Regisseur Terry Gilliam unterstützt Julian Assange

Der Regisseur Terry Gilliam, bekannt geworden unter anderem als Mitbegründer der Komikertruppe „Monty Python“, will WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange finanziell unterstützen. Das Ziel: genug Geld für eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte.

Drei Jahre in der Botschaft sind genug

Julian Assange harrt seit nunmehr gut drei Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London aus, da er nicht nur eine Strafverfolgung durch die schwedischen Behörden, sondern auch eine anschließende Auslieferung an die USA fürchtet. Drei Jahre seien genug, befindet Gilliam in Anbetracht dessen in einem Facebook-Posting. Der Künstler will sich dafür einsetzen, Assange ein sicheres Verlassen der Botschaft zu ermöglichen.

JULIAN ASSANGE HAS HAD A 3 YEAR STRETCH IN THE ECUADOR EMBASSY – ENOUGH!! We are taking his case to the European Court of Human Rights. It costs money. Please help.(https://fundrazr.com/campaigns/45DZ1

Posted by Terry Gilliam on Tuesday, 22 September 2015

Der „Julian Assange Defence Fund“

„Wir bringen seinen Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Und das kostet Geld. Wir bitten um Hilfe,“ so Gilliam. Zu diesem Zweck wurde eine Spendenkampagne auf der Plattform fundrazr eingerichtet. Das Geld geht nicht an das eigentliche Kerngeschäft von WikiLeaks, sondern in einen speziell für die Gerichtskosten von Julian Assange eingerichteten „Julian Assange Defence Fund„. Das wird auf der Spenden-Website auch an mehreren Stellen betont. Der für die Verteidigung der WikiLeaks-Aktivisten bestimmte Treuhandfonds wurde angeblich von den Assange-Verteidigern John Pilger, Susan Benn und Professor Gavin MacFadyen, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Derek Rothera sowie dem Unternehmen LLP gegründet.


Bislang haben die Assange-Unterstützer knapp 34.000 britische Pfund – umgerechnet rund 46.000 Euro – eingenommen. Gut 1100 Menschen haben sich mit Spenden beteiligt. Terry Gilliam selbst hat laut fundrazr 5000 Pfund (etwa 7000 Euro) gespendet.

Wäre eine Klage erfolgreich?

Auf einem ganz anderen Blatt als die finanzielle Unterstützung steht natürlich die Frage, ob die von Assanges Unterstützern erwogene Klage Erfolg haben könnte. Bislang konnten die Mitstreiter des ebenso bekannten wie kontroversen Australiers noch keine wirklich überzeugende Strategie vorlegen. Zudem konnte das Argument, Assange habe, wenn er sich den Schweden stelle, eine Auslieferung an die USA zu befürchten, bisher nur wenige Juristen überzeugen. Somit bleibt abzuwarten, wie sich diese Angelegenheit entwickeln wird.

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