Drachenlord-Hater terrorisieren die BLM

Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat sich erneut zu Wort gemeldet. Per Telefon, Facebook und Twitter bekommen die Mitarbeiter jede Menge Hasskommentare mit. Einigen Gegnern von Rainer Winkler aka Drachenlord geht das Inkasso der beiden Zwangsgelder und die Abschaltung seiner Live-Streams einfach nicht schnell genug.


Hater von Drachenlord werden langsam ungeduldig

Der BR berichtet, dass nun die landesweite Aufsichtsbehörde Bayerns in den Fokus der Hater geraten ist. Einige seiner Kritiker wollen, dass die Landeszentrale härter gegen den Drachenlord vorgehen soll. Sie finden, die Streams sollten jetzt sofort und für immer unterbunden werden. Die Anfeindungen finden aber nicht nur im Netz statt, wo man diese mit diversen Blockaden der Hater-Accounts unter Kontrolle bringen konnte. Nein, beim BLM-Bürgertelefon gehen außerdem jede Menge beleidigende Anrufe ein. Später werden die mitgeschnittenen Anrufe von den stolzen Hatern im Internet veröffentlicht. Man sei jetzt selbst erstmals Opfer von Hass im Internet geworden, sagte die BLM-Sprecherin Bettina Prengel den Kollegen vom Bayerischen Rundfunk.

youtube rainer winkler Drachenlord offiziell

BLM soll endlich alle Leitungen kappen

Auch die längst veröffentlichten FAQ auf der Seite der Behörde konnte an der kritischen Situation nichts ändern. Dort werden sehr ausführlich alle Aspekte des Falles Rainer Winkler beleuchtet. Hintergrund: Die BLM betrachtet die Live-Streams von Drachenlord als eine Rundfunk-Ausstrahlung, die schon aufgrund der Anzahl der Zuschauer genehmigungspflichtig ist. Winkler sieht dies seit Monaten nicht ein und hat unzählige Male gegen das verhängte Sendeverbot verstoßen. Dem BR sagte Winkler auf Anfrage, er betrachte sich nicht als einen Fernsehsender oder Radio. Früher gab er zu verstehen, dass es bei seinen Sendungen keine journalistisch aufbereiteten Inhalte gebe, deswegen müsse er keine Lizenz beantragen. Auf Anfrage sagte Winkler dem BR auch, die beiden Zwangsgelder habe er bisher nicht gezahlt. Das Gesetz in seiner jetzigen form sei „veraltet“ und müsse „überarbeitet werden“.

Streit unnötig, Rechtslage in Bewegung

Wenn Drachenlord Glück hat, wird die neue Fassung des Medienstaatsvertrages beinhalten, dass Streamer wie er keine Erlaubnis mehr für die Ausstrahlung benötigen. Die Überarbeitung ist aber erst für die zweite Jahreshälfte 2020 vorgesehen. Bis dahin werden ihm allerdings mit Sicherheit weitere Zwangsgelder in Rechnung gestellt, sollte Drachenlord weiterhin gegen das Sendeverbot verstoßen. Ihm droht zudem eine Erzwingungshaft zur Begleichung seiner Verbindlichkeiten.


Aus diesem Video haben die Hater die Screenshots für die Fake-News geklaut.

Mehrere TV-Sender zeigten Rainer Winkler als türkischen Terroristen

Im Frühjahr des Jahres haben sich ein paar Hater etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Sie schickten dem türkischen Fernsehsender 24 TV manipulierte Fotos aus einem Video über Drachenlord und behaupteten, der dargestellte Mann sei der Täter des Straßenbahn-Anschlages von Utrecht, bei dem mehrere Menschen getötet und verletzt wurden. Die Kollegen von 24 TV haben nicht nachgehakt und zeigten Rainer Winkler als Täter im Fernsehen. Die Screenshots aus dem Video waren aus dem Jahr 2017. Er stand auf dem Balkon und versuchte vergeblich, den Kameramann mit Holzscheiteln zu bewerfen. Anschließend zog er seine Pistole.

Einen Grund für den Fehltritt hat der türkische Sender nicht veröffentlicht. Offenbar erfolgte auch keine Entschuldigung wegen des Rufmords aufgrund der mangelnden nicht vorhandenen Recherche. Ein Blick bei Google News wäre ausreichend gewesen um zu erkennen, dass der Attentäter am gleichen Tag verhaftet wurde und ganz anders aussah. Der 1981 geborene Gökmens T. ist deutlich älter und hatte schon aufgrund seiner türkischen Wurzeln wenig Ähnlichkeit mit Rainer Winkler. Witzigerweise hat dann ein russischer Fernseh-Sender die Fake-News in ihrer Nachrichtensendung ungeprüft übernommen. Oder ist das Video etwa auch ein unterhaltsamer Fake? Wenn ja, hat man ihn gut gemacht. Die Story mit dem türkischen Sender 24 TV stimmt hingegen auf jeden Fall.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild: Screenshot vom Video Best of Drachenlord, thx!

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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