Game of Thrones: Ausstrahlung bricht alle Rekorde – aber nicht nur legale Angebote werden genutzt

Article by · 28. Juli 2017 ·

Game of Thrones auf Blu-ray Disc. Foto: Paul Hudson, thx! CC BY 2.0

Der Hype um Game of Thrones ist ungebrochen. Die neueste und vorletzte Staffel 7 von Game of Thrones startete am 16. Juli und spielte einen Rekord für den US-Sender HBO ein. Über alle Plattformen des Senders hinweg sahen in den ersten Tagen 16,1 Millionen Menschen die erste Episode. Das sind 50 Prozent mehr als bei der Premiere von Staffel 6, berichtet das Portal Entertainment Weekly.

Seit dem 17. Juli läuft die 7. Staffel der Fantasy-Serie Game of Thrones hierzulande unter anderem auf Sky und bereits kurz nach Ausstrahlung verkündete der Pay-TV-Anbieter den großen Erfolg der neuen Folgen, unter anderem mit 470.000 Live-Zuschauern und der damit stärksten Erstausstrahlung in der Serienhistorie. Weitere 210.000 Serienfans sahen die Wiederholungen am Abend und allein die erste Folge verzeichnete in der ersten Woche 1,09 Millionen Abrufe.

Allerdings verlief der Start der Serie nicht ganz störungsfrei in Deutschland. Sky war vom Ansturm überlastet, die Fans klagten über Probleme bei der Registrierung. „Der Winter ist da … und hat ein paar Leitungen vereist“, räumte Sky Ticket daraufhin bei Facebook ein. Doch auch in Australien kam es bei der Ausstrahlung immer wieder zu technischen Aussetzern – wohl wegen der hohen Nachfrage nach der Fantasyserie. „Wir sind betroffen, dass einige Fans technische Störungen hatten“, sagte ein Foxtel-Sprecher. Die Premiere habe auf der ganzen Welt zu Abstürzen von Webseiten geführt, auch in den USA und in Lateinamerika, so der Fernsehsender.

Laut den Marktanalysten von MUSO war die Zahl der Zuschauer, die sich das Werk über nicht genehmigte Anbieter angeschaut haben, aber noch deutlich höher, berichtete Torrentfreak, wobei die Daten von über 200 Millionen Geräten gesammelt werden, die sich in mehr als 200 Ländern befinden. So sollen sich die erste Folge der siebten Staffel der Serie Game of Thronesv“Dragonstone“, 90 Millionen Zuschauer auf diesem Weg angesehen haben. 77,9 Millionen Mal wurde Dragonstone demnach gestreamt, 8,3 Millionen Mal wurde die Folge über öffentliche Torrent-Tracker bezogen, 4,9 Millionen Mal über diverse Downloadplattformen und 500.000 Mal über private Torrent-Tracker. 15,1 Millionen solcher Zugriffe gab es damit aus den USA, 6,2 Millionen aus Großbritannien und 4,9 Millionen in Deutschland. Andy Chatterley, CEO von MUSO und Mitbegründer, stellte fest, dass die ermittelten Ergebnisse für einige Branchen-Insider eine Überraschung sein könnten. „Es wäre nicht zu leugnen, dass diese Zahlen riesig sind.“, meinte er.

Bereits 10 Tage nach dem Erscheinen der neuen GoT-Staffel soll laut einer Untersuchung der Internetforensiker von FDS File Defense Service ein umfangreiches Angebot an illegalen Versionen der beiden ersten Episoden auf einschlägigen Piratenportalen für Deutschland mit insgesamt 540 verschiedenen Einträgen bereit gestanden haben, wovon 431 zu einem Downloadangebot verlinkten und 109 zu einem Streamingangebot. Im Vergleich zum Angebot der 6. Staffel würde sich die gewachsene Popularität des Streamings zeigen, das seinen Anteil am Angebot mit 20,2% mehr als verdoppelte. Wie oft allerdings die bereitstehenden Angebote genutzt worden sind, das wissen allein die Betreiber der illegalen Plattformen.

Allerdings geht nun HBO gegen die illegalen Raubkopierer vor. Wie Torrentfreak berichtet, versandte IP Echelon, der Anti-Piraterie-Partner von HBO, Warnungen, die gerichtet sind an Torrentuser. Die ISPs werden angewiesen, ihre Abonnenten zu warnen, um weitere Verstöße zu verhindern. Nach US-Urheberrechtsgesetz sind ISPs nicht verpflichtet, diese E-Mails weiterzuleiten. Allerdings tun es die meisten doch, aus Höflichkeit gegenüber dem betroffenen Rechteinhaber. HBO weist in dem Schreiben darauf hin, dass der Torrent-Download von Game of Thrones eine Urheberrechtsverletzung darstelle und damit illegal sei. Zudem fordert die Mail dazu auf, ein legales Abonnement abzuschließen. Außerdem in der E-Mail enthalten: Die IP-Adresse, die zum Herunterladen der Datei benutzt wurde, die jedoch noch keinen Rückschluss auf den tatsächlichen Nutzer zulässt. Dafür müsste HBO den User anzeigen und das wäre ziemlich unwahrscheinlich, zumindest ist das bislang noch nie der Fall gewesen. Realistischer wäre, dass HBO weiterhin E-Mails verschickt und auf einen moralischen Wandel hofft.

Unglücklich ist daher, dass die illegalen Streams bestens funktionierten, während einige offizielle Streaming-Server Probleme bei der Game of Thrones Premiere durch die hohen Zugriffszahlen hatten. Eine stabile Infrastruktur würde sich natürlich positiv auf potentielle Abonnenten auswirken.

Bildquelle, Paul Hudson, thx! (CC BY 2.0)

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2 Comments

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    Streamer

    Sky Ticket ist in meinen Augen eine Frechheit. Das System ist dermassen unausgereift und oft auch überlastet. Derzeit gibt es keine Chromecast Unterstützung mehr, was für mich ein weiterer Grund ist dem Anbieter den Rücken zuzukehren.

    Das Portfolio ist klasse, gar keine Frage. Würde ich bei Chromecastunterstützung in der App und konstanten Serverleistungen auch zusätzlich zu Netflix/ Maxdome nutzen. So aber nicht.

    Also switche ich je nach Vorlieben zwischen den beiden obigen Anbietern.

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    Rofl

    Die illegalen Angebote waren also besser als die legalen, und das, obwohl die legalen Angebote mit wesentlich mehr Geld finanziert werden als die illegalen.


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