Luac0re 2.3 setzt auf JIT-C statt Lua. P2JB läuft nun unter einer Stunde, GPU-RW fliegt raus, der PS5-Jailbreak ist jetzt merklich schneller.
Der Entwickler Gezine hat mit Luac0re 2.3 eine neue Version seines Exploit-Frameworks für die PlayStation 4 und PlayStation 5 veröffentlicht. Auf den ersten Blick wirkt das Update unspektakulär, tatsächlich bringt es jedoch einige tiefgreifende technische Änderungen mit sich. Besonders bemerkenswert: Der Kernel-Exploit P2JB 2.0 soll nun in weniger als einer Stunde durchlaufen. Das ist für einen PS5-Jailbreak immer noch sehr lang. Es ist aber gleichzeitig ein deutlicher Fortschritt für die Jailbreak-Szene.
Exploit-Code von Luac0re 2.3 ist jetzt in C
Der wichtigste Bestandteil des Updates ist die Überarbeitung der Exploits poobs und P2JB. Während diese bislang überwiegend in Lua umgesetzt wurden, setzt Luac0re 2.3 nun auf nativen C-Code, der über die vorhandene JIT-Infrastruktur kompiliert wird.
Für Außenstehende mag dieser Schritt unscheinbar wirken. Tatsächlich reduziert er jedoch den Overhead erheblich und steigert die Ausführungsgeschwindigkeit der Exploit-Kette. Gerade bei komplexen Angriffen wie P2JB kann dies die benötigte Laufzeit deutlich verkürzen.
Luac0re basiert auf einem ungewöhnlichen Ansatz: Ausgangspunkt ist der bekannte mast1c0re-Exploit für den PS2-Emulator der PlayStation. Darüber wird der in Star Wars: Racer Revenge enthaltene Lua-Interpreter genutzt, um weitere Exploit-Schritte einzuleiten und die Entwicklung neuer Payloads zu vereinfachen.
P2JB 2.0 benötigt weniger als eine Stunde
Die wohl wichtigste Neuerung betrifft die Laufzeit von P2JB 2.0. Laut Changelog schafft die aktuelle Version den vollständigen Ablauf nun in unter einer Stunde.
Auch wenn eine Stunde für normale Anwender weiterhin lang erscheinen mag, gilt dies innerhalb der Konsolen-Hacking-Szene als erhebliche Verbesserung. Kernel-Exploits dieser Art sind komplex und weit von einem einfachen „One-Click-Jailbreak“ entfernt. Jede Verkürzung der Ausführungszeit erhöht die praktische Nutzbarkeit deutlich.
Aufräumarbeiten unter der Haube
Neben den Performance-Verbesserungen enthält Luac0re 2.3 mehrere technische Bereinigungen. So hat man die bisher genutzte GPU-RW-Methode offiziell als veraltet markiert und entfernt. Gleichzeitig verabschiedet sich das Projekt von zahlreichen firmware-spezifischen Offset-Tabellen für die PS5.
Gerade dieser Schritt dürfte Entwickler freuen. Fest hinterlegte Offsets sorgen regelmäßig für Wartungsaufwand und Kompatibilitätsprobleme zwischen verschiedenen Firmware-Versionen. Ihre Entfernung macht die gesamte Exploit-Kette robuster und einfacher zu pflegen.
Unterstützung für PS4 und PS5 bleibt erhalten
An den grundlegenden Voraussetzungen ändert sich nichts. Luac0re funktioniert weiterhin mit der Disc- oder Digital-Version von Star Wars: Racer Revenge. Unterstützt werden laut Projektseite die folgenden Versionen:
- USA: CUSA03474
- Europa: CUSA03492
Für PlayStation-5-Nutzer gelten weiterhin einige Einschränkungen. Die Payload poobs, die ursprünglich egycnq entwickelt hat, ist speziell für die PS5 vorgesehen. Die Software überprüft vor der Ausführung verschiedene Plattform- und Firmware-Bedingungen.
Weitere Verbesserungen integriert
Darüber hinaus wurde die von ufm42 entwickelte All-in-One-Shellcode-Lösung für die Phase nach dem Jailbreak integriert. Diese war zuvor bereits Bestandteil von Y2JB 1.4 und findet nun auch Eingang in Luac0re.
Ebenfalls aktualisiert wurde elfldr, das jetzt auf Version 0.23 basiert. Die Neuerung zielt vor allem auf höhere Stabilität und bessere Kompatibilität ab, ohne dabei neue Funktionen in den Vordergrund zu stellen.
PS5-Jailbreak: Optimierung statt neuer Exploit
Mit Luac0re 2.3 präsentiert Gezine keinen neuen Angriffsvektor und keinen spektakulären Firmware-Hack. Stattdessen konzentriert sich das Release auf das, was langfristig oft wichtiger ist: Performance, Stabilität und Wartbarkeit.
Für die Homebrew- und Jailbreak-Community bedeutet das konkret schnellere Exploit-Abläufe, weniger firmwareabhängige Sonderfälle und einen insgesamt zuverlässigeren Workflow. Genau diese Verbesserungen entscheiden häufig darüber, ob ein Exploit lediglich ein technischer Machbarkeitsnachweis bleibt oder man ihn tatsächlich im Alltag einsetzt. Aber gut, rund 55 Minuten für die Durchführung des PS5-Jailbreaks ist immer noch zu lang, wenn man ehrlich ist.
Wer den Programmierer Gezine ein wenig bei seinem Vorhaben unterstützen möchte, findet hier alle verfügbaren Spendenoptionen. Die ausführliche Dokumentation von Luac0re ist dort in englischer Sprache einsehbar.
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