Uber-Accounts im Darknet teurer als geklaute Kreditkarten

Der Vermittlungsdienst Uber klagt seit Jahren über entwendete Accounts, die im Darknet angeboten werden. Der Preis hat sich vervierfacht.

Uber-Accounts im Darknet teurer als geklaute Kreditkarten

Der Online-Vermittlungsdienst Uber klagt seit Jahren über entwendete Accounts, die im Darknet angeboten werden. An erster Stelle der digitalen Hehlerwahe stehen nun die Uber-Accounts weit über den geklauten Kreditkarten. Der Preis hat sich innerhalb eines Jahres vervierfacht, anfangs kostete ein Account nur einen US-Dollar.

Mit dem im Darknet erworbenen Account hat man Zugriff auf das Profil einer anderen Person und kann unter Angabe falscher Daten zum „Vorzugspreis“ Fahrten buchen. Im Graubereich werden diese Buchungen als so genannte „Phantom-Fahrten“ bezeichnet. 2014 und 2015 gelangten jeweils massenhaft Daten des Online-Dienstleisters Uber ins Netz, in einem Fall war eine kritische Sicherheitslücke für den Leak verantwortlich.

Accounts von Uber im Darknet sehr beliebt

Der Anbieter hat in den letzten Monaten beim Thema Sicherheit nachgebessert, auch die hauseigene App wurde diesbezüglich überarbeitet. Seitdem sind die Preise für die kostenlosen Fahrten deutlich gestiegen. Sie liegen jetzt über den Netflix-Zugängen, einigen PayPal-Accounts, Kreditkartendetails und anderer digitaler Heherware, die im Darknet angeboten wird. Der Preis liegt jetzt bei vier US-Dollar pro Account, wie darkwebnews.com kürzlich berichtete.


Die Preise für entwendete Kreditkartendetails gingen zeitgleich in den Keller, weil die neuen Besitzer immer weniger damit anfangen können. Die Kreditkartenanbieter haben im Gegensatz zu uber ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft, um die betrügerische Nutzung zu unterbinden. Im Graubereich erfreuen sich die Freifahrten indes weiterhin hoher Beliebtheit.

stolen uber account cybercrimeFremde belasten das eigene Guthaben

Ein Betrogener schrieb, sein Guthaben sei durch eine viereinhalbstündige Autofahrt in Südafrika belastet worden, obwohl er sich dort zum fraglichen Zeitpunkt nicht aufgehalten habe. Auch andere Uber-Nutzer beklagen sich in den sozialen Netzwerken anhaltend häufig über merkwürdige Abbuchungen, die sie sich nicht erklären können.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.