Programmierer veröffentlichten den Kindle-Jailbreak Sanctuary, der auf Chromium basiert. Die Modding-Community ist in heller Aufregung.
Insgesamt fünf Programmierer sind für die Ausnutzung einer Schwachstelle in Chromium basierten Browsern verantwortlich. Der neue Kindle-Jailbreak funktioniert auf allen Kindle-Modellen, aber nicht mit allen Firmware-Versionen von Amazon. Wer es ganz genau wissen will, die Liste der kompatiblen Kindle-Reader ist hier verborgen. Der Bug funktioniert auf den Firmware-Versionen 5.16.4 bis 5.18.3, einschließlich der auf der Blacklist stehenden Kindle-Geräte.
An Jailbreak-Lösungen für den Amazon Kindle mangelt es in den letzten Monaten. Doch viele wie der AdBreak oder WinterBreak funktionierten nur eine gewisse Zeit, bis Amazon sie durch ein Software-Update der Firmware unwirksam gemacht hat. Es gibt wieder Hoffnung auf offene Geräte, dank der Arbeit von Ava, sparklerfish, Alysa, Scam.net, HackerDude und mehreren anderen Personen, die den Jailbreak ausführlich getestet haben. Wer will kann dem Team eine Spende geben, um ihre Arbeit zu honorieren.
Für den neuen Kindle-Jailbreak muss das Gerät nur online sein
Im Gegensatz zu den meisten Jailbreak-Methoden, die entweder eine komplexe Software oder Programmierkenntnisse erfordern, ist Sanctuary browserbasiert und funktioniert direkt im Kindle Silk-Browser auf dem Gerät. Es ist keine zusätzliche Hardware oder eine Registrierung erforderlich. Der Jailbreak funktioniert auch auf den E-Readern, die auf der Blacklist stehen. Es nutzt die neue Version des Jailbreak-Frameworks bzw. Bootstrap-Systems jb.sh, sodass man den Hotfix nicht manuell installieren oder irgendetwas nach dem Jailbreak manuell blockieren müsste. Das läuft alles automatisch.
Sanctuary läuft nicht auf allen Versionen
Der Jailbreak Sanctuary, zu Deutsch Zufluchtsort, funktioniert nur auf den unterstützten Firmware-Versionen 5.16.4 bis 5.18.3. Neuere Versionen wie beispielsweise Version 5.19.x und aufwärts kann der Bug nicht verarbeiten.
Wie läuft der Jailbreak ab?
Im Prinzip läuft das Prozedere so ab. Man verbindet den Kindle-Reader im ersten Schritt mit dem WLAN. Sobald das Gerät online ist, öffnet man den hauseigenen Browser und ruft eine spezielle Webseite auf. Dort ist jeder Schritt auch einzeln erklärt. Zu Beginn prüft diese, ob der Webbrowser für den Sanctuary-Jailbreak geeignet ist. Anschließend führt die Webseite einen automatischen Prozess aus, der eine Schwachstelle im Kindle ausnutzt. Dabei wird eine Geräte-ID angezeigt, die man zur Bestätigung eingibt. Nach dem erfolgreichem Ablauf legt das Framework einige Hilfsdateien auf dem Kindle ab. Über den Menüpunkt „Hilfe → Getting Started“ kann man anschließend den eigentlichen Jailbreak auslösen. Anschließend ist ein Paketmanager (KPM) installiert. Last, but not least erledigt die Webseite einige wichtige Nacharbeiten wie den Hotfix und das Blockieren automatischer Updates.
Lohnt sich das?
Auf jeden Fall. Denn nach der Befreiung vom Amazon-eigenen DRM kann man Software von Drittanbietern wie beispielsweise den KO-Reader installieren, um die Standard-Kindle-App zu ersetzen. Der KO-Reader unterstützt unzählige Formate wie EPUB, FB2, MOBI, PDB, DOC, RTF, CHM, HTML, TXT, als auch PDF, DjVu, XPS und für Comic-Fans CBZ und CBT und sogar ZIP-Archive bei unterstützten Dokumenttypen. Davon kann man ohne Kindle-Jailbreak nur träumen.
Außerdem stehen benutzerdefinierte Bildschirmschoner zur Verfügung, sodass man eigene Bildschirmschoner und vieles mehr auf dem Gerät einsetzen kann, was bei einem aktiven DRM unmöglich ist.
Wie dem auch sei: Vor der Durchführung sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Jailbreak wahrscheinlich die Garantie beendet. Auch wenn keine entsprechenden Berichte im Netz verfügbar sind. Rein theoretisch besteht dabei stets das Risiko, dass beim Vorgang der Reader unbrauchbar wird, sollte etwas schiefgehen. Für mögliche Schäden übernehmen wir keine Haftung. Wer mit den Jailbreakern in Kontakt treten möchte, kann dies bei Discord tun.


















