Darknet: Uber-Accounts teurer als Kreditkarten

uber taxi berlin

Werbung für Uber auf einem Berliner Taxi. Foto: Alper Çuğun, thx! (CC BY 2.0)

 

Der Online-Vermittlungsdienst Uber klagt seit Jahren über entwendete Accounts, die im Darknet angeboten werden. An erster Stelle der digitalen Hehlerwahe stehen nun die Uber-Accounts weit über den geklauten Kreditkarten. Der Preis hat sich innerhalb eines Jahres vervierfacht, anfangs kostete ein Account nur einen US-Dollar.

Mit dem im Darknet erworbenen Account hat man Zugriff auf das Profil einer anderen Person und kann unter Angabe falscher Daten zum “Vorzugspreis” Fahrten buchen. Im Graubereich werden diese Buchungen als so genannte “Phantom-Fahrten” bezeichnet. 2014 und 2015 gelangten jeweils massenhaft Daten des Online-Dienstleisters Uber ins Netz, in einem Fall war eine kritische Sicherheitslücke für den Leak verantwortlich.

Der Anbieter hat in den letzten Monaten beim Thema Sicherheit nachgebessert, auch die hauseigene App wurde diesbezüglich überarbeitet. Seitdem sind die Preise für die kostenlosen Fahrten deutlich gestiegen. Sie liegen jetzt über den Netflix-Zugängen, einigen PayPal-Accounts, Kreditkartendetails und anderer digitaler Heherware, die im Darknet angeboten wird. Der Preis liegt jetzt bei vier US-Dollar pro Account, wie darkwebnews.com kürzlich berichtete.

Die Preise für entwendete Kreditkartendetails gingen zeitgleich in den Keller, weil die neuen Besitzer immer weniger damit anfangen können. Die Kreditkartenanbieter haben ihre Sicherheitsmaßnahmen verschärft, um die betrügerische Nutzung zu unterbinden. Im Graubereich erfreuen sich die Freifahrten indes weiterhin hoher Beliebtheit.

stolen uber account cybercrimeEin Betrogener schrieb, sein Guthaben sei durch eine viereinhalbstündige Autofahrt in Südafrika belastet worden, obwohl er sich dort zum fraglichen Zeitpunkt nicht aufgehalten habe. Auch andere Uber-Nutzer beklagen sich in den sozialen Netzwerken anhaltend häufig über merkwürdige Abbuchungen, die sie sich nicht erklären können.

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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5 Kommentare

  1. EiTeeXperte sagt:

    Ja ja, die schöne neue bargeldlose Welt.
    Solche Meldungen, zusätzlich zu den Klassikern abgeräumte Konten und geklaute Kreditkarten, sollten dazu anregen über Sinn und Unsinn von Zahlmöglichkeiten nachzudenken.
    Das heißt nicht das man sowas nicht nutzt, sondern mindestens genauso aufpasst wie auf sein Portmonee.
    Von manchen Môglichkeiten sollte man sich wohl sogar fernhalten.

    • michel sagt:

      na ja, die bargeldlose zukunft dient ja nicht der bequemlichkeit, damit wird nur argumentiert.
      es geht im negativzinsen und verhunderung von bank runs, wenn in wenigen jahren diese schuldenrunde zwangsabgebrochen wird.
      das dufte aber an solchen beispielen ist aber, das nebenher die grenzenlose dummheit der maße zeigt, dass es den anbietern nen scheiss bzgl risiken interessiert und der zahlende kunde am ende immer der gearschte ist, der auf einmal in der beweispflicht steht.
      deshalb finde ich solche storys immer sehr erheiternd und wünsche mir, dass alle nachwuchs hacker solchen schabernack betreiben, bis die wachkoma maße mal anfängt was zu merken…

      • EiTeeXperte sagt:

        Dafür müsste erstmal jeder ein Konto haben.
        Auch Leute welche sich illegal aufhalten oder obdachlos sind. Gleichzeitig würden noch für jeden ein Mobiltelefon nötig werden Jeder müsste jedem immer und überall Geld überweisen können.
        Dies muss kostenlos sein und die Transaktionsgebühren sehr niedrig.
        Ansonsten geht das nach hinten los.
        Für Normal- und Gutverdienende wäre Karte only kein Problem, für die Armen würde sich die Lebenshaltung erheblich verteuern.
        Von Problemen mit Netzüberlastung, unzureichende Netzabdeckung uns Stromausfall will ich gar nicht erst anfangen.
        Es ist doch schon jetzt so das viele kleine Läden erst ab 40 EUR Kartenzahlung akzeptieren weil sie ansonsten teilweise aufgrund der Gebühren (die der Händler) nichts mehr dran verdienen.
        Bei Alternativlosigkeit würden die Preise steigen.
        Mit der Anonymität komme ich jetzt auch nicht. Das eine totale Transparenz Nachteile auch für ehrliche Bürger hat sollte jedem klar sein. Irgendwo gibt es ein Datenleck und die lettischen Einbruchskommandos wissen das man jeden Mittwoch von 21 – 1 Uhr in der Kneipe hockt oder ich bekomme Werbung für Särge weil ich Krebsmedikamente kaufe :-).
        Zu den von Dir angesprochenen Punkten, kann so kommen muss aber nicht. Ich gehe davon aus, sollte so ein Fall eintreten, wird die Währung sofort in denn freien Fall übergehen.
        Es bildet sich mit Sicherheit über Nacht ein alternatives Tauschmittel heraus, welches sich allerdings der staatlichen Kontrolle entzieht.
        Interessant ist auch wie dann mit Fremdwährungen umgegangen wird. Auch das Problem von nicht akzeptierten Zahlungssystemen hätte eine hohe Relevanz.

        • michel sagt:

          es ist nicht die frage ob, sondern nur wann!
          ausserdem braucht es keine telefone dafür, plastik reicht aus, plus nfc.
          du wirst es in den kommenden jahren erleben, wir werden so dermaßen in den po gepimpert, der euro geht den bach runter, der dollar boomt, bevor auch er die wuppe macht und dann steht die neue währung vor der tür.
          wie gesagt, es geht dabei nicht um das ob…..

          • EiTeeXperte sagt:

            Ich denke nicht das sowas ohne Datenanbindung funktionieren wird.
            Um die Echtheit des neuen “Geldes” sicherzustellen und um Gebühren abzuschöpfen muss jede Überweisung zwingend verifiziert werden.
            Sollten offline Transaktionen möglich sein, kommt virtuelles Falschgeld in bisher unbekannten Dimensionen auf uns zu.
            Solange es irgendwo eine frei konvertierbare physische Währung gibt stellt sich die Frage eh nicht, da jeder auf die ausweichen kann. Ich bin absolut sicher, das die USA den Dollar als physische Währung nicht abschaffen werden.
            Man mag es kaum glauben, dort läuft extrem viel mit Bargeld.
            Die EU-Staaten werden wohl kaum den Dollar für illegal erklären.
            Nach TTIP wäre das sogar ein Handelshemmnis :-).

            Ich hatte in meinem Leben bisher vier Währungsreformen. Wie das Geld heißt mit dem ich bezahle ist mir vollkommen egal. Sollte bei uns der Dollar inoffizielle Erstwährung werden ist mir das auch recht. Bei genauerer Betrachtung hätte ein größerer Währungsraum eher Vorteile.
            Letzendlich ist Geld nichts magisches sondern nur ein Werkzeug damit ich nicht Ziegen gegen Urlaubsreisen tauschen muss (ist etwas unpraktisch). Grundsätzlich habe ich auch nichts gegen bargeldlose Zahlungsarten. Ich will halt nur die Wahl haben.

            Auf das Gesülz von Bankern (Beispiel deutsche Bank) den das Wasser bis zum Hals steht und die an das Kopfkissengeld der Leute wollen, würde ich erstmal nichts geben. In meinem persönlichen Umfeld wollen die welche mit Geld handeln das seit zwanzig Jahren, gekommen ist bisher nichts. Eigentlich sägen die an dem Stuhl auf dem die sitzen. Bei einer Abschaffung des Bargeldes gekoppelt mit Negativzinsen besteht kein Grund mehr das Bankensystem in Anspruch zu nehmen, ausser bei zwingend erforderlichen Überweisungen. Geld kann man sich woanders auch leihen und andere Möglichkeiten der Wertaufbewahrung (bei Negativzinsen sogar sinnvoller) gibt es auch. Einzelhändler, wo immer gesagt wird sie würden ja so von einer Abschaffung profitieren, wegen der ach so hohen Kosten und der Risiken beim Handling von Bargeld denken nicht daran darauf zu verzichten. Verschiedene wie Kunsthandwerker haben inzwischen ihre Kartenterminals wieder abgeschafft und es hat bei denen entgegen langläufiger Meinung keine Umsatzrückgänge gegeben. Wie einer mal zu mir gesagt hat, was man hat hat man und wer mein Produkt will kommt auch mit Bargeld wieder.

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