können. Da ohne einen Hack niemand an die Userdaten von kinox.to herankommt, ist es naheliegend, dass deren Betreiber auch den Klon Movie4k hochgezogen haben. Höchst wahrscheinlich benutzte man für den Movie2k-Ableger namens movie2k.tl einfach eine ältere Version der eigenen Datenbank.

movie2k.tl online

Doch es gibt noch mehr Hinweise. Das Statement auf Movie4k wurde in einem anderen Stil geschrieben, als die Antworten, die ich damals beim Interview mit den Movie2k-Admins bekommen habe. Deren Aussagen klingen deutlich intellektueller und lassen auf ein anderes Niveau schließen.

movie4k-malwareAuch sind die Streaming-Hoster die gleichen, die bei kinox.to und bei movie4k zur Anwendung kommen. Für diese Theorie spricht auch, dass beide Portale über den gleichen Dienstleister für ihren DDoS-Schutz verfügen. Die Akrino Inc. soll angeblich mit dem Russian Business Network (RBN) zusammenhängen. Dort betreut zu werden ist nach Auskunft eines Informanten alles andere als einfach und sehr kostspielig. Kommenden Sonntag kommt bezüglich der Eigentümer von movie2k ein neuer Artikel bei Welt Online heraus, der weitere Details offenlegen soll. Die Journalisten von Springer sind ebenfalls davon überzeugt, dass es einen Zusammenhang zwischen den beiden Streaming-Portalen gibt.

Jetzt tauchte mit movie2k.tl der nächste Klon auf und behauptet ebenfalls, der einzig offizielle Nachfolger zu sein. Im Statement wird behauptet, Movie2k sei gehackt worden. Dagegen spricht aber, dass kurz zuvor der eigentlich sicher geglaubte Top-Uploader von kino.to auf Betreiben der GVU hochgenommen wurde. Es gibt auch sonst nichts was auf einen Hack hinweist. Im Gegenteil! Die Betreiber werden aus Sicherheitsgründen die Tore ihres Portals schlichtweg geschlossen haben. Das Statement von movie2k.tl wurde zudem in einer völlig anderen Sprache verfasst. Dahinter können unmöglich die gleichen Personen stecken.


Jeder will von der Situation profitieren

Daneben versuchen aus der Downtime weitere Websites aus dem Graubereich ihren Vorteil zu ziehen. So gibt es mit vibeo.tv und istream.ws zwei weitere Wettbewerber, die nun um die Gunst der Kinofans buhlen. Vor allem vibeo macht dabei einen aufgeräumten und übersichtlichen Eindruck.

Movie4k soll zeitweise die Schadsoftware iehighutil.exe verbreiten, die zum Wohl der Cyberkriminellen auf den Zielrechnern neue Bitcoins berechnet. Leider ist die Verbreitung von Schadprogrammen nichts Neues in diesem Bereich.

 

Movie2k.to selbst leitet weiterhin auf die Webseite der Piratenpartei um, die sich über die unzähligen neuen Besucher freut. Die Piraten haben eigens für die neuen Surfer ein Video mit ihrem Urheberrechts-Sprecher Bruno Kramm online gestellt. Aber was tut man nicht alles für ein paar mehr Besucher der eigenen Seite !??? Das ist wirklich verwirrend, weil diverse führende Vertreter der Piratenpartei die kommerziellen Anbieter im Graubereich komplett abgelehnt haben. Auf die dort präsentierten „Argumente“ gehe ich besser nicht ein. So soll das private Teilen erlaubt sein. Hallo, jemand wach auf dem Piratenschiff? Natürlich muss man das Urheberrecht ein wenig eingeschränken. Außerdem muss man den Abmahnwahn abschaffen. Aber so ganz ohne Urheberrecht kann in der Kreativbranche doch niemand mehr Geld verdienen, oder?

movie2k.tl – history repeats

vibeo-tvAlles verhält sich jetzt mit movie2k.tl ein wenig wie nach dem Abschuss der Börse des gulli boards durch die österreichische Betreibergesellschaft im Jahr 2008. Kurz nach dem Aus gab es unzählige Konkurrenten, die alle die einzig wahren Nachfolger sein wollten. In Folge von diversen Hacks, DDoS-Angriffen und sonstigen Attacken blieben aber am Ende nur wenige davon übrig. Als mich Sandler damals in Wien nach der Börse fragte, sagte ich nur: „Weg damit!„. Zwar sind durch die Börse zweifelsohne viele neue User zum gulli:board gekommen.

Ich kann aber unmöglich seriösen Journalismus betreiben und mich mit Rechteinhabern austauschen, solange man im Hintergrund fleißig die Links zu Filehostern und somit zu urheberrechtlich geschützten Werken austauscht. Außerdem kann man keine derart populäre Linksammlung innerhalb der EU betreiben. Das war letztlich auch der Grund, wieso die Musikbörse auf Druck von Clemens Rasch & Co. schon Monate zuvor von fliks geschlossen werden musste.

Auch wenn die Inqnet GmbH von vielen Usern als die bösen Buben dargestellt wurden, haben sie im Prinzip nur das fortgesetzt, was Randolf Jorberg & Co. schon vorher gemacht haben. Eine solche Seite betreibt man offshore oder gar nicht. Man wird sehen, wie lange movie2k.tl online bleiben wird.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.