Hamburg: Schlag gegen die chinesische Online-Mafia

Von einem erfolgreichen „Schlag gegen die chinesische Online-Mafia“ sprach die Finanzbehörde. Es geht um mehr als sieben Millionen Euro.

Online, Mafia, Steuerbetruf

Wegen dem Verdacht auf Steuerhinterziehung im „großen Stil“ muss sich ein 44-Jähriger Online-Händler, ein deutscher Staatsbürger mit chinesischer Abstammung, verantworten. Dessen Unternehmen soll Umsätze von 45 Millionen Euro verschleiert, sowie sieben Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen haben. Es ging um einen großen Schlag gegen die chinesische Online Mafia.

Steuerfahndungund Polizei – Schlag gegen chinesische Online Mafia

Bereits in der vorigen Woche hat die Hamburger Steuerfahndung unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Hamburg, Abteilung organisierte Wirtschaftskriminalität, eine Razzia in mehreren Objekten eines Händlers sowie in der Privatwohnung des Geschäftsführers durchgeführt, gemäß einer Pressemitteilung der Finanzbehörde Hamburgs.

Der 44-Jährige Hamburger wurde im Rahmen der Razzia von Zielfahndern der Polizei verhaftet, er befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Für Steuerhinterziehung in besonders schweren Fällen drohen Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis zehn Jahren. Es wurden bei dem Online-Händler Vermögensgegenstände im Wert von mehr als 350.000,00 € sichergestellt.

In Steuererklärungen hatte das Unternehmen der chinesischen Mafia nur einen eBay-Account angegeben, jedoch mindestens noch 14 weitere solcher Accounts betrieben. Deren Umsätze beliefen sich innerhalb von zwei Jahren auf 45 Millionen Euro. Somit habe das Unternehmen in besagtem Zeitraum Steuern in Höhe von sieben Millionen Euro hinterzogen. Es ist davon auszugehen, dass das deutsche Unternehmen von einem chinesischen Netzwerk gesteuert worden sei.

Kein Einzelfall, Steuerbetrug mit geschätztem Umfang von einer Milliarde Euro

Ein Sprecher der Finanzbehörde gab laut Informationen des Hamburger Abendblattes weitere Fakten zur Online Mafia bekannt. Demnach hätte die Firma bei eBay vor allem Elektronikgeräte, wie Fernseher und Computer, aber auch Haushaltsgeräte und Möbel verkauft. Es gebe zudem weitere Verdächtigte in dem Verfahren. Details dazu wollte der Sprecher mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen jedoch nicht bekannt geben.

Vor dem Hintergrund, dass sich in den letzten Monaten Berichte über massiven Steuerbetrug mit einem geschätzten Schaden von mehr als einer Milliarde Euro durch chinesische Onlinehändler häuften, hält Finanzsenator Dr. Andreas Dressel (SPD) eine solche Entwicklung für Besorgnis erregend.


Online-Handel vermehrt Ziel von Kriminellen

„Steuerhinterziehung im Online-Handel wird zunehmend zu einem immer größeren Problem, nicht nur für den Fiskus, sondern auch für alle ehrlichen Einzelhändler, die gegen kriminelle Wettbewerber einen massiven Nachteil erleiden.“ Als positiv bewertet er daher gerade diesen Fahndungserfolg. „Wir werden hier nicht nachlassen und den Druck auch im Onlinehandel aufrecht erhalten.“ Die Finanzbehörde jedenfalls verbuchte die Aktion zumindest als Aktivposten ihrer Bilanz, nämlich als erfolgreichen „Schlag gegen die chinesische Online-Mafia“.

Bildquelle: kalhh, thx! (CC0 1.0 PD)

Tarnkappe.info

Ich bin bereits seit Januar 2016 Tarnkappen-Autor. Eingestiegen bin ich zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibe ich bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, greife aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Meine Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.