Torrentz.eu hat gestern seine Pforten geschlossen

torrentz.eu screenshot closed forever
Die Meta-Suchmaschine Torrentz.eu hat gestern für immer seinen Dienst eingestellt. Auf der Webseite wird nur noch die Nachricht „Torrentz will always love you. Farewell.“ angezeigt. Möglicherweise haben die Betreiber nach der Verhaftung des KickassTorrents-Betreibers kalte Füße bekommen.

Torrentz.eu war mit über 200 Millionen Seitenzugriffen monatlich eine der meist genutzten Torrent-Suchmaschinen der Welt. Selbst wurden keine Magnet-Links oder Torrent-Dateien vorgehalten, die Suchergebnisse bezogen sich ausschließlich auf das Angebot fremder Webseiten. Nach rund 16 Jahren stellten die Betreiber nun ihren Dienst ein. Für zahlreiche Rechteinhaber war die Meta-Suchmaschine bei so hohen Zugriffszahlen dennoch ein Dorn im Auge. Insbesondere die Lobbyorganisationen RIAA und MPAA versuchten in den letzten Jahren mehrfach Druck auf die US-Regierung auszuüben, damit die Webseite für immer aus dem Netz getilgt wird.


Da Torrentz.eu im Jahr 2003 sogar noch vor The Pirate Bay gegründet wurde, verschwand damit einer der ältesten und größten Anbieter, um Platz für neue Wettbewerber zu machen. Auch auf Anfrage der Kollegen von TF wollen die Administratoren ihren Schritt nicht weiter begründen. Die Verhaftung des Machers von KickAssTorrents vor etwas über zwei Wochen dürfte in diesem Zusammenhang aber durchaus eine Rolle spielen. Vielleicht ist den Betreibern das Risiko trotz der hohen Zugriffszahlen einfach nicht mehr wert. Von den vier beliebtesten Torrent-Portalen des Jahres 2016 ist somit nur noch die Hälfte übrig.

Auch TPB-Mitbegründer Peter Sunde gab vor einigen Tagen öffentlich zu bedenken, dass die P2P-Plattformen noch immer viel zu zentral und zu wenig anonym organisiert seien. Dauerhaft sieht er nur eine Zukunft für diesen Bereich, sofern Filesharing via BitTorrent dezentral und komplett anonymisiert stattfinden würde. In Deutschland haben die Sharehoster P2P sowieso schon vor vielen Jahren den Rang abgelaufen. Die Gefahr beim Download abgemahnt zu werden, ist vielen Nutzern schlichtweg zu hoch. Statt einen VPN zu verwenden, sind diese lieber auf einen der vorherrschenden Sharehoster des deutschsprachigen Raums abgewandert.

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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2 Kommentare

  1. Bachsau sagt:

    Justiz und Regierung führen einen Krieg gegen das eigene Volk. Es wird Zeit den Wunsch nach freiem Datenaustausch und einer radikalen Beschneidung des Urheberrechts endlich wieder an die Wahlurnen zu tragen, statt nur in eine dezentrale Infrastruktur, die bald so überwacht sein wird, dass man sich darin nicht mehr verstecken kann.

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