Wikileaks veröffentlicht weitere E-Mails der US-Demokraten: Hillary Leaks

Article by · 23. Juli 2016 ·

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Der Zeitpunkt dieses Leaks ist reine Absicht: Kurz vor Ernennung von Hillary Clinton zur Präsidentschaftskandidatin veröffentlicht Wikileaks den nächsten Datensatz E-Mails aus den Reihen der US-Demokraten. Ein Vertrauter von Bernie Sanders wird in einer der rund 20.000 erbeuteten E-Mails als „verdammter Lügner“ bezeichnet. Auch wird dadurch der Umgang der Demokraten mit Parteispendern bekannt.

Hillary Leaks. Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat am gestrigen Freitag rund 20.000 E-Mails und über 8.000 angehängte Dateien des Wahlkampfteams von Hillary Clinton veröffentlicht. Wie üblich können alle Nachrichten und Dokumente zu Recherchenwecken bei Wikileaks.org gezielt nach Suchbegriffen durchforstet werden. Die E-Mails zeigen unter anderem sehr deutlich, mit welch harten Bandagen der Vorwahlkampf innerhalb der demokratischen Partei zwischen Bernie Sanders und Hillary Clinton ausgefochten wurde.

Parteichefin Debbie Wasserman Schultz bezeichnete in einer Nachricht einen Sanders-Vertrauten als “verdammten Lügner“. Interessant sind auch die E-Mails, aus denen hervorgeht, wie sich die Demokraten bei ihren Spendern mit einem Zugang zu parteiinternen Partys und Freikarten zu Parteitagen bedankt haben. Dies dürfte ganz im Sinn von Wikileaks-Chef Julian Assange sein. Assange hatte schon im Vorfeld bekannt gegeben, dass er eine mögliche Wahl von Hillary Clinton zur Präsidentin als ein “Desaster” ansieht.

Bereits im März dieses Jahres wurden unzählige Dokumente aus den Reihen der US-Demokraten veröffentlicht. Die gestrige Publikation wird von der Enthüllungsplattform als Teil der neuen Serie „Hillary Leaks“ bezeichnet, weitere dürften bald folgen. Clinton dürfte wegen der Veröffentlichungen wenig erbaut sein. Sie möchte in wenigen Tagen in Philadelphia auf dem Nominierungsparteitag der Demokraten zur Präsidentschaftskandidatin gekürt werden.

Cartoon von Carlos Latuff, thx!

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2 Comments

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    Alda Schwaede

    Assange’s Kreuzzug gegen Clinton, seine Nähe zum Trump Clan und seine Alt.Right-Rhetoric haben ihm jetzt die Unterstützung der ‘Freedom of the Press Foundation’ gekostet.

    https://www.thedailybeast.com/free-press-group-set-to-cut-off-wikileaks

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      Nochn Alda

      Schön zu sehen, daß auch bei denen mit der dunkelrosaroten Assange-Gutmenschen-Brille langsam das Erwachen über diesen Guru des Pfeifenblasens einsetzt. Die ohne solche Brillen haben seinen tatsächlichen Charakter schon vor Jahren durchschaut und wurden für ihre Ansichten angefeindet.

      Meinethalben kann er nochmal 5 bis 10 Jahre in der Botschaft hocken. Ich sehe ohnehin keinen Weg für ihn da raus, ohne daß er geschnappt und den Amerikanern übergeben wird.


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