Adblock-Möglichkeiten für Desktop, Android und iOS: uBlock Origin, AdGuard, Brave, YouTube, Twitch und Bypass Paywalls Clean.
Es gibt viele Adblock-Möglichkeiten, bzw. es werden viele angepriesen. Entscheidend ist jedoch nicht die längste Filterliste mit zweifelhaften Versprechen, sondern die passende Kombination aus Browser-Erweiterungen, gutem DNS-Schutz, App-Filterung und wenigen, aber guten Spezialwerkzeugen. Wer ohne Filter durchs Netz geht, bekommt längst nicht mehr nur die übliche klassische Werbung angezeigt. Viele Webseiten legen Cookie-Banner über den Inhalt, öffnen mehrere Newsletter-Fenster, drängen einen zur Installation einer App oder aktivieren Werbeblocker. Dazu kommen als neuester Trend der Werbebranche KI-Elemente, die sich direkt in Suchergebnisse, Shops, Videoplattformen und soziale Netzwerke schieben.
Google blendet verwirrende AI-Overviews ein, Amazon platziert seinen wenig hilfreichen KI-Agenten Rufus im Einkauf, Microsoft verteilt Copilot-Schaltflächen wie bunte Smarties. Und last, but not least testet YouTube KI-Zusammenfassungen sowie wenig überzeugende Ask-Funktionen. Gute Filter räumen sehr viel davon weg und machen das Weberlebnis wieder etwas erträglicher. Wer jedoch alle verfügbaren Listen aktiviert, verbessert das Internet im Browser nicht automatisch. Oft entstehen dadurch kaputte Logins, leer geblockte Videoplayer, fehlerhafte Warenkörbe oder schwer nachvollziehbare Darstellungsfehler von Webseiten.
Adblock-Möglichkeiten: DNS reicht bei weitem nicht für alles
Software wie AdGuard Home, Pi-hole, Technitium DNS, NextDNS oder Control D blockiert jeweils ausschließlich Domains. Das ist natürlich sehr effektiv gegen bereits bekannte Werbenetzwerke, Tracker, Malware-Domains und Telemetrieserver. Einzelne Elemente innerhalb einer Webseite erkennen DNS-Filter jedoch nicht, weswegen man sie höchstens als Basisfilter verwenden sollte.
Ein DNS-Filter entfernt weder die nervige Google-AI-Übersicht noch den Rufus-Kasten bei Amazon oder den Copilot-Button im Browser seiner Wahl. Auch Cookie-Banner oder Newsletter-Pop-ups verschwinden damit nicht zuverlässig. Dafür müssen Filter direkt im Browser oder auf dem jeweiligen Gerät arbeiten, anders ist das leider nicht realisierbar.
Kosmetische Filterlisten gehören deshalb zu uBlock Origin, zur AdGuard-Browser-Extension, zu Brave Shields, zu den Safari-Content-Blockern oder zu AdGuard auf dem jeweiligen Gerät. Diese Filter blockieren nicht nur Domains, sondern blenden auch sichtbare Elemente auf Webseiten aus oder greifen bei Skripten der Seiten ein. Genau deshalb verschwinden damit auch Dinge aus dem Sichtfeld, die ein DNS-Filter gar nicht ändern kann.
Die Basis aus Werbung, Tracking und nervigen Oberflächen
Ein gutes Setup für die Adblock-Möglichkeiten beginnt mit wenigen, aber effektiven Listen. EasyList kümmert sich um klassische Werbung, EasyPrivacy um das Tracking, während die uBlock-eigenen Filter spezielle Regeln ergänzen. Der deutsche Sprachfilter deckt unsere lokalen Besonderheiten ab. Damit verschwinden bereits viele Werbeflächen, Tracker und störende Skripte von Webseiten.
Danach kommen die lästigen Annoyance-Filter zum Einsatz. Sie entfernen Cookie-Hinweise, Newsletter-Fenster, „Installiere unsere App“-Banner, stark trackende Social-Media-Widgets und andere unnötige Elemente von den Websites. Genau diese Listen machen viele Seiten erst wieder lesbar, da sie alles um den eigentlichen Inhalt herum entfernen.
Eine eigene Anti-Adblock-Wunderliste oder viele Ausnahmen und Besonderheiten zum Umgehen muss man nicht selbst erstellen, da uBlock Origin und AdGuard* bereits Regeln gegen viele Anti-Adblock-Mechanismen mitbringen. Wenn eine Webseite trotzdem blockiert oder meckert, hilft oft zuerst ein Update der Filterlisten. Danach kann man mit gesonderten Speziallösungen prüfen, ob es nicht doch irgendwie geht.
AdGuard Extra ist keine gewöhnliche Filterliste, sondern eine sinnvolle Browsererweiterung, die zusätzlichen Schutz gegen Anti-Adblock-Techniken bietet. Sie kommt dort zum Einsatz, wo Webseiten Werbeblocker aktiv umgehen oder blockierte Werbung erneut nachladen. Besonders in Chromium-basierten Browsern kann AdGuard Extra helfen, wenn normale Filterregeln nicht mehr ausreichen.
AdGuard wird in diesem Überblick häufiger erwähnt, da es an mehreren Stellen einfach gute bis alternativlose Adblock-Möglichkeiten bietet. Die Erweiterung „AdGuard Extra“ arbeitet im Browser, die jeweiligen nativen Apps decken Windows, Android und iOS ab und „AdGuard Home“ erledigt seine Aufgabe unscheinbar im Hintergrund auf dem Router oder Raspi. Hinzu kommt eine aktive Filter-Community, die Regeln pflegt und Störungen oder Probleme vergleichsweise schnell behebt. Für diesen Überblick ist das relevanter als der Markenname.
Wichtige Listen zum direkten Eintragen
Glücklicherweise muss man in uBlock Origin viele Basislisten nicht von Hand ergänzen. EasyList, EasyPrivacy und die uBlock-eigenen Filter sind bereits nach der Installation verfügbar. Der deutsche Sprachfilter lässt sich unter „Filterlisten” aktivieren. Dadurch werden für deutsche Webseiten mehr als fünf zufällige Zusatzlisten aktiviert.
Die Annoyance-Filter sind für nervige Oberflächen gemacht. Wie gesagt, sie entfernen die gesetzlich vorgeschriebenen Cookie-Hinweise, nervige Newsletter-Fenster, unerwünschte App-Banner, Social-Media-Widgets und ähnliche Elemente von der aufgerufenen Webseite. In uBlock Origin kann man solche Listen bereits auswählen. Auch AdGuard verfügt über eigene Annoyance-Filter, die man gezielt aktivieren kann.
Stevo’s AI Blocklist ist die wichtigste Zusatzliste gegen sichtbare KI-Elemente. Sie blendet unter anderem Google AI Overviews, Amazon Rufus, Copilot-Schaltflächen, YouTube-KI-Funktionen und Grok-Buttons aus. In Firefox oder Edge kann man sie direkt abonnieren. Alternativ lässt sich die Raw-URL in uBlock Origin unter „Filterlisten” > „Importieren” einfügen.
Was bewirken die Listen?
Die Liste ist natürlich kein allgemeiner KI-Aus-Schalter und auch nicht als solcher zu verstehen. Sie entfernt lediglich die sichtbaren KI-Elemente aus den Webseiten. Die ganzen nervigen AI-Assistenten verschwinden damit natürlich nicht aus dem Internet. Aber zumindest sind sie dann für uns unsichtbar. Gerade bei Google zeigt sich, warum solche Filter inzwischen wirklich nötig sind.
Ohne AI Overviews und andere KI-Kästen wirkt die Suche wieder so, wie wir sie von früher kennen. Es ist eine Online-Suche und nicht wie eine aufgezwungene und zudem unnütze KI-Zusammenfassung, die man vor den Suchtreffern anzeigt.
Auch Bypass Paywalls Clean gehört zu den wichtigen Zusatzlisten. Sie lässt sich in uBlock Origin, AdGuard und bei anderen Blockern einbinden. Wer sie in uBlock Origin nutzen möchte, kann entweder den FilterLists-Eintrag oder die direkte Filterdatei verwenden. Bei AdGuard geht es ebenfalls um die Filterliste. Ob die BPC-Erweiterung läuft, hängt dagegen vom jeweiligen Browser ab.
Die Filterliste ersetzt das Add-on jedoch nicht vollständig. Für manche Seiten können zusätzliche Skripte , welche nur das Addon hat, erforderlich sein. Außerdem können gelöschte Cookies oder blockierte Paywall-Skripte dazu führen, dass Logins nicht sauber (oder gar nicht) funktionieren oder Sitzungen verloren gehen. Wer Probleme bemerkt, sollte zuerst diese Liste prüfen.
Firefox macht es auf dem Desktop am einfachsten
Auf dem Desktop ist Firefox mit uBlock Origin am wenigsten aufwändig in der Ersteinrichtung. Die Erweiterung läuft ohne Kompromisse wie bei Chrome, ohne notgedrungenes Debloating wie bei Brave und ohne zu installierende Zusatzpakete. Man installiert einfach uBlock Origin, lässt die Standardlisten aktiv, ergänzt den deutschen Sprachfilter und schaltet die Annoyance-Filter an. Bei Bedarf lädt man Stevo’s AI Blocklist über die Importfunktion dazu. Mehr ist für viele Webseiten nicht nötig.
Durch das Google Manifest V3 kann man Chrome deutlich schlechter auf klassische Werbeblocker vorbereiten. Manifest V3 ist Googles aktuelles Erweiterungsmodell für den Chrome-Browser. Für Werbeblocker bedeutet das immer weniger Spielraum als in der Vergangenheit. Google hat das Manifest V2 in Chrome deaktiviert. Für das klassische uBlock Origin ist Chrome somit keine gute Plattform mehr. Die realistische Variante heißt uBlock Origin Lite. Er läuft mit Manifest V3, ist aber eingeschränkter als das volle uBlock Origin.
Adblock-Möglichkeiten: Forks bieten mehr Spielraum als das Original
Brave hat als Fork zum Glück mehr Spielraum als der klassische Chrome. Der Browser basiert ebenfalls auf Chromium, hält aber ausgewählte Manifest-V2-Erweiterungen weiter lauffähig. Brave nennt dabei ausdrücklich die folgenden Erweiterungen: AdGuard AdBlocker, NoScript, uBlock Origin und uMatrix. Nutzer können also weiterhin mit klassischen MV2-Erweiterungen arbeiten oder auf MV3-Erweiterungen wie den AdGuard MV3 setzen.
Die Shields blocken bereits viel, eigene Filterlisten sind möglich und AdGuard Extra kann man zusätzlich nutzen. Das zeigt sich auch bei Diensten wie Spotify Free im Webplayer. Im Test lief Spotify im Browser unter Windows und Android ohne die üblichen Werbeunterbrechungen. Das ersetzt kein Spotify Premium, zeigt aber, dass Browserfilter bei manchen Freemium-Diensten mehr bringen als reine DNS-Blocker.
Trotzdem startet Brave auf dem Desktop nicht so minimalistisch und effizienzt, wie es viele Benutzer erwarten würden. Unter Windows muss man den Browser erst aufräumen, wenn Rewards, Wallet, VPN, News, Leo AI und weitere Zusatzfunktionen nicht stören sollen.
Wer das nicht alles von Hand erledigen will, kann sich Debloat-Brave ansehen. Das Projekt setzt Brave-Richtlinien unter Windows per PowerShell und unter macOS per Bash. Bestandteile wie Rewards, Wallet, Leo, Telemetrie und weitere unwichtige Features kann man damit abschalten. Ein Dry-Run und ein Reset sind ebenfalls vorgesehen. Trotzdem bleibt es ein externes Skript. Also besser erst die Konsequenzen prüfen, dann ausführen.
Brave Origin zeigt das Problem noch deutlicher. Die reduzierte Variante soll genau diesen Ballast verwalten oder entfernen, kostet auf Windows und macOS aber einmalig 59,99 US-Dollar. Für einen Browser, dessen normale Version viele Nutzer erst wieder händisch säubern müssen, ist das ein stolzer Preis, der von Selbstbewusstsein zeugt.
Firefox mit uBlock Origin bleibt damit die unkomplizierte Empfehlung. Brave bietet zwar mehr Spielraum als Chrome, braucht auf dem Desktop aber manuelle Nacharbeit.
Android mit Firefox, Derivaten und AdGuard
Auf Android bleibt Firefox der wichtigste Gegenentwurf zu Chrome. Während Chrome für Android keine reguläre Erweiterungsmöglichkeit bietet, kann Firefox weiterhin echte Add-ons nutzen. uBlock Origin (uBO) ist offiziell für Firefox Android verfügbar. Damit eignet sich Firefox besonders gut für klassische Filterlisten, kosmetische Regeln, Stevo’s AI Blocklist und eigene individuelle uBO-Regeln.
Daneben gibt es natürlich auch mehrere Firefox-Forks, die wir gerne kurz vorstellen.
Fennec F-Droid ist die naheliegende Option aus der F-Droid-Welt. Waterfox für Android unterstützt ebenfalls Add-ons über Mozillas gut kuratierte Add-on-Seite. Iceraven richtet sich eher an Nutzer, die mehr Spielraum bei Anpassungen und Erweiterungen benötigen oder gezielt suchen. Der IronFox basiert ebenfalls auf Firefox und zielt eigenen Angaben zufolge stärker auf Datenschutz und Härtung ab.
Wer unter Android Chrome, Edge, Brave, Samsung Internet oder einen vorinstallierten Browser nutzen möchte, kann AdGuard für Android verwenden. Die App arbeitet lokal auf dem Gerät und blockiert nicht nur die üblichen DNS-Anfragen. Mit aktivierter HTTPS-Filterung kann AdGuard auch verschlüsselte Webseiten genauer filtern. Dafür installiert AdGuard ein eigenes Zertifikat in Android. Ab Android 11 muss dieser Schritt aus Sicherheitsgründen inzwischen manuell erfolgen. Ohne Zertifikat sieht AdGuard bei HTTPS-Seiten weniger bis gar nichts und kann dementsprechend auch nicht zuverlässig filtern, was ja eigentlich seine Aufgabe ist.
HTTPS-Filterung entschlüsselt den Verkehr lokal auf dem Gerät, prüft ihn und verschlüsselt ihn wieder. Darauf beruht die Stärke der Filterung. Sensible Apps wie Banking, Messenger oder andere kritische Anwendungen sollte man bei Bedarf ausnehmen, wenn sie nicht schon von AdGuard automatisch auf die Ausnahmeliste gesetzt wurden.
Private Browser von AdGuard
Seit AdGuard für Android mit der Version 4.7 gibt es zusätzlich einen Private Browser direkt in der App. Er ersetzt Firefox mit uBlock Origin nicht, eignet sich aber für schnelle Tests oder Surfen ohne zusätzlichen Browser.
AdGuard bringt unter Android außerdem einen eigenen Weg zum Anschauen von YouTube-Videos mit. Man öffnet ein Video in der YouTube-App, tippt auf Teilen und übergibt es an den AdGuard Player. Das Video läuft dann in einem separaten Fenster ohne Werbeunterbrechung. Das ist kein klassischer Werbeblocker direkt in der YouTube-App, sondern ein Player-Umweg, der bei mir bis jetzt super funktioniert hat.
Für Android-Nutzer ist das eigentlich ziemlich nützlich, aber nicht der bequemste Weg. Wer YouTube regelmäßig abseits der offiziellen App nutzt, fährt mit FOSS-Apps wie NewPipe, Pipepioe oder LibreTube eigentlich oft besser.
iOS: AdGuard deckt dort am meisten ab
Auf dem iPhone und iPad setzt Apple in seinem „goldenen Käfig” natürlich engere Grenzen. So kann Firefox für iOS beispielsweise keine normalen Firefox-Add-ons wie uBlock Origin installieren. Auch Brave kann man unter iOS nicht mit Brave unter Windows oder Android vergleichen. Der Browser kann zwar eigene Filter nutzen, läuft aber nicht mit derselben Chromium-Basis wie auf den anderen Plattformen. Apple erlaubt zwar seit iOS 17.4 in der EU alternative Browser-Engines, im Alltag bleibt das aber ein reiner aus Druck entstandener Sonderweg. Ohne Adblocker muss man deswegen auch hier nicht herumsurfen!
Für Apple-Nutzer deckt leider auch nur AdGuard für iOS den größten Teil ab. Die App bringt den Safari-Content-Blocker, DNS-Schutz sowie die Advanced Protection mit. Die Safari-Erweiterungen sind dabei nur ein kleiner Teil des Gesamtpakets. Seit iOS 15 kann AdGuard über „Advanced Protection” auch komplexere Regeln wie CSS-Regeln, Extended-CSS-Selektoren und Scriptlets nutzen. Das ist bei schwierigen Webseiten und komplexerer Werbung hilfreich, die von vielen Webseiten ausgespielt wird.
Hinzu kommt der von Android bekannte YouTube-Weg direkt aus der YouTube-App. Man öffnet ein Video, tippt auf „Teilen” und wählt „Block YouTube Ads” von AdGuard. Das Video wird anschließend im AdGuard-Player wiedergegeben. Das ist zwar kein klassischer Werbeblocker, im Alltag aber eine einfache und pragmatische Lösung, da iOS-Browser oft nicht sauber filtern.
Brave
Der Fork Brave besitzt von Haus aus einen Adblocker. Doch das alleine reicht nicht aus. Brave lässt sich selbstverständlich auch unter iOS zuverlässig nutzen. Man sollte es jedoch nicht mit den Versionen für Android oder Desktop gleichsetzen. Die Shields und eigenen Filterlisten sind natürlich hilfreich, ermöglichen aber nicht die gleichen Freiheiten wie unter anderen Betriebssystemen. Wer auf dem iPhone oder iPad möglichst viel filtern möchte, ist mit AdGuard für iOS deshalb meistens besser beraten. Dort laufen Safari-Filter, DNS-Schutz, Advanced Protection und der YouTube-Player als starkes, harmonisches Paket zusammen und machen den Alltag auch unter iOS ein gutes Stück angenehmer.
Es gibt natürlich auch den Orion-Browser, der aber eher etwas für Nutzer ist, die bewusst experimentieren wollen. Zwar wirbt der Browser mit der Unterstützung von Chrome- und Firefox-Erweiterungen auf iOS und iPadOS, er ist aber logischerweise kein normaler Ersatz für Firefox mit uBlock Origin.
YouTube, Twitch und weitere Sonderfälle
Die Werbung der Videoplattform YouTube kann man im Browser relativ gut filtern. Neben uBlock Origin helfen SponsorBlock gegen gesponserte Videosegmente und DeArrow gegen reißerische Titel und typische Klickbait-Thumbnails. Das sind aber keine klassischen Werbelisten, sondern essentielle Add-ons, die man benötigt, wenn man YouTube häufig nutzt.
Bei Twitch reichen normale Filterlisten inzwischen nicht mehr aus, weil Werbung direkt im Player ausgeliefert wird und Twitch regelmäßig an der Technik im Hintergrund arbeitet. Ein bekannter und guter Ansatz, um der Werbeflut Einhalt zu gebieten, ist der „Alternate Player for Twitch.tv”. Das Add-on ersetzt den normalen Twitch-Player durch einen eigenen Player und blendet so gut wie immer Twitch-Werbung aus. Das funktioniert mal besser und mal schlechter, da Twitch ja zu Amazon gehört und um jeden Preis monetarisiert werden soll.
Adblock-Möglichkeiten: das passende Setup ist wichtig
Auf dem Desktop fährt man mit Firefox und uBlock Origin am besten. Man installiert uBlock Origin, lässt die Standardlisten aktiv und ergänzt sie mit dem Sprachfilter für die D-A-CH-Region. Außerdem aktiviert man passende Annoyance-Filter und importiert optional Stevo’s AI Blocklist. Wer „Bypass Paywalls Clean” nutzen möchte, trägt die Filterliste zusätzlich ein oder nutzt je nach Browser die passende Erweiterung. Damit stehen die wichtigsten Listen direkt an der richtigen Stelle bereit, um genutzt zu werden.
Chrome-Nutzer greifen zu uBlock Origin Lite oder AdGuard MV3 aus dem Add-on-Store von Chrome. Brave-Nutzer haben zum Glück etwas mehr Möglichkeiten als klassische Chrome-Nutzer, auch wenn Brave ebenfalls ein Chromium-Fork ist. Sie können Brave Shields, eigene Filterlisten, AdGuard Extra und ausgewählte Manifest-V2-Erweiterungen wie uBlock Origin oder AdGuard wie gewohnt weiter nutzen. Auf dem Desktop muss Brave, wie gesagt, erst einmal „gedebloatet” werden, wenn man Bestandteile wie die Rewards, Wallet, VPN, News oder Leo AI nicht dabei haben möchte, was eigentlich bei jedem der Fall sein sollte.
Android
Zum Glück gibt es auf Android mehrere Möglichkeiten. Firefox mit uBlock Origin bietet die meiste Kontrolle im Browser. Fennec, Waterfox, Iceraven und IronFox sind gute Alternativen für Nutzer, die bewusst Firefox-Derivate verwenden möchten. Wer Chrome oder einen anderen Browser verwenden will, kann AdGuard für Android mit einem selbst installiertem AdGuard-HTTPS-Zertifikat nutzen. Für YouTube ist der AdGuard Player recht praktisch, aber FOSS-Apps wie NewPipe oder LibreTube sind im Alltag einfach besser und angenehmer.
iOS
Auf iOS ist AdGuard die naheliegende Wahl, da es keine wirklichen Alternativen gibt. Die App bietet Safari-Content-Blocker, Advanced Protection, DNS-Schutz und einen YouTube-Player über das Teilen-Menü. Brave kann mit Shields und eigenen Filtern helfen, ist dort aber nicht mit Brave unter Android oder Windows zu vergleichen. Ein normales uBlock Origin gibt es auf dem iPhone und iPad einfach nicht.
Ergänzungen
Als Ergänzung lohnen sich bei YouTube SponsorBlock und DeArrow. AdGuard Extra ist hilfreich, wenn Webseiten Anti-Adblock-Techniken einsetzen. Für Twitch ist der „Alternate Player for Twitch.tv” oft sinnvoller als eine weitere Filterliste, da die Twitch-Werbung direkt im Player erscheint.
„Bypass Paywalls Clean” ergänzt ein bestehendes Filter-Setup, zielt aber eigentlich auf Paywalls und nicht auf klassische Werbung oder Tracking ab. In uBlock Origin lässt sich je nach Browser entweder die Liste oder das Add-on nutzen. Bei AdGuard kann man nur die Filterliste eintragen, was im normalen Alltag bei den meisten Seiten aber eigentlich auch ausreichen sollte. Das Add-on selbst hängt vom jeweiligen Browser und dessen Erweiterungsunterstützung ab.
Fazit: Es zählt die beste Mischung, nicht die ausführlichste Liste
Am Ende zählt nicht die längste Liste, sondern die beste Mischung aus Listen und Erweiterungen. Die Basis bilden EasyList, EasyPrivacy, deutsche Sprachfilter und Annoyance-Filter. Stevo’s AI Blocklist ergänzt den neuen Bereich der sichtbaren KI-Elemente. AdGuard Extra hilft bei Anti-Adblock-Techniken. „Bypass Paywalls Clean” gehört für viele Nutzer ebenfalls zu den wichtigen Zusatzlisten bzw. Erweiterungen im Browser.
Der Browser, die Apps und die DNS-Dienste sind nur Teil der Infrastruktur, die dafür sorgt, dass die Webseite ausgeliefert wird. Die eigentliche Arbeit machen die richtigen Filter an der richtigen Stelle nach der Vorfilterung durch Adblock-Apps oder DNS-Dienste.
Adblock-Möglichkeiten – unser ehrliches Nachwort in eigener Sache
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