Vorsicht Abzocke! Remote Jobs von KADANSE!

Seit einigen Monaten wirbt KADANSE bei LinkedIn massiv für lukrative Jobs ohne Vorkenntnisse, die man angeblich zu Hause ausführen kann.

Finger weg von den Webseiten payingsocialmediajobs.com und remotejobstaffing.com! Beim Business-Network LinkedIn schaltet die angebliche Betreibergesellschaft KADANSE diverse Anzeigen für unzähige Jobs, für die man nicht einmal das Haus verlassen muss.

KADANSE lockt mit großen Versprechungen in die Falle!

Man bietet den Interessenten unfassbar hohe Bezüge. Im Gegenzug fordert man oftmals gar keine Ausbildung und keine Qualifikationen oder sonstige Fähigkeiten als Voraussetzung. KADANSE sucht angeblich vor allem Mitarbieter für ihre Marktforschung. Mehr als ein paar Fragebögen ausfüllen muss man nicht tun, um pro Stunde bis zu 30 Euro zu erhalten. Doch leider ist das alles viel zu schön um wahr zu sein! Bei LinkedIn hat KADANSE für den Bereich DA-CH nicht weniger als 419 Stellenanzeigen geschaltet!

KADANSE, linkedin
Screenshot vom Business-Netzwerk Linkedin.com: Auch ungelernte, Teenager und schwangere Frauen können bei KADANSE angeblich viel Geld verdienen!

Watchlist Internet warnt eindringlich vor derartigen Angeboten. Die lukrativen Jobs gibt es nämlich gar nicht! Wer sich bewerben will, muss im Vorfeld sehr viele persönliche Angaben machen und soll vorab Geld bezahlen. Pro Woche bietet KADANSE 2.100 Euro an, täglich bis zu 800 Euro.

Es gibt verschiedene Anschriften. Nach Angaben einer Website sitzt man in Kalifornien. Laut der Anzeige bei LinkedIn ist das Unternehmen angeblich in Berlin ansässig. Schaut man sich das Firmenprofil an, ist der Hauptsitz angeblich in Frankreich. Laut Google Maps ist dies übrigens ein Parkplatz. Dieser liegt umgeben von Ferienwohnungen und Hotels in der unmittelbaren Nähe vom Meer. Zumindest hat sich KADANSE einen schön gelegenen Platz für den Online-Betrug ausgewählt.

Kein Impressum, Sitz in drei verschiedenen Nationen

remotejobstaffing.com, kadanse

payingsocialmediajobs.com und remotejobstaffing.com besitzen beide kein Impressum. Eine ladungsfähige Anschrift wird man wohl nirgendwo erhalten. Die Interessenten lotst KADANSE durch eine Vielzahl an Seiten, um möglichst viele persönliche Details der Person zu sammeln.

Los geht es mit employzilla.net. Doch von dort wird man direkt auf die wirklich schön gestaltete Seite RemoteJobStaffing.com weitergeleitet. Nach der Eingabe der ersten Angaben wirbt man damit, man habe 3,273 Umfragen im Angebot, die man den Bewerbern vermitteln könne. Das stimmt natürlich nicht.

Die Begründung, warum man KADANSE vorab bezahlen muss, klingt zumindest spannend. Mit den 18 Euro Anmeldegebühren werden angeblich die festen Kosten für den Betrieb der Webseite gedeckt. Das sind vielleicht insgesamt 100 Euro im Jahr inklusive Webhosting und der Domain, wenn man großzügig rechnet. Außerem koste die Bereitstellung der Materialien Geld, heißt es dort als Erklärung. Aber eben diese Materialien sind sowieso überall öffentlich im Internet verfügbar. Dazu gehören YouTube-Videos und Jobs, die online bei verschiedenen Jobvermittlungs-Seiten angeboten werden.

Fazit: Die Betrüger sammeln eure Daten & Geld, sonst nichts!

Fazit. Wer etwas bezahlt, dem vermittelt man keinen Job. Die Person erhält auch keine relevanten Informationen. Alles, was man den Bewerbern übermittelt, war vorher schon öffentlich im Web verfügbar. Das Ganze ist von vorne bis hinten pure Abzocke.

KADANSE, payingsocialmediajobs.com

Wer solche Stellenanzeigen von KADANSE sieht, sollte dies besser ignorieren. Im Idealfall sollte man sie bei LinkedIn melden, damit die betrügerische Werbung von dort verschwindet. Das haben wir auch direkt getan. Die eingezahlten Gebühren sind wahrscheinlich weg, die wird man wohl nicht mehr wiedersehen.

Tarnkappe.info


Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.