Legaler Markt für E-Books stagniert

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Eine Hochrechnung vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Zusammenarbeit mit der GfK zeigt, dass der Umsatz für den Vertrieb von E-Books bis September diesen Jahres lediglich um 0,1 % angestiegen ist. Der durchschnittlich bezahlte Preis ist hingegen um 1,6 % auf 6,70 Euro gefallen. E-Books sind und bleiben eine Nische.

Der Markt für E-Books hat sich im Verlauf der letzten drei Monate kaum verändert (siehe Infografik). Bis einschließlich September 2016 stieg der Absatz von E-Books (Schul- und Fachbücher ausgenommen) um 1,7 %. 3,3 Millionen Kunden erwarben mindestens ein E-Book, dafür ist die Kaufintensität um 1,8 % gestiegen. Da der durchschnittlich von den Kunden bezahlte Preis gefallen ist, stieg der Umsatz insgesamt nur um 0,1 % an. Für die Verlage sind die elektronischen Bücher noch immer eine Nische. Insgesamt entfielen in den ersten drei Quartalen des Jahres 2016 nur 5,2 Prozent aller Umsätze am Publikumsmarkt auf E-Books.


Spannend wäre in diesem Zusammenhang zu wissen, wie sich der illegale Vertrieb im gleichen Zeitraum verändert hat. Diesbezüglich gibt es leider keine repräsentativen Zahlen. Wir haben vor einigen Wochen eine erste Übersicht erstellt und aufgezeigt, welche größeren und kleineren Anbieter es im Graubereich gibt, die sich auf diesen Bereich spezialisiert haben. Die Zugriffszahlen auf die illegalen Werke sind aber weder von den Sharehostern, via P2P oder von den Anbietern direkter Downloads verfügbar. Das Nischendasein der elektronischen Bücher erklärt zumindest, warum es die Verlage wenig eilig haben, etwas gegen die Wettbewerber aus dem digitalen Untergrund zu unternehmen.

Auch der frühere Piratenjäger Manuel Bonik erläuterte bei uns im Interview, warum die Piraterie nicht auf Knopfdruck verschwinden wird. Erst recht nicht, sofern man bis auf die Verwendung von Wasserzeichen (ehemals Adobe-DRM) so gut wie nichts dagegen unternimmt.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

2 Kommentare

  1. 1. ist der Name Bonik, 2. steht so Halblegasthenikern wie dir kein an Beleidigung rührendes Urteil über meine Intelligenz zu, 3. solltest du dich vielleicht erstmal über meine Position informieren, bevor du es in die Welt posaunst.
    Um nur mal aus einem meiner Postings auf buchreport
    https://www.buchreport.de/2016/11/16/das-e-book-mentekel/#comment-9312
    von gestern zu zitieren:
    „Gerade in Deutschland, wo E-Book-Umsätze durch Preispolitik und wohlorganisierte Piraterie auch weiterhin nicht abheben werden, wird man sich an den Gedanken gewöhnen müssen, dass E-Books immer mehr zum Promomaterial für Papierbücher werden. Was in der Vorweihnachtszeit etwas leichter fällt.“
    Und das ist wahrlich nicht das einzige Posting, wo ich darauf eingehe, dass E-Book-Preispolitik in D ein Problem für E-Books in D darstellt.

    Als „Piratenjäger“ mache ich inzwischen nur noch wenig, weil sich damit mit meiner Spezialisierung auf naturwissenschaftliche Verlage und Notice-and-Takedown-Verfahren (keine Abmahnungen!) kein nennenswertes Geld verdienen lässt und weil es angesichts von LibGen und Sci-Hub weitgehend sinnlos geworden ist. Aber, anders als im Artikel steht, ein bisschen bin ich auf diesem Gebiet durchaus noch tätig.

  2. michel sagt:

    tja, da wird herr boink und alle anderen vollpfosten aus den digitalen medien wohl zu lebzeiten nicht mehr hinter kommen, da es eventuell was mit dem preis zu tun.
    denn, wie scheisse dämlich muss man sein, um beinahe denselben preis für etwas nicht physisches zu zahlen, wie für das was erst aus materie geschaffen werden muss?

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