Stellungnahme von Andreas Eschbach zur Schließung von LuL.to

Article by · 7. Juli 2017 ·

Andreas Eschbach erzielte mit Romanen, wie “Die Haarteppichknüpfer”, erschienen 1995, der Space Opera “Quest” (2001) oder mit dem Thriller “Solarstation” große Erfolge. Es gelingt ihm dabei auch genreübergreifend utopische Elemente mit denen eines Thrillers zu verbinden. Sein erster Bestseller war der Roman “Das Jesus Video” (1998).

Eschbach studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik, schloss dieses Studium jedoch nicht ab. Er arbeitete als Softwareentwickler und Unternehmer, bis seine Erfolge als Schriftsteller es ihm erlaubten, sich völlig auf das Schreiben zu konzentrieren. Seit 2003 lebt er mit seiner zweiten Frau Marianne Eschbach in der Bretagne.

Das Piraten-Portal LuL.to bot über einen Zeitraum von ca. drei Jahren Bücher, darunter auch zahlreiche Neuerscheinungen und Spiegelbestseller, an, die weit unter den Verkaufspreisen der Verlage, bzw. Autoren lagen. Die illegale Plattform wurde durch das CyberCrimeCompetenceCenter (SN4C) des LKA Sachsen am 21. Juni 2017 für immer vom Netz genommen. Gegen die drei Betreiber laufen umfangreiche Ermittlungen. Sie befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.

Wir vom Team Tarnkappe.info haben den Schriftsteller Andreas Eschbach gefragt, was die Schließung des Piratenportals LuL.to für ihn persönlich bedeutet. Er antwortete uns: “Von der Schließung von lul.to höre ich zum ersten Mal; mir war die Existenz dieses Portals ehrlich gesagt gar nicht bewusst: Wie die meisten Autoren versuche ich, nicht allzu viele Gedanken an Piraterie zu verschwenden. Zu erfahren, dass ein solches Portal geschlossen wurde und die Hintermänner gesiebte Luft atmen, befriedigt mich natürlich.”

Für ihn als Verlagsautor ergeben sich bezüglich der Bekämpfung von Piraterie nicht die gleichen Probleme, wie für die Selbstpublisher, denn: “Nicht die Autoren bekämpfen die Piraterie, sondern die Verlage als Verwerter der Rechte. Fast jeder Verlag arbeitet heute mit auf derlei Vergehen spezialisierten Dienstleistern zusammen, die so eine Mischung aus Rechtsanwaltskanzlei und Cyber-Crime-Unit sind. Die suchen gezielt nach illegalen Kopien von Büchern, Hörbüchern usw., an denen die beauftragenden Verlage Rechte haben, sorgen für Takedowns und unternehmen auch sonst so allerlei (Details erfährt man logischerweise keine). Die werden das Problem natürlich nicht endgültig lösen – aber es tauchen ja sicher immer wieder neue “Helden” auf, die blöd genug sind, dafür zu sorgen, dass diese Leute gut im Geschäft bleiben”, teilt uns Herr Eschbach mit. Weiterhin äußerte er: “Für Selfpublisher kann ich nicht sprechen, da ich keine einschlägigen Erfahrungen habe und nicht weiß, welche juristischen Möglichkeiten man als solcher hat.”

Andreas Eschbach. Foto: privat.

Auf die Frage, ob auch die User von LuL.to mit juristischen Konsequenzen rechnen müssen meinte er: “Ich habe keine Ahnung, bin aber sehr gespannt.”

Gerne wäre Herr Eschbach auch bereit, noch zusätzliche Fragen, die sich aus den Kommentaren ergeben, zu beantworten: “Ich kann nichts versprechen, aber wir können es versuchen, vielleicht, falls sich in der Diskussion bei Ihnen bestimmte Fragen auftun, die man mir sinnvoll stellen könnte. Generell meine ich aber, dass ein Interview mit dem Justiziar eines Publikumsverlages der interessantere Stoff wäre.”

Wir bedanken uns bei Andreas Eschbach für das kurze Statement.

Bildquelle, thx! (CC0 1.0 Public Domain)

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29 Comments

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    Klaus

    Eschbach interessiert sich nicht für die Piraterie, hat nicht einmal gewusst, dass LuL Geschichte ist.
    Damit steht er mit Sicherheit nicht alleine da.
    Für die meisten der bekannten Autoren ist der ebook-Markt eine Nische, ein Zusatzverkauf, nichts womit wirklich Geld verdient wird – genau deshalb verschwenden sie auch nicht viele Gedanken an die Piraterie.

    Wirklich aussagekräftig über die realen Verluste von Autoren wäre ein Vergleich über den ebook-Verkauf einer Neuerscheinung eines bekannten Autors wie Eschbach oder sogar Stephen King vor und nach LuL. Nicht nur Prozente sondern echte Zahlen.
    50 % weniger könnten 1 Buch aber auch 1000 sein.

    Und zu den 30000 Nutzern von LuL:
    5.000 abziehen mit Doppelacc
    weitere 5.000 abziehen die sich angemeldet haben, einfach nur zum testen.
    10.000 abziehen für die Hörbücher und Comics usw.
    Bleiben noch 10.000 von denen vermutlich die Hälfte nur einmal zum Test eingezahlt hat und entsprechend Bücher bezogen.
    Jetzt noch die restlichen 5000 auf die unzähligen Genres verteilen und in Zahlen können die Nichtverkäufe so dramatisch nicht sein.
    Nur weil ein Autor 3 Tage lang jeweils 2 Bücher verkauft hat und nach erscheinen bei LuL nur noch eines, heißt das nicht, dass es mit dem Verkauf so weitergegangen wäre ohne LuL.

    Meine Meinung bleibt bestehen:
    Sehr gute Autoren finden einen Verlag der einen Print veröffentlicht und das ebook nur als Nebenprodukt. Ihre Bücher haben ein gutes Korrektorat und Lektorat hinter sich und der optische/technische/digitale Aufbau der Bücher passt.

    Da der ebook-Markt nur 4% ausmacht, jammern imho manche wirklich einzelnen Verkäufen nach. Wären ihre Bücher wirklich so gefragt, kämen auch die entsprechenden Prints auf den Markt um die restlichen 96% der Leser zu erreichen.

    Rowling wäre nie reich geworden hätte sie als Selfpublisher nur ebooks veröffentlicht.

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      Takeshi Kovacz

      Da wird Dir von Autorenseite Gegenwind sicher sein, aber ich bin Deiner Meinung.

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    Schräge Welt

    Was mir an Andreas Eschbach gefällt, er schert m.E. einen Dreck um die krummen Geschäfte. Er hält seinen Kopf frei für das was seine eigentliche Arbeit ausmacht. Deshalb kann er gut davon leben. Warum etwas Nachheulen, was man eh nicht beeinflussen kann.
    Und mal ganz ehrlich, ebooks werden für mich viel zu sehr über den grünen Klee gelobt. Einen guten Roman will man als Buch oder Hörbuch. Ein Fachbuch mit Volltextsuche sieht für mich wieder ganz anders aus.
    Ich stehe dazu meine Hörbücher legal auf audible zu kaufen. Ich gehe auch ins Kino und hole mir keine Screener. Ich verdiene gut und möchte das meine Arbeit weiterhin gut honoriert wird. Dann honoriere ich auch gerne die Leistung anderer. Schnorrer, Freibiergesichter und Schmarotzer hat die Welt genug, Mache schaffen es so gar Potus zu werden.

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      Roland

      Jeder, der sich leisten kann, Bücher zu kaufen, Blu-rays und Musik, der muss sie auch kaufen.
      Aber, wer nach den Lebensnotwendigen Dingen im Leben, wie Miete, Essen und Kleidung, kein Geld mehr übrig hat, dem sei es verziehen, wenn er sich aus Quellen bedient, die so kriminalisiert werden.

      Bedenkt: Er, sie, es hätten sich diese Dinge niemals gekauft, oder wäre es toll, wenn sie dafür verhungern?

      Ich differenziere da wirklich. Es ist für mich kein Diebstahl, wenn jemand wenigstens noch ein bissel am Leben teilhaben will und es nicht leisten kann.
      Es ist für mich Diebstahl, wenn.einer es sich leisten kann, es aber nicht will.

      Auch hier, schwarz weiß Denken ist falsch.

      Von lul habe ich auch noch nie etwas gehört.

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    Michael

    Gab es eigentlich nicht auch ein paar Autoren, die mit LuL zusammengearbeitet haben?

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    Danke an Herrn Eschbach. Was wohl Frau van ten Harleen dazu sagt, dass er seine Bücher nicht hat vom Markt nehmen lassen. Mir war klar, dass viele der Autoren das Problem der Piraterie kennen, doch warum unsere erfolgslosen Selfpublisher sich das so zu Herzen nehmen, werden wir nie klären. Aber wer laut schreit betreibt Marketing, doch ob die Buchverkäufe nun durch die Decke gehen, bezweifle ich.

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      Boah.. was soll das? Erfolgreich oder erfolglos, wer definiert das? Ab wann fängt man an, erfolgreich zu sein?

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        Drisella M.

        Das habe ich jetzt mehrfach gelesen, dass die Selfpublisher ja so unerfolgreich wären. Daran sieht man, dass die meisten, die hier kommentieren, von der Branche keine Ahnung haben. Kaum ein Autor kann von seinen Einnahmen leben, also die meisten können es nicht. Wenn man mal von den Selfpublishern absieht. Bei ihnen ist mit Sicherheit die höchste Zahl von Autoren auszumachen, die mit dem Schreiben die Familie ernähren. Und zwar NUR mit dem Schreiben. Ich gehöre auch dazu. Um so schlimmer, wenn einem Verkäufe nachweislich wegbrechen, sobald das Buch in Piratenbörsen erscheint, da es nämlich KEIN Hobby ist. Meine Bücher wurden mit über 1000 Links in den letzten 2 Jahren in Piratenportalen angeboten.
        Ich bin weder faul, noch dumm oder zu blöd, da genaue Zusammenhänge herzustellen. Und ich lasse mir nicht von Ebookdieben sagen, dass ich noch einen Zusatzjob annehmen soll, um ihre Diebstähle auszugleichen. Man sollte sich immer gut überlegen, was man so in die Welt posaunt. Es könnte zu einem zurückkommen.
        Ich habe auch die hämischen Kommentare über die dummen Selfpublisher mit ihren ach so albernen Facebookgruppen gesehen. Was man in Facebookgruppen so alles anstellen kann, dafür gibt es hier einen ersten Vorgeschmack.

        Diese Lektüre ist gratis und legal für euch alle. Viel Spaß:
        http://ebook-tipps.blogspot.de/2017/07/lulto-die-2te-die-antwort-der-self.html

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          Katzenstreu

          Sind die 36 Autoren die Anzeige erstattet haben nur die die von der Kanzelei vertreten werden oder insgesamt alle die bisher Anzeige gegen unbekannt erstattet haben?
          Im zweiten Fall wäre das wirklich nicht viel, da Anzeigen erstmal der einzige Schritt ist der wirklich nichts kostet.
          Bin echt gespannt ob die da wirklich nennenswert Geld rausholen. Glaubs aber nicht.

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            Karlsbart

            Die 36 sind erst mal nur die, die von der einen Kanzlei vertreten werden. Wie viele insgesamt Anzeige erstattet haben, weiß ich nicht. Ich weiß aber auch von zahlreichen Autorenkollegen, die schon vor dem Take Down von lul.to Anzeige erstattet haben. Diese 36 sind nur aus einer der Facebookgruppen. Weitere folgen bestimmt. Ich bin jedenfalls einer davon und die frechen, überheblichen Kommentare hier auf tarnkappe haben bei mir den letzten Ausschlag gegeben. Ich habe jetzt gar kein Mitleid mehr mit den Downloadern und würde auch jeden kostenpflichtig abmahnen, der ermittelbar wäre. Und dann ist eben nicht nur das Ebook zu bezahlen. So eine strafbewehrte Unterlassungserklärung kostet.

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            Katzenstreu

            Danke für die Antwort.
            Ich habe keine Erfahrung, aus erster Hand, mit Abmahnungen.
            Sollte es aber ähnlich gut und schnell wie in Insolvenzverfahren laufen, wo ich Erfahrungen habe, sehe ich eher nicht das da was rauskommt. Aber ich wünsche viel Glück, von meiner Seite her.
            Hat eigentlich schon mal jemand darüber nachgedacht, die beschlagnahmte Seite in ein legales Geschäftsmodell zu überführen und diese weiterzubetreiben?
            Wenn die wirklich so gut frequentiert war, wäre das eventuell der beste Weg noch was aus der Sache rauszuschlagen.

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            Ichbins

            Genau meine Meinung.

            Zumal man den Usern eh erst einmal nachweisen MUSS, dass die WUSSTEN dass diese Seite illegal war – immerhin konnte jeder User annehmen: “Das kostet Geld, also ist das legal!”, vor allem bei Amazon & Co ständig Angebote raushauen, die preislich noch geringer sind. Denn denkt mal kurz nach: die absolute Mehrheit dachte dass das Portal legal war, denn wieso sollte jemand, der die Wahrheit wusste, da Geld bezahlen, wenn es drei Seiten weiter das eBook für Lau gab? Eben, keiner der eBooks illegal will, zahlt dafür Geld! So blöd ist keiner.

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            Benway

            Bleib ma locker ,; ) dass das Ding eher semilegal war stand sogar bei denen iin de FAQ. Denke aber auch das explizit ein Download nachgewiesen werden muss. Konto und Guthaben allein sind nicht illegal gewesen. Inwiefern das mitgeloggt wurde bleibt abzuwarten.

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            Sidad

            Da irrst du dich. Warum wird das nur immer wieder angenommen, dass man DIR das nachweisen müsste? Es ist umgekehrt. Außerdem musst du bei Urheberrechtsfragen besonders sorgfältig vorgehen, so besagt es das Gesetz. Auf der Lul.to Seite stand schwarz auf weiß, dass lediglich die Anmeldung auf der Seite ok ist, das downloaden aber nicht. “Rechtliche Grauzone”. Dazu gab es Hinweise, wie man anonym zahlt. Jemand, der denkt, ich bin legal unterwegs, der würde sich wundern, wenn er auf umständlichsten Wegen anonym und verschleiernd bezahlen muss, was auch auf der Seite erklärt wird. Da du das gelesen haben MUSST, um dort zu kaufen, kann man dir spielend nachweisen, dass du es gewusst hast. Dazu kommt, ich zitiere:
            “BGH, Urteil vom 20.05.2009, Az. I ZR 239/06
            § 97 Abs. 1 UrhG

            Der BGH hat entschieden, dass bei einem Urheberrechtsverstoß bereits sehr leichte Fahrlässigkeit zum Entstehen eines Anspruches auf Schadensersatz des Berechtigten führen kann und dass gerade bei urheberrechtlichen Fragen hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflicht gestellt werden müssen. ”

            Quelle: http://www.damm-legal.de/bgh-auch-leichte-fahrlaessigkeit-bei-begehung-einer-urheberrechtsverletzung-begruendet-einen-schadensersatzanspruch

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            Benway

            Bei dem Urteil ging es aber um einen Upload, das steht hier ja gar nicht zur Debtte. Langsam nervts!

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            Takeshi Kovazc

            “Warum wird das nur immer wieder angenommen, dass man DIR das nachweisen müsste? Es ist umgekehrt.”

            Weil immer noch gilt: in dubio pro reo.

            Oder stehst Du auf dem Standpunkt, der Beschuldigte soll seine Unschuld beweisen?

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            Sebastian

            “Der BGH hat entschieden, dass bei einem Urheberrechtsverstoß bereits sehr leichte Fahrlässigkeit zum Entstehen eines Anspruches auf Schadensersatz des Berechtigten führen kann und dass gerade bei urheberrechtlichen Fragen hohe Anforderungen an die Sorgfaltspflicht gestellt werden müssen. “

            Quelle: http://www.damm-legal.de/bgh-auch-leichte-fahrlaessigkeit-bei-begehung-einer-urheberrechtsverletzung-begruendet-einen-schadensersatzanspruch

            Dein BGH-Urteil begründet aber auf Software, zudem wurde hier nicht der Downloader, sondern der Universitäts-Professor abgemahnt. Nun müsste ja jeder, der auf dem Universitätsserver dieses Programm runtergeladen haben, eine unwissentliche Urheberrechtsverletzung begangen haben, was somit Abmahnfähig ist.

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            Katzenstreu

            Jain.
            Es kann sein das lul.to Exklusivinhalte hatte die es legal gibt oder eben so für lau gar nicht.
            Also das die entgegen vieler Behauptungen doch selber Content organisiert haben.
            Da kann es für die Leute schon interessant sein das Zeug zwar nicht für lau aber eben stark verbilligt zu bekommen.
            Ich selbst bin der Meinung das die Seite klar als illegales Angebot erkennbar war aber nach einigen Erfahrungen im Reallive kann ich mir schon auch vorstellen, das es Leute gibt die ein solches Angebot als legal ansehen und deshalb keine Massnahmen ergreifen um ihre Identität zu verschleiern. Ob die dazu in der Lage wären ist auch fraglich.
            Das Hauptproblem bei einer Verfolgung sehe ich aber eher darin, das es vermutlich nicht ganz einfach ist, das so zu beweisen das es nicht wiederlegt werden kann.
            Eine Abmahnung ist eigentlich auch nicht als Bestrafung gedacht, sondern ist ein Instrument um Streitigkeiten kostengünstig aussergerichtlich beizulegen, so das die Wiederholungsgefahr gebannt ist und die Gerichte entlastet werden.
            Es müssen also beide Seiten zustimmen oder man trifft sich vor Gericht oder der Abmahnende vergisst die Sache.
            Im vorliegenden Fall wäre eine Abmahnung eigentlich also ein Angebot, was man den Downloadern unterbreitet um zumindest einen Teil des entgangenen Gewinnes zu sehen und das auch ja nicht wieder zu tun. Ansonsten werden die sich darauf nicht einlassen, da es für die keinen Vorteil bringt.
            Ich vermute das man nur den Anteil am Buch als Vorderung stellen kann der kostenbereinigt ist, da ja die recht fürstlichen Gebühren von Amazon zum Beispiel nicht entstanden sind. Die MwSt wiederum kann man wohl geltend machen, da diese vermutlich von Seiten der Autoren an den Fiskus abgeführt werden muss, da es sich aus meiner Sicht bei ihnen um Gewerbetreibende handelt wenn sie ihre Bücher selber vertreiben und die potenziellen Einkünfte aus den Abmahnungen also versteuert werden müssen. Eventuell kann es da aber noch Abweichungen geben wenn diese vorsteuerabzugsberechtigt sind.
            Ich denke, das es so eine Fallsituation noch nie gegeben hat, insofern ist es schon recht interessant was da nun rauskommt. Es ist also durchaus wünschenswert, das da ausprobiert wird was so geht.
            Aktuell sind doch die ganzen torrent Fälle rückläufig, da wohl nach der aktuellen Rechtssprechung es sehr schwierig wird jemanden dranzukriegen der sich einen Anwalt nimmt.
            Einiges in dem lul.to Fall wird sich bei einer Verteidigung analog zum filesharen anwenden lassen.
            Deshalb bin ich ja so gespannt was da nun wird.

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            Ichbins

            Normalerweise stimmt das Ganze ja auch. Aber normalerweise verlangen illegale Seiten ja auch kein Geld, und eben jener Fakt zeigt vielen Usern auf: “Diese Seite ist legal!”

            Und AGB? Die liest doch keiner mehr. Und irgendwo hier war doch ein Bild der AGB zu sehen, und da stand ja nur “Grauzone”.

            Und wie du sagtest, es wird genug Leute geben, die diese Seite für legal gehalten haben. Und da wäre es eine Unverschämtheit, diese auch zu belangen. Besser wäre es, wenn die Autoren mal selbst aktiv geworden wären, um überall zu erklären: “Sieht legal aus, aber IST ES NICHT!” – nur gab es kaum solche Warnungen.

            Und wie gesagt: Eben deswegen besser die User “in Ruhe lassen” und überall erklären: “So, jetzt wissen wohl ALLE, dass so Seiten niemals legal sein können, also wisst ihr Bescheid…. nächstes Mal gibt’s keine nette Warnung mehr!” – das würde Anstand und Größe zeigen. Wobei ich es jetzt auch lustig finde, wie viele Autoren rumplärren, dass denen ach so viel Geld verloren ging. Aber komischerweise hat man vorher noch NIE etwas von diesen “Beststeller”-Autoren gehört. Und DAS ist schon sehr …seltsam. Wären diese Autoren wirklich bekannt, würde man diese Autoren ja auch kennen. Denn so viele Bestseller-Autoren haben wir nun doch nicht.

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            Katzenstreu

            Also es gibt den Grundsatz Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.
            Da es grundsätzlich unmöglich ist so einen Beweis zu führen würde da ja jeder zumindest beim ersten Mal davonkommen.
            Ich wusste nicht das es verboten ist Asiaten zu Sushi zu verarbeiten, das mache ich ab jetzt nie wieder, danke für die Belehrung darf ich jetzt gehen. :-)
            Eine Verteidigung die darauf aufbaut das man nachgewiesen bekommen muss, das man nicht wusste das was illegal ist funktioniert nicht.
            Eine Verteidigung die darauf aufbaut, das man eine Tat nachgewiesen bekommen muss ist da was ganz anderes.
            Viel vielversprechender ist bei einer Email auf Identitätdiebstahl zu verweisen oder bei Konten und Karten das die von mehreren Erwachsenen genutzt werden. Sollte man natürlich belegen können. Da gibt es plötzlich keinen feststehenden Täter mehr. Die verschenkten Gutscheine wurden ja schon erwähnt.
            Sollte die Forderung überschaubar sein, wirklich nicht abstreitbar und es ist sicher das das sich nicht auswächst, wäre eventuell zahlen ohne Schuldanerkenntnis und mit einer stark modifizierten Unterlassungserklärung ( oder gar keiner) sinnvoll.

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          Takeshi Kovazc

          “Was besonders den Zorn der Autoren weckte, ist der Umstand, dass die lul.to-Nutzer durchaus bereit waren, für das Angebot zu zahlen, allerdings nicht an die Urheber! Stattdessen bezahlten sie die Betreiber der illegalen Plattform. Dies wird von den betroffenen Self Publishern als besonders zynisch wahrgenommen.” (Zitat aus der von Drisella verlinkten Seite)

          Und gerade diese Erkenntnis ist es, völlig ohne Wertung in der einen oder anderen Richtung, die vor allem die (großen) Verlage nun endlich zum Nachdenken über das Geschäftsmodell Ebook veranlassen sollte.

          Es gibt so viele Parallelen zur Musikindustrie. Die zahlungswillige Kundschaft ist da. Aber eben nicht um jeden Preis. Vermutlich ist bei Verlagen, in denen das Ebook-Geschäft nur einen niedrigen einstelligen Prozentsatz ausmacht, der Handlungsbedarf nicht groß genug. Man könnte auch sagen: der Ebook-Leser geht Ihnen am ****** vorbei.

          Um doch noch die Kurve zum kommentierten Kommentar zu kriegen:

          den Self Publishern muss man ebenso wie den vielen Kleinverlagen zugute halten, dass deren Preisgestaltung eigentlich durchaus akzeptabel ist. Ich finde es deshalb eigentlich verwunderlich, dass bei den SP der Schaden so enorm groß ist. Und offen gesagt glaube ich, dass das nur für einige wenige wirklich zutrifft.

          In absoluten Zahlen werden die Produkte der großen Verlagskonzerne deutlich häufiger kostenlos bezogen als die der “Kleinen”, das liegt schon in der Natur der Sache. Nur diese spüren das stärker, das ist logisch.

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          Manuel Bonik

          “Über 1000 Links”? – Da spielst du ja in der Rowling-Klasse!

          Oder müsstest mal abziehen, was davon Spam ist. Und wieviele von diesen “über 1000 Links” auf die paar selben Filehoster-Links hinauslaufen, die sich ja dann in der Regel recht leicht entfernen lassen.

          “Über 1000 Links”! – Wer hat dir denn das erzählt. Ein Abmahnanwalt? – Das würde einiges erklären.

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          Roland

          Habe noch nie etwas von dir gehört.

          Eigenartigerweise denken wohl heutzutage alle Künstler, dass sie Millionäre werden.

          Gutes setzt sich immer durch.
          Das ist bei dir wohl nicht der Fall.

          Vergiss nicht, ein Download ist nicht gleich ein Verkauf.

          Verkauf doch deine Bücher in der Jahrhundertealten Form und nicht als ebook.
          Ob du dann davon Leben kannst?

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    Manuel Bonik

    Ich verstehe den Text nicht. Offensichtlich interessiert er sich für das Thema nicht und hat auch nichts dazu zu sagen. Also, was soll’s?

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    Jason Borowski

    Ein sehr guter Autor und auch ein toller Mensch nach meiner Erfahrung. Wenn man fragen zum schreiben hat kann man ihn jederzeit kontaktieren, uns er hilft einem gerne.

    Eigentlich sollten unsere aktuellen grossen Autoren mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen, ich würde behaupten das hat viel grössere positive Effekte als der Kampf gegen Piratenplattformen mit ein paar Tausend aktiven Nutzern jemals an Schaden anrichten können.

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    brrrrbrrrr

    Mich interessiert wie viel Geld er (und andere Autoren) wirklich für ein Verkauftes Buch im Laden erhalten.

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      Zwischen 1, 78 € und 3,62 €

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      Ichbins

      Sehr wenig.

      Zieh schon mal 40% .(mindestens!) für den EK ab. Bei einem 30€ Buch zahlt der Händler also nur 18€.
      Und von diesen 18€ wird dann eben verteilt. Aber da ist ja schon eh klar: es bleibt nicht besonders viel beim Autor hängen.

      JKR hat, glaube ich, rausschlagen können, dass sie 4 oder 5$ pro Buch bekommt, was absolut UNÜBLICH ist. Sie hat mehr als das Doppelte bekommen, wurde mal erwähnt. Und wenn man dann weiß, was reine Rowling bekommt, und weiß dass es normalerweise deutlich weniger gibt .,.. an sich kannste als Autor nur leben, wenn es dein NEBENJOB ist, oder du eben sehr viel schreibst, wie Eschbach, Hohlbein & Co.

      Im Romanheftbereich soll man wohl ca 1000 bis 1500€ pro Band bekommen, wobei das meiste bei Perry Rhodan gezahlt wird, da die Serie ja auch die meistverkaufte ist. Aber man schreibt locker 2 bis 3 WOCHEN an einem Perry. Und bei 3 Wochen klingen 1500€ schon nicht mehr so viel. Zu wenig um davon wirklich leben zu können. Ein paar können es, aber die schreiben auch noch andere Sachen.


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