Microsoft testet anhand der App Bing Wallpaper offenbar mal wieder, wie wir auf noch mehr Werbung des Konzerns reagieren.
Wer für Windows 10 oder 11 die kostenlose Software Bing Wallpaper installiert hat, könnte jetzt sein blaues Wunder erleben. Im Internet tauchten zahlreiche Berichte auf, wonach statt eines schönen Hintergrundbildes plötzlich Werbung für Harry Potter-Filme angezeigt werden. Die Werbung wird aber nicht flächendeckend bei allen Nutzern und wahrscheinlich auch nicht in allen Ländern ausgespielt. Es kann also durchaus passieren, dass man diese App installiert hat und trotzdem keine Werbung sieht.
Ob Windows 10 oder 11 spielt keine Rolle
Die Windows-Edition spielt dabei keine entscheidende Rolle. Bing Wallpaper ist eine separat installierbare App für Windows 10 und 11 und damit nicht auf eine bestimmte Windows-Version beschränkt. Eigentlich wollte Microsoft ja gar nicht mehr so viel Werbung in ihrem Betriebssystem verwenden. Der Redmonder Konzern hat in der Vergangenheit bekanntlich an den verschiedensten Orten versucht, uns noch mehr Reklame unterzuschieben. So bei der PC-Reparatur, im Startmenü oder im eigenen Store, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Bei Reddit & Co. gab es viel Protest wegen der Aktion. Den gesamten Desktop-Hintergrund auszufüllen, empfanden viele als zu aggressiv und invasiv. Manche nahmen auch Anstoß an der Autorin J. K. Rowling und einige ihrer öffentlichen Aussagen. Doch Fakt ist auch, die Anwender haben den Nutzungsbedingungen bei der Installation zugestimmt. Dort steht eindeutig, dass bei den angezeigten Grafiken auch In-App-Benachrichtigungen mit Werbeangeboten enthalten sein können. Im O.-Ton heißt es: „You will also receive in-app notifications with promotional offers from Microsoft.“
Welche Funktion erfüllt Bing Wallpaper eigentlich?
Die App lädt regelmäßig ein neues Bing-Tagesbild herunter, was dann als Windows-Desktop-Hintergrund verwendet wird. Zu den Fotos liefert Microsoft zusätzliche Informationen, etwa über den abgebildeten Ort oder das Motiv.
Unsere Einordnung: Wie viel hat der Shitstorm mit Microsoft zu tun?
Der Aufschrei ist zwar nachvollziehbar, das Ganze muss man aber differenziert betrachten. Denn wer seine eigenen Fotos benutzt oder die kostenlose Software nicht installiert hat, den betrifft die Werbeaktion gar nicht. Trotzdem zeigt die Maßnahme, dass Microsoft an allen Ecken und Enden versucht, ihr Betriebssystem in Kombination mit eigenen Programmen maximal zu monetarisieren.
Dazu gesellen sich die öffentlichen Aussagen von Rowling zum Thema Transgender, die sie immer wieder bekräftigt hat. Ja, klar, die mag nicht jeder gut finden. Die Autorin vertritt insbesondere die Auffassung, dass eine selbst gewählte Geschlechtsidentität das biologische Geschlecht nicht ersetzen könne. Das ist alles gut und schön – oder auch nicht. Aber was hat das mit Microsoft zu tun? Regen sich viele wegen MS oder eigentlich wegen der Autorin auf? Dazu passt auch, dass Teile des Shitstorms im Subreddit r/EnoughJKRowling stattfinden.
Fazit
Wer die Nutzungsbedingungen eines Programms nicht liest, der muss sich in der heutigen Zeit leider nicht mehr darüber wundern, wenn früher oder später etwas Überraschendes oder Ungewolltes passiert. Sehr viele Softwarehersteller versuchen die Grenzen des Geschmacks ihrer Nutzer auszuloten, um das Maximum aus ihrem Produkt zu holen. Klar ist das nervig, aber so funktioniert Kapitalismus nun mal. Wir können als Konsumenten nur mit den Füßen abstimmen und uns überlegen, ob wir nicht doch lieber ein alternatives Betriebssystem wie Linux Mint, Zorin OS oder eine andere Linux-Distribution installieren.

















