Freilassing: Schwarzkopierer auf Flohmarkt erwischt

Article by · 18. Januar 2018 ·

Im oberbayerischen Freilassing wurde kürzlich die Identität mehrerer Personen erkennungsdienstlich festgehalten, weil sie auf einem Flohmarkt schwarzkopierte Musik-CDs, Computer-Spiele und Pornos verkauft haben.

Kurz notiert: Am Samstag, den 13. Januar entdeckten laut einer Pressemitteilung der Polizei zwei Mitarbeiter der Sicherheitswacht Freilassing auf ihrem Streifengang über den Flohmarkt beim Bahnhof an zwei Ständen Spiele und Filme mit der Altersfreigabe FSK18 nebst schwarzkopierten Musik-CDs.

Die herbeigerufene Polizeistreife der Inspektion Freilassing nahm sich der Sache an und stellte die selbst gebrannten Musik-CDs, Porno-Filme und PC-Spiele sicher. Den beiden Standbetreibern erwartet nun jeweils eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen des Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz. Sie hatten Minderjährigen FSK18-Ware angeboten. Wegen des Verkaufs der Imitate wird einer der Verkäufer zudem wegen des Verstoßes gegen das Urheberrechtsgesetz angezeigt. Zudem darf man beim Verkauf der selbst gebrannten Ware auch ein nicht unerhebliches Ausmaß an Steuerhinterziehung vermuten.

GVU: Kontrolle der angebotenen Ware auf Flohmärkten üblich

Als es noch keine flächendeckende Versorgung mit dem Internet gab, wurden vergleichsweise häufig Mitarbeiter der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) auf Flohmärkte geschickt, um die angebotene Ware auf ihre Echtheit zu überprüfen. Pro Beschlagnahmung wurden mitunter mehrere zehntausende illegale Kopien sichergestellt. Teilweise arbeitete die GVU mit Mitarbeitern des zuständigen Hauptzollamts und den Ermittlern der Hamburger proMedia GmbH zusammen, die zur Kanzlei Rasch Rechtsanwälte gehört. Doch dieses Phänomen gehört nicht gänzlich der Vergangenheit an. Um nur ein Beispiel zu nennen: Vor dem Landgericht Essen mussten sich im Januar 2016 drei Personen verantworten, weil sie auf verschiedenen Flohmärkten in ganz NRW insgesamt ca. 380.000 Schwarzpressungen verkauft haben sollen.

 

Quelle Beitragsbild: Geralt, thx! (CC0 1.0)

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5 Comments

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    Anonymous

    Als ich vor langer Zeit in Tschechien auf dem Vietnamesenmarkt für einen Freund Filme gekauft habe war die Einfuhr sogar noch legal, solange man unter den Zollfreigrenzen blieb und jeweils nur eine Kopie pro Film hatte. Sonst wäre es gewerblich :D

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    Wer kauft auf einem Flohmarkt Schwarzkopien? Finde ich noch unverständlicher als das Zeug gegen Geld anzubieten.

    Geht eigentlich überhaupt noch wer auf Flohmärkte? :D

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      Ja, schon. Und vor allem Schlager- & Volksmusik wird auch bis heute gerne dann und wann auf Flohmärkten als RaubMordKopie angeboten. ;-)

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        Die Frage mit Flohmärkten allgemein war ein Scherz.
        Aber gerade in Zeiten wo man wirklich alles total einfach und oft sogar noch egal umsonst (oder ganz billig) im Internet bekommt, kann ich es nicht verstehen, für Raubmordkopien Geld auf Flohmärkten auszugeben.

        Aber ok, die Leute haben auch Bücher bei LuL gekauft.

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      Der alte junge Mann

      Irgendwo müssen Omma und Oppa auch die LPs ihrer Jugend herbekommen nach dem die alten zwecks alter, Beschädigung oder Verlust nicht mehr benutzbar waren. Meine Großmutter guckt mit Vorliebe noch VHS und hört Schallplatten und ihr ist das Internet ein Fremdwort da ist und bleibt Flohmarkt die einzige Alternative. Ist auch nichts verwerfliches dran.

      Abgesehen davon geh ich auch gern mal drüber, letztens erst eine Goofy & Max VHS für die kleinen mitgenommen damit sie auch mal in den Genuss der Retrotechnik kommen.

      Ist, wie ich finde, auch ein ganz anderes feeling und lässt einen trotz schlechter Qualität irgendwo in (Kindheits)nostalgie schwelgen.


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