Julian Assange wird laut Urteil nicht an die USA ausgeliefert

Ein Gericht entschied heute gegen die Auslieferung von Julian Assange an die USA. Die möglichen gesundheitlichen Risiken seien zu groß.

Der 49-jährige Mitgründer von Wikileaks, Julian Assange, soll sich in den USA wegen 17 verschiedenen Straftaten schuldig gemacht haben. Der zentrale Strafgerichtshof hat sich in erster Instanz gegen die „repressive“ Auslieferung an die USA entschieden.

Erwartete Isolationshaft von Julian Assange führte zum Urteil

Heute mittag fiel das Urteil im Londoner Central Criminal Court, besser bekannt als Old Bailey. Als Begründung der Ablehnung gab Richterin Vanessa Baraitser an, Julian Assange drohen dort erhebliche gesundheitliche Risiken nebst einer hohen Selbstmordgefahr. Die angekündigte Isolationshaft in den USA sei nach Meinung der Bezirksrichterin ein „bedrückendes“ Argument gegen die Auslieferung.

Die USA kündigten bereits die Beantragung des Berufungsverfahrens an. Der Angeklagte soll in Haft bleiben, bis auch die Berufung entschieden ist.

US-Staatsanwälte beschuldigen ihn des Hackings und der Spionage, weil die Enthüllungsplattform Wikileaks vor einem Jahrzehnt vertrauliche Dokumente des US-Militärs veröffentlicht hat. Im April 2019 nahm man ihn im Botschaftsgebäude von Ecuador fest. Im Fall einer Verurteilung drohen Julian Assange in den USA wegen den 17 Anklagepunkten bis zu 175 Jahre Haft.

Wer die USA herausfordert, kann sich seiner nicht mehr sicher sein

Der langjährige Reporter John Pilger sagte dem Independant, im Fall einer Auslieferung könne sich kein Journalist mehr, der kritisch über die USA berichtet, sicher sein. „Wenn Julian Assange an die USA ausgeliefert wird, ist die Idee eines freien Journalismus verloren. Kein Journalist, der es wagt, die raffgierige Macht herauszufordern und die Wahrheit zu enthüllen, wird (jemals wieder) sicher sein.“

Julian Assange

Lesen Sie auch

Assanges Vater: Julian soll in den USA aus Rache gebrochen werden

Assanges Vater, John Shipton, gab im Vorfeld bekannt, die größte Gefahr bestehe darin, dass man ihn in die USA bringen will, um ihn aus Rache an den ganzen Veröffentlichungen regelrecht „zu brechen“. Wer sich für die Details der Verhandlung interessiert, kann die Zusammenfassung der britischen Medien hier ganz ausführlich nachlesen.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.