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Bildquelle: Tumisu

Bitcoin: bayrischer Unternehmer um halbe Million Euro betrogen

Im Zuge einer geschäftlichen Investorensuche stieß ein bayerischer Geschäftsmann auf Bitcoin-Betrüger, die ihn um eine halbe Mio Euro brachten

Auf der Suche nach Investoren ist ein Geschäftsmann aus dem Landkreis Mühldorf am Inn zum Opfer einer international agierender Betrügerbande geworden. Unter Vorspiegelung eines millionenschweren Darlehens, schädigten sie den Unternehmer durch das Stehlen eines Bitcoin-Wallets in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrags. Aktuell ermittelt die Kripo Mühldorf europaweit.

Eine Internet-Suche nach Partnern, die in seine Firma investieren, führte einen bayrischen Geschäftsmann zu einem vermeintlich lukrativen Angebot. Nach erster Kontaktaufnahme wollte man beiderseits die Möglichkeiten eines künftigen Investments bei einem ersten persönlichen Treffen in einem Hotel in Brüssel erwägen. Hierbei trat ein gewisser Herrn Gabriel Lahoud in Erscheinung. Anschließend folgten weiterführende Telefonate mit einem Peter Hilti. Beide gaben dabei an, für ein international tätiges Investmentunternehmen zu arbeiten. Sie stellten dem Unternehmer infolge ein Darlehen im mittleren, einstelligen Millionenbereich in Aussicht. Dafür sollte der Mühldorfer jedoch zehn Prozent in Form der digitalen Währung Bitcoin als Kaution nachweisen.

Vermeintliche Investoren entpuppten sich als Bande international agierender Betrüger

Eine weitere Vereinbarung führte das Opfer im August 2020 nach Rom. Als Ansprechpartner trat dort ein gewisser Sebastian Mertens in Erscheinung. Gemeinsam wollten sie noch notwendige Details klären. Ein dortiger Gesprächsabbruch durch Mertens zog wenige Tage später ein Folgetreffen in Santa Margherita Ligure, etwa 40 Kilometer östlich von Genua, nach sich. Hier erschien dann ein gewisser Alexander. Dieser stahl durch ein geschicktes Täuschungsmanöver schließlich den vom Opfer mitgeführten USB-Datenträger mit der zu hinterlegenden digitalen Bitcoin-Kaution.

Bitcoin-Betrug zieht europaweite Ermittlungen nach sich

Die Staatsanwaltschaft Traunstein und die Kriminalpolizei Mühldorf ermitteln sowohl im In-, als auch im Ausland nach den Bitcoin-Betrügern. Bislang jedoch fehlt seither von den Tätern jede Spur. Offenbar wiesen sich die Unbekannten insofern alle mit falschen oder gefälschten Identitätsdokumenten gegenüber dem Opfer aus. Trotz umfangreicher Recherchen im In- und Ausland zu den offensichtlich international agierenden Gaunern, gelang es den Ermittlern bisher weder, diese zu identifizieren noch zu ergreifen. Deshalb wird nun auch die Öffentlichkeit um Mithilfe gebeten. Eine detailierte Täterbeschreibung findet sich dazu in der Pressemitteilung der Polizei Bayern.

Tarnkappe.info

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.