Videoüberwachung in Planung: Investitionen in Millionenhöhe vorgesehen

In den nächsten Jahren werden DB und Bund bundesweit Investitionen in Höhe von 85 Millionen Euro für den Ausbau der Videoüberwachung auf Bahnhöfen aufwenden

Videoüberwachung
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Ein Video-Pilotprojekt an Saar-Bahnhöfen wurde bei einem gemeinsamen Treffen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière und Saar-Innenminister Klaus Bouillon am Donnerstag, 17. November 2016, beschlossen. Laut Pressemitteilung wird das Saarland demnach in das Sofortprogramm der DB AG zur Videoüberwachung aufgenommen. Die für solche Maßnahmen geplanten Investitionen betragen bundesweit 85 Millionen Euro. Damit wird es demnächst möglich sein, Videoüberwachung auch auf kleineren Bahnhöfen zu installieren.

Deutsche Bahn will Videoüberwachung konsequent ausbauen

Laut Pressemitteilung baut die DB ihre Videoanlagen weiter konsequent aus. Sie betreibt derzeit etwa 5000 Videokameras an rund 700 Bahnhöfen, heißt es. Damit sollen mehr als 80 Prozent der Fahrgastströme erfasst werden können. Zeitgleich können die Bilder sowohl die Bahnhofsbetriebszentralen als auch die Bundespolizei an bundesweit rund 50 Bahnhöfen live beobachten. Allerdings soll ausschließlich die Bundespolizei Zugriff auf die aufgezeichneten Videodaten haben.


Zusätzlich hat die DB schon in den vergangenen Jahren vermehrt Fahrzeuge mit der mit Videotechnik ausgerüstet. Inzwischen verfügt die DB über rund 27.000 Videokameras in Regional- und S-Bahnzügen. Somit hat sich die Zahl der mit Videotechnik ausgerüsteten Fahrzeuge in den letzten fünf Jahren nahezu verdoppelt. Knapp zwei Drittel aller Nahverkehrszüge verfügen inzwischen über Videotechnik.

In den nächsten Jahren werden DB und Bund bundesweit 85 Millionen in den Ausbau der Videotechnik investieren – zusätzlich zu den bestehenden Sicherheitsbudgets. Im Rahmen eines gemeinsamen Programms baut man neue Videoanlagen auf. Bestehende Kameras für Videoüberwachung will man modernisieren. Zusätzlich hat die DB ein neues Programm zur dezentralen Videoüberwachung aufgesetzt, um diese von Bahnhöfen zügig auszudehnen. Mit den geplanten Mitteln sollen fortan auch stark frequentierte kleine und mittlere Bahnhöfe ausgerüstet werden. DB und Bundespolizei wählen gemeinsam Stationen aus, auf denen das neue System installiert werden soll. Sie werden dabei Kriterien wie Frequentierung, Kriminalitätszahlen sowie Aspekte des Datenschutzes mit berücksichtigen. So können dann bei Bedarf Aufzeichnungen, etwa zur Aufklärung von Straftaten, durch die Bundespolizei ausgelesen werden.

Ein Allheilmittel?

„Die Modernisierung der Videotechnik an Bahnhöfen ist von besonderer Priorität, erläutert Bundesminister de Maizière das Pilotprojekt. Dabei begründet er die kostenintensiven Maßnahmen zur Videoüberwachung wie folgt: „Der Einsatz moderner Videotechnik kann wesentlich dazu beitragen, die Sicherheit in Deutschland zu erhöhen. Tagtäglich nutzt die Bundespolizei Videoüberwachungstechnik in einer Vielzahl von Bahnhöfen. Die Videoüberwachungstechnik trägt dazu bei, Straftaten aufzuklären, potentielle Täter von Tathandlungen abzuhalten und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger zu erhöhen.“

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.