Die Premier League fordert vom Domain-Registrar Tucows die Daten von Streaming-Piraten an. Amazon und Google sind ebenfalls im Visier.
Die englische Premier League verschärft ihren Kampf gegen illegale Sport-Streams. Vor einem US-Bundesgericht beantragte die Fußballliga eine DMCA-Vorladung gegen den Domain-Registrar Tucows. Ziel ist es, die Betreiber von mehr als 25 mutmaßlich illegalen Streaming-Portalen zu identifizieren. Betroffen sind bekannte Namen wie Totalsportek, Sportsurge oder Rojadirecta.
Tucows soll Daten möglicher Piraten offenbaren
Das Management der Premiere League fordert von Tucows sämtliche hinterlegte Kundendaten herauszugeben. Darunter Namen, Anschriften, Telefonnummern, E-Mail-Adressen, IP-Adressen sowie die Zahlungsinformationen der Kunden. Einige Domains hat man bereits vorab deaktiviert. Ob dies direkt auf Beschwerden der Premier League zurückgeht, bleibt allerdings offen.
Amazon & Google erneut als Helfershelfer der Piraten?
Besonders brisant: Laut den eigenen Ermittlungsunterlagen der Premier League stammen Teile der illegal verbreiteten Livestreams offenbar nicht direkt von den Webseiten selbst, sondern aus Cloud-Infrastrukturen von Amazon Web Services und Google Cloud. In den Beweisen tauchen unter anderem Streaming-URLs von „amazonaws.com“ und „storage.googleapis.com“ auf. Es ist davon auszugehen, dass die Premiere League bald neben Tucows auch auf diese beiden Unternehmen zugehen wird, um die Kundendaten der Streaming-Piraten ausfindig zu machen.
Genehmigung der DMCA-Vorladung steht noch aus
Noch ist die Vorladung nicht offiziell genehmigt, normalerweise gilt dies jedoch als Formsache. Juristisch interessant bleibt die Frage, ob ein Domain-Registrar überhaupt zur Herausgabe solcher Daten verpflichtet werden kann. Bekanntlich kann man auf einer Domain keine urheberrechtlich geschützten Inhalte speichern. Doch womöglich kann man Tucows in Haftung nehmen, sollten sie der Preisgabe widersprechen.
Ein leitender Mitarbeiter von Tucows erklärte gegenüber TorrentFreak, man unterstütze grundsätzlich die Wahrung der Meinungsfreiheit im Internet. Man werde jedoch auf rechtsgültige Anordnungen reagieren und gesetzliche Vorgaben erfüllen. Weitere Fragen zu den laufenden Ermittlungen könne man momentan (angeblich) nicht beantworten.
Die bislang bekannt gewordenen Verdächtigen sind aber schon sehr lange im Geschäft. Von daher kann man davon ausgehen, dass die Anfrage aufgrund von falschen Angaben und einer anonymen Zahlung des Domain-Registrars ins Leere führen wird.
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