Cubbit: die dezentrale Cloud ohne monatliche Kosten

Bei Startnext läuft die Crowdfunding-Kamapgne für Cubbit an. Anfangs verbindet man die externe Box mit dem eigenen Router und meldet sich an.

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Cubbit – kein NAS, Sharehoster oder Cloud-Speicherdienst!

Das Problem kennen wir schon seit vielen Jahren: Im Internet bezahlt man entweder eine monatliche Gebühr. Oder alternativ, wie bei Facebook oder Google, mit seinen Daten. Cubbit verfolgt ein anderes Konzept. Als Alternative zu Cloud-Diensten wie Dropbox oder pCloud fallen hierbei keine monatlichen Gebühren an.

Wer bei dieser Crowdfunding-Kampagne bei Startnext mitmacht, dem schickt Cubbit ein externes Kästchen zu. Dieses muss man daheim lediglich per Netzwerkkabel mit seinem DSL-Router verbinden. Anschließend registriert man sich und nutzt die plattformübergreifende Web App, die es künftig auch für Android und iOS geben wird. Abschließend muss man nur noch warten, bis sich die Cubbit Cell (Zelle) fertig im Netzwerk eingerichtet hat. Dann kann es losgehen.

Wie funktioniert Cubbit überhaupt?

Cubbit erinnert vom Aufbau an einen P2P-Transfer. Doch in diesem Fall besteht der Schwarm aus vielen externen Hardware-Zellen, die jeweils nicht nur ihre eigenen Daten speichern, sondern in verschlüsselter Form auch die vieler anderer Cubbit-Nutzer. Eigene Dateien werden stets per AES-256 verschlüsselt und dabei in viele kleine Teile aufgeteilt. Diese Stückchen verteilt das System dann auf die Hardware diverser Teilnehmer des Schwarms.

Projekt basiert auf dem Zero-Knowledge-Prinzip

Da jeweils mehrere Kopien verteilt gespeichert werden, kann man die Daten als Ganzes wiederherstellen, selbst wenn einzelne Teilnehmer offline gehen sollten. Eine eigens dafür konzipierte Künstliche Intelligenz sorgt dafür, dass nichts verloren gehen kann. Auch die Transfers der Boxen untereinander sind komplett verschlüsselt. Niemand, auch der Hersteller selbst, weiß nicht, was man auf den Cubs abgelegt hat. Nur so kann man absoluten Datenschutz garantieren. Selbst die AES-Schlüssel für die Transfers stehen dem Hersteller nicht zur Verfügung. Alles, was man bei Cubbit speichert, bleibt somit privat und ist sicher vor dem Zugriff Dritter. In diesem Video erklärt man mit einfachen Worten die Funktionsweise von Cubbit.

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Von der ersten Konzeption bis zur Fertigstellung des Cubes. Bildquelle medium.com, thx!

Vorteile im Vergleich zu einem NAS oder einem Cloud-Speicherdienst

Viele Nutzer setzen zur Sicherung ihrer Daten mittlerweile einen Network Attached Storage (NAS) ein. Viele dieser externen Speichergeräte besitzen Standard-Zugangsdaten, die man zum eigenen Schutz nach dem Kauf unbedingt sofort ändern muss. Wir erinnern uns an so manche Artikel, die beschreiben, dass Datenleaks entstanden sind, weil die Anwender ihre NAS-Speichergeräte falsch oder gar nicht konfiguriert haben. Oder aber Hacker fanden bei der NAS eines Herstellers neue Sicherheitslücken heraus, die sie zum eigenen Vorteil ausgenutzt haben.

Dazu kommt: Wenn die NAS kaputt geht oder beschädigt wird, ist alles verloren. Bei einer Cubbit Cell sind die Daten sicher, weil man sie mithilfe seines eigenen Passworts, auch ohne die Hardware vom Schwarm, zusammensetzen und abschließend downloaden kann.

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Der Vorteil von NAS und Cell liegen hingegen auf der Hand: Man zahlt nur einmalig statt monatlicher Abo-Gebühren. Das Dumme an den Cloud-Speicherdiensten ist halt, dass man nie sicher sein kann, wer dabei möglicherweise noch so alles Zugriff auf die eigenen Informationen erhält. Cloud heißt ja nichts anderes, als dass die eigenen Daten irgendwo auf der Welt, in einem Rechenzentrum auf der Festplatte mitten in einem Serverschrank, gespeichert werden. Sollte das Rechenzentrum abbrennen, droht somit der Totalverlust aller Daten.

Zwar kostet die Cubbit Cell mit 1 TB Kapazität einmalig 299 €. Dafür fallen dauerhaft keine weiteren Kosten an. Zudem ist nach Auskunft des Herstellers sowohl die Einrichtung, als auch die Anwendung der Cubbit Cloud simpel. Damit der Dateiaustausch im Schwarm funktioniert, darf man seinen Cube nicht länger als für 30 Tage vom Netz trennen. Doch das ist kein Problem. Nachdem man sein Gerät einmal neben dem Router aufgestellt hat, braucht man sich darum keine Gedanken mehr zu machen. Außerde kann man die Cubbit-Zelle demnächst durch das simple Einstecken einer HDD auf bis zu 4 TB erweitern.

An wen wendet sich die Kampagne?

Cubbit wendet sich an alle Menschen, die die volle Kontrolle über ihre Daten zurückerlangen möchten. Und somit auch an alle Datenschützer, die die herkömmlichen Geschäftsmodelle leid sind. Wer an dieser Crowdfunding-Kampagne teilnimmt, kann außerdem mit seinem Beitrag dafür sorgen, dass man mit seinem Geld nicht schon wieder eine stromfressende Serverfarm unterstützt.

Fazit

Das Konzept klingt auf jeden Fall interessant, die Sicherheit der Verschlüsselung lässt sich von hier aus natürlich nicht überprüfen. Dass das Gerät ein automatisches Backup erstellt, ist besonders hervorstechend. Natürlich wird die Funktionalität primär von der Anzahl der Zellen-Besitzer abhängen. Wie viele Menschen bereit sein werden, Geld für ihre Datensicherheit auszugeben, kann man nur schwerlich vorhersagen. Nach eigenen Angaben sind aber schon über 3.400 Zellen in über 70 Nationen im Einsatz.

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Wann startet die Crowdfunding-Kampagne von Cubbit?

Wer will, kann bei Startnext einsteigen, um seine Zelle vorab zu bestellen. Schon im September diesen Jahres sollen die Cubes verfügbar sein. Übrigens: Der Hersteller gewährt auf seine Geräte eine Garantie von vier Jahren. Der Anbieter gewährt bei Startnext einen Rabatt von 50 Euro. Auf der eigenen Webseite liegt die Cell mit 1 TB preislich bei 349€.

Fünf Prozent der bei Startnext generierten Einnahmen, spendet man an ZeroCO2, um die Welt gemeinsam ein Stück umweltfreundlicher zu gestalten.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.