[Meinung] Wieviel VPN darf es sein?

Article by · 12. Juni 2014 ·

vpn
Die Reise im Tunnel – wenige technische Themen werden so emotional im Netz diskutiert! Nun gut, ich will mich furchtlos an diesem Thema versuchen.

Zuerst mal zum Begriff: Ein VPN (= Virtual Private Network) ersetzt eure eigene IP durch eine fremde IP. Es ist so, als würdet ihr durch einen Tunnel gehen – an einem Ende als A, am anderen Ende als B. Dies ist leicht abzufragen mit Seiten wie dieser hier: Link. (Dort sind auch noch andere nette Features!)

Manche VPNs haben eine eigene, kundenfreundliche Software, andere sind echte Freakdinger, wo ihr ausgelacht werdet, wenn ihr Probleme habt. Viele VPNs werben damit, dass sie nicht, niemals, nie loggen (= eure Aktivitäten aufzeichnen). Glaubt es oder glaubt es nicht. Andere weisen darauf hin, dass sie bei kriminellen Delikten auskunftspflichtig sind.

So gibt es einen berühmt-berüchtigten Vorfall bei HMA (= HideMyAss) => Link. Besagter Hacker war so dämlich, sich von einem der HMA-Server in US bei Sony einzuhacken. (‚Anonymous‘ ist nebenbei ein (FBI-)Kapitel für sich.) Seitdem wird HMA mit diesem Vorfall in Verbindung gebracht. Dabei wird sich jeder VPN-Anbieter an die Landesgesetze halten.

Entscheidend ist nämlich, was ihr macht. Falls ihr vorhabt, euch irgendwo einzuhacken, dann vergesst einen VPN. Keiner der VPN-Anbieter will in kriminelle Aktivitäten (zumal vom FBI gesteuert) verwickelt werden. Falls ihr DDoS-Attacken fahren oder SPAM verschicken wollt, werdet ihr überall (!!) sehr ungnädig behandelt und im Zweifelsfall an Ermittlungsbehörden weitergereicht. Alle (!!) Betreiber loggen (zumindest temporär), um solche ‚Kunden‘ zu identifizieren.

Wir reden in diesem Beitrag vom Filesharen – eigentlich nur vom Download via P2P, der in manchen Ländern in einigen Fällen illegal ist. Wir reden hier nicht von kriminellen Aktivitäten, die in allen Ländern behördlich verfolgt werden. Wenn ihr bei den Torrents erwischt werdet, dann bekommt ihr eine Abmahnung, keine polizeiliche Vorladung. Das ist ein Unterschied. Im eurem Fall habt ihr es mit einer Abmahnfirma zu tun. Im anderen Fall mit dem Staatsanwalt.

Nachfolgend zeige ich euch, wie ihr beim Ordern eines VPNs vorgeht:

Zuallererst mal sollte ihr euch eine Fake Mailadresse anlegen mit Daten aus dem Telefonbuch. Wir empfehlen XMail.net oder Yandex.com. An der Tankstelle, bei DM und anderswo gibt es dann mehrere Arten von Prepaid Kreditkarten. Eine solche besorgt ihr euch, ladet auf und bezahlt den VPN-Anbieter damit. Dies hat den Vorteil, dass von euch nur eine IP vorliegt. Es ist zwar eure richtige IP, aber ihr habt jedenfalls keine Realdaten von euch angegeben.

Falls eine Anfrage beim VPN-Anbieter landet, wird er nur im Rahmen seiner Pflichtschuldigkeit tätig werden. HMA (oder ein anderer Anbieter) hat noch nie einen Filesharer verraten. Das wäre das Ende jeder Geschäftstätigkeit! Kein Anbieter wird einem Abmahnanwalt bei einem internationalen Rechtshilfeersuchen Auskunft geben, immer nur ein Staatsanwalt einem Staatsanwalt des anderen Landes.

vpnAngenommenen den ausgeschlossenen Fall, dass sich ein örtlicher Staatsanwalt vorstellt, hat der VPN-Anbieter nur eure geloggte IP und ein paar gefakte Personaldaten. Der Staatsanwalt würde also die geloggte IP (nach dem Gang durch alle Instanzen) an den Staatsanwalt in D übermitteln. Dieser würde dann – so ein Verfahren dauert MONATE, wenn nicht JAHRE – beim Provider anfragen. Da es sich bei den IPs meist um dynamische (= mehrmals am Tag wechselnde) handelt und in D keine anlasslose Vorratsdatenspeicherung erlaubt ist, dürfte auch der Internet-Provider wenig helfen können.

Jetzt braucht ihr noch einen vernünftigen Mailaccount. Seht euch im Netz besser als Dr. Jekyll und Mr. Hide. Obwohl ich bei Runbox.com bin, empfehle ich euch Posteo.de. Ihr legt einen Schein in einen Briefumschlag und bezahlt lächerliche € 12,00 pro Jahr. Wählt wieder Daten aus dem Telefonbuch, falls diese jemand auf Stimmigkeit prüft. Wenn ihr euch bei Posteo immer mit dem VPN einloggt, habt ihr nun einen völlig anonymen Mail-Account, der zudem verschlüsselt überträgt.

Ich denke, in einem von der NSA überwachten Internet sollte jeder ein wenig auf seine Anonymität achten. Es ist kein vollständiger Schutz, aber eine sportlich gemeinte Kampfansage.

Bild von Shutterstock & bykst/Pixabay, thanks!

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10 Comments

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    Tarum


    Schon einbißchen lange her euer Thema, aber ich hätte gerne gewusst wie sicher das Surfen mit CyberGhost auf Redtube oder hqproner.com ist. Gerade im Hinblick auf das neue EuGH Urteil zum Streaming.

    Dank vorab für eure Antwort.

    Grüße Tarum

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    VPN Anbieter / Test & Vergleichseriten gibts ja viele , nur eine ehrliche und faire Seite wie Tarnkappe ist selten ! Welchen VPN Angbieter könnt ihr empfehlen ? ich war jahrelang bei PerfectPrivacy , doch die haben in den letzten Wochen sehr viele Probleme ( ständige Abbrüche etc. , Server nicht erreichbar usw. ) welchen VPN Anbieter könnte Ihr empfehlen ( ausserhalb der EU und ausserhalb USA ) Welcher Anbieter ist gut , zuverlässdig , seriös , günstig und schnell und ermöglicht anonyes bezahlen ?

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    Fred Feuerstein


    Man kann auch VPNs kaskadieren, indem man z.B. über einen geflashten Router einen Tunnel zum ersten VPN Anbieter aufbaut, dann kann man über den Rechner durch diesen Tunnel einen weiteren Tunnel zu einem zweiten VPN Anbieter aufbauen. Um es auf die Spitze zu treiben kann man noch mit VirtualBox einen virtuellen Rechner betreiben mit dem man dann duch die beiden Tunnels einen dritten Tunnel aufbaut.

    Es gibt auch VPN Anbieter die kostenlose Zugänge anbieten, wie z.B. CyberGhost unter Windows. Da ist dann nicht mal ein richtiger Accout nötig und Daten für Zahlungen entstehen erst gar nicht.

    Die, die man bezahlen muss kann man mit einer anonymen Prepayd Kreditkarte bezahlen, natürlich jeden Anbieter mit einer anderen Karte.

    Wenn man darauf achtet in welchem Land die Anbieter sitzen und in welchem Land die Server stehen die man verwendet, dann sollte es fast unmöglich sein den Weg zurück zu verfolgen selbst wenn alle VPN Anbieter mitloggen würden.

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    koala


    VPN wird eigentlich für den hier beschriebenen Zweck missbraucht. Die Zuordnung einer neuen IP ist eigentlich ein Nebeneffekt von einem VPN, das eigentlich den Zugriff zu einem anderen Netz bieten soll. Meist zum internen Netz eines Unternehmens. Dabei wird jeder Traffik eines Clients so angesehen, als wenn er direkt im Zielnetzwerk stattgefunden hätte. Dadurch ist der Zugriff auf interne Dienste möglich. Allerdings wird jeglicher Traffik durch dieses Netz geschleust, und die externe IP ändert sich durch die neue Default-Route ebenfalls. Bitte lest bei Wikipedia nach, wozu ein VPN eigentlich dient.

    Ich kann das nicht mehr sehen, dass hier etwas propagiert wird, und in ein negatives Licht geschoben wird, was jedes mittelgroße Unternehmen nutzt. VPN ist eine Standard-Technik unter anderem um Mitarbeiter und Standorte über öffentliche Netze miteinander zu verbinden. Erst durch ein VPN ist dieses überhaupt günstig und effektiv machbar. Ansonsten bräuchte nämlich jeder Mitarbeiter, oder Standort eine eigene Standleitung zur Zentrale.

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    Dirk Neumann


    Was bin ich froh, daß ich nicht mehr im Telefonbuch stehe. Die armen Senioren. Ständig Ärger mit der StA.

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    Hanslustig


    Ich kann AirVPN.org empfehlen! Viele ausländische Server. Setzt auf OpenVPN mit einer leicht zu bedienenden FrontEnd-Software. Sehr informative Seiten über Server und deren Status.
    3 geleichzeitige Verbindungen erlaubt und die Preise sind sehr human.

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      Hanslustig


      Nachtrag: man kann mit Bitcoin zahlen ! ;-)

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    Ansich ist ein VPN top, jedoch sollte man böse Absichten verfolgen, allein nicht ausreichend.

    Ob man den bekannteren Anbietern traut ist das eine, ob sie das halten was sie sagen das andere.

    Ansich kann man sich selbst ein solches VPN aufsetzen und selbst konfigurieren. Zudem wären sogenannte Socks und zudem Vicsocks noch eine zusätzliche Sicherheitsmaßnahme. (Hat nichts mit Socken zu tun.) Socks sind grobgesagt zusätzlich als Kette / Anhänger eine „weitere IP“ die nochmal die des VPNs verschleiert. Kann man mit beliebigen wiederholen. Zusätzlich am besten noch einen VPS anmieten bspw. Mit Remotedesktop und man kann praktisch oder unpraktisch tun und lassen was man möchte. Aber wie sagt man, sicher ist man nie.

    In dunkleren Bereichen finden sich ja auch private Hoster für VPNs, jedoch dort ist vermutlich noch mehr Vorsicht geboten. Nachher wird mehr geloggt, als einem lieb ist.

    Nunja, egal welchen Zweck man mit einem VPN verfolgt.. Ob sicherer surfen, hacken oder schlimmer…
    Es ist ein Muss, heutzutage… Meiner Meinung nach…

    Gruss

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      blaman


      vicsock???
      andere in den dreck ziehen für deine scheiße???


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