US-Studie: Netflix & Hulu enttäuschen

Artikel von · 28. September 2014 ·

taro netflix
Eine aktuelle Studie von KPMG besagt, dass in den USA die meisten attraktiven Kinofilme nicht bei Video-on-Demand-Diensten wie Netflix oder Hulu verfügbar sind. Eigentlich sollte die Studie vorführen, dass illegale Downloads grundsätzlich unnötig sind. In Deutschland sieht es noch schlechter aus.

Im digitalen Zeitalter wollte die Unternehmensberatungsgesellschaft KPMG untersuchen, in welchem Umfang die 808 populärsten Filmtitel bei den 34 beliebtesten Video-Distributions-Dienstleistern angeboten werden. Zwar sind 94% der 808 Filme bei zumindest einer der Firmen verfügbar, nur eben nicht bei den großen Streaming-Anbietern wie Netflix oder Hulu.

taro-shiba-netflix-2Der Verband der sechs größten Filmproduktionsgesellschaften MPAA hat diesen Schwachpunkt bei ihrer Präsentation wissentlich unterschlagen. Der MPAA ging es offenbar darum zu zeigen, dass heutzutage niemand mehr illegale Filmwerke beziehen muss, weil sie überall legal verfügbar seien. Bei den digitalen Vertriebsplattformen wie iTunes oder Amazon waren immerhin 94% der Filme erhältlich, bei den Verleihern 77% der Werke. Wer einen Streaming-Anbieter gewählt hat, kann laut KPMG nur auf magere 16% der populärsten Kinofilme zugreifen. Bei jedem Streifen einen anderen Anbieter nutzen zu müssen, erscheint allerdings wenig zielführend.

In Deutschland stellt sich die Situation noch viel prekärer dar. Trotzdem sollte die mangelnde Verfügbarkeit der legalen Anbieter natürlich keine Ausrede darstellen, um sich Filme halt illegal zu besorgen. Aktuelle Kinofilme sind außerhalb der Kinos sowieso gar nicht verfügbar. Das dürfte auch einer der Gründe dafür sein, dass jeden Monat aufs Neue die meisten im Internet getauschten Schwarzkopien aktuelle Kinofilme sind. Aufgrund der Verwertungskette, an der die Filmindustrie nicht rütteln will, sind die auch nicht bei iTunes, Amazon, Verleihfirmen oder Maxdome, Netflix, Watchever & Co. verfügbar.

Will man den Wünschen der Konsumenten entgegen kommen, gäbe es für die Filmwirtschaft noch viel zu tun. Das gilt auch für das Angebot ihrer Werke aus dem Vorjahr. Laut KPMG sind in den USA nur 77% der Filme aus 2013 legal erhältlich. Es ist fraglich, wie man unter diesen Bedingungen aus Downloadern legale Kunden machen kann. Will man sie auf ihre Seite ziehen, müsste man ihnen auch etwas anbieten. Niemand wartet gerne bis zu zwei Jahre darauf, sich online einen Film anschauen zu können.

Die komplette Studie kann man sich hier als PDF herunterladen.

Bildquelle: taro the shiba, thx! (CC BY 2.0)

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5 Kommentare

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    wo is mein kommentar?

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    Natürlich ist die mangelnde Verfügbarkeit oder zu teure Preise der Grund warum ich immer noch illegal Filme beziehe (und dafür nen Premiumaccount unterhalte der Geld kostet – also kostenlos ist illegal für mich auch nicht, dafür ist die schnelle Verfügbarkeit da und es ist preisgünstig).
    Das ist keine Ausrede.

    Ich habe seit Jahren Prime (hatte vorher Lovefilm und wurde nach Aufgabe automatisch zu Prime integriert) und seit 2 Jahren auch Netflix. Dazu nutze ich hin und wieder das Freitagskino von Amazon (Film für 99 Cent leihen) und kaufe manchmal digitale Filme wenn sie im Angebot sind und nicht zu alt.
    Ab und zu geh ich ins Kino. Aber Kino hat recht viele Nachteile, neben den Fahrtkosten und störenden Menschen, kommen viele Filme meines Interesses erstmal nur in das mir unliebsame und überteuerte 3D raus. Also ist das gewünschte Angebot überhaupt nicht legal vorhanden. Ich weiß nicht warum ich 2D herunterladen kann aber nicht im Kino schauen kann.

    Früher kaufte ich auch Blu-Rays, aber mittlerweile hab ich über 300 davon im Regal und seh die Sinnlosigkeit sowas anzuhäufen.

    Und das alles reicht nicht um nicht 1-2x im Monat die Boerse anzusteuern um meinen Bedarf dort zu decken.

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    Volker Rieck

    Lars, gehst Du von der Prämisse aus, dass für 7-10 Euro im Monat jeder Film, inkl. aktueller Kinofilme verfügbar sein sollte? Also im Sinne von, dass das der Konsumentenwunsch ist?

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      Lars Sobiraj

      Von 7 Euro monatlich für aktuelle Kinofilme steht nirgendwo etwas, oder irre ich mich? Zu dem Preis wäre das nicht möglich. Die Verwertungskette will man aber leider sowieso nicht aufbrechen.

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        Volker Rieck

        Nun, die Studie sagt, die Streamer enttäuschen.
        Als Messlatte wird Itunes und Amazon genommen.
        Es dürfte doch wohl einleuchten, dass man für 7 Euro im Monat nicht das Angebot von Itunes oder Amazon erwarten kann.
        Insofern werden da Äpfel mit Birnen verglichen.


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