Satoshistreetbets: Subreddit spekuliert mit Coins statt Aktien

Bei Reddit gibt es mit Satoshistreetbets eine neue Generation von Anlegern. Sie wollen mit dem Spekulieren von Coins kräftig Kasse machen.

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Bildquelle: Piqsels

Beim Forum Reddit gibt es mit Satoshistreetbets eine neue Generation von Anlegern, die sich online organisieren. Doch im Gegensatz zu ihren Vorgängern verfolgt man keine politischen Ziele. Ihnen geht es nicht darum, Hedgefonds in die Knie zu zwingen. Sie wollen nur Kasse machen. Umso mehr, umso besser.

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Die Anleger von SatoshiStreetBets wollen keine Hedgefonds killen

„Welcome to the Crypto version of WallStreetBets“ – Die Mitglieder dieses Unterforums wollen mit ihren Aktionen Geld verdienen. Sie haben es dabei auch auf keine Investmentfirmen abgesehen. Die Teilnehmer von Satoshistreetbets wollen mit gemeinsamen abgesprochenen Kaufaktionen den Kurs einer Digitalwährung manipulieren, um dann kräftig abzusahnen.

Bei einem Unterforum von Reddit geht’s eigentlich um nichts anderes, als um Pump- & Dump-Aktionen. Dabei organisiert man so viele Käufer wie möglich, um eine vergleichsweise kleine Kryptowährung preislich anzuheben. Sobald der Wert hoch genug ist, springen alle privaten Investoren zum gleichen Zeitpunkt ab. In der Folge stürzt der Kurs in die Tiefe, wo er anfangs schon war. Das erste Ziel von Satoshistreetbets war der Dogecoin, doch die Community hat einen Großteil ihres Interesses daran schon wieder verloren. Die Karawane zieht weiter…

Satoshistreetbets

Mitglieder von SatoshiStreetBets stellen ihre Lieblingscoins vor

Momentan stellen einige Krypto-Anleger bei Reddit den Coin ihrer Wahl vor, dessen Wert man mit dem bekannten System manipulieren will. Dazu gehören neben dem Bittorrent Coin der Tron Foundation und dem Privacy Coin Verge auch verschiedene Token, die man vorstellt. Zwar will die Firma Mindgeek den Verge als Zahlungsittel einsetzen. Allerdings gab es jetzt schon häufiger enorme Probleme mit der Sicherheit dieser Kryptowährung. Beim bislang dritten Angriff mussten zahlreiche Blöcke des Verge neu strukturiert werden, viele Transfers waren danach nicht mehr in der Blockchain existent. Derartige Risiken werden die Anleger wohl kaum eingehen wollen. Wie dem auch sei. Am 13. Februar stellte das Unterforum Satoshistreetbets mit dem SatoshiSwap (SAS) sogar einen eigenen Token vor (siehe Tweet unten). Den Unterschied zwischen einer Kryptowährung und einem Token haben wir ja in einem früheren Beitrag recht ausführlich erläutert.

Nach dem Moonshot Monday erfolgt der Sturz ins Bodenlose

Die einzige Voraussetzung für den Coin besteht darin, dass die Kryptowährung eine Marktkapitalisierung von weniger als 100 Millionen US-Dollar aufweisen muss. Ansonsten wären die Einflussmöglichkeiten der privaten Anleger zu gering. Auf die Vorstellung der Digitalwährungen folgt eine Abstimmung und der Moonshot Monday. Dann greift man gemeinsam zu. Bis zu 12 Prozent könnten die geschätzten 1.000 Anleger gemeinsam am Kurs schrauben, schätzen Analysten. Bei höheren Einlagen pro Person wäre auch eine größere Kurssteigerung möglich. Auch abzüglich der üblichen Kosten der Online-Handelsplattformen würde an Gewinn noch immer mehr als genug übrig bleiben.

Keine legitime Investmentstrategie

Im Gegensatz zu einem längerfristig angelegten Investment mit einer Plattform wie https://btcrevolution.io/de/ agiert man hier mit weniger legalen Mitteln. Denn eigentlich bedienen sich die Satoshistreetbets exakt den gleichen Mitteln, die auch die Hedgefonds einsetzen. Unter dem Strich ist das nichts anderes als gezielte Marktmanipulation zum eigenen Vorteil. Die Geschichte der Anleger wird im Gegensatz zu den Wallstreetbets sicher auch kein Filmstudio haben wollen.

Satoshistreetbets

Spekulanten haben sogar ihren eigenen Token

Satoshi im Namen der Gruppierung ist übrigens das Pseudonym des anonymen Erfinders des Bitcoin. Bis heute tauchen alle paar Wochen neue angebliche Indizien auf, wer die Blockchain des BTC damals erfunden haben soll. Bestätigen konnte man bis dato keine einzige Story. Der oder die Erfinder ziehen es vor, ihren Namen lieber nicht preiszugeben.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.