Kryptowährungsexperte half Nordkorea beim Umgehen von Sanktionen

Ein US-Amerikaner half Nordkorea, mittels Kryptowährungen geltende Sanktionen zu umgehen. Dazu bekannte er sich nun schuldig.

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Ein Kryptowährungsexperte, der einen Vortrag in Pjöngjang hielt, gab zu, Nordkorea beim Umgehen von Sanktionen geholfen zu haben, berichtet BBC. Er bekannte sich am Montag schuldig.

Geldwäsche mit Kryptodevisen und Blockchain

Kryptodevisen werden auch zur Geldwäsche eingesetzt. Dass dies nicht nur im kleinen Rahmen, sondern auch in internationalen Größenverhältnissen stattfindet, zeigt der vorliegende Fall. Virgil Griffith, ein früherer Wissenschaftler der Ethereum Foundation, bekannte sich am Montag in einem Gerichtsverfahren schuldig. Er soll Nordkorea geholfen haben, geltende Sanktionen zu umgehen. Das US-Justizministerium sagte, er habe mit seinem Verhalten „die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten“ gefährdet. Sein Verteidiger sagte dem Wall Street Journal, dass Griffith „zutiefst reumütig“ sei.

Festnahme bei Rückkehr aus Nordkorea

Im April 2019 nahm Griffith an der „Pyongyang Blockchain and Cryptocurrency Conference“ teil, zusammen mit etwa 100 anderen Besuchern. Sein ursprüngliches Gesuch, Nordkorea besuchen zu dürfen, wurde abgelehnt. Daher reiste er über China ein. Sieben Monate später wurde er am Los Angeles International Airport festgenommen. Die Strafverfolgungsbehörden warfen ihm vor, auf der Konferenz eine Präsentation über Blockchain-Technologie und Kryptodevisen gehalten zu haben. Die nordkoreanischen Behörden segneten seine Themenbereiche ab. Zusätzlich soll er an Diskussionen teilgenommen haben, die sich um Geldwäsche und das Umgehen von Sanktionen mittels Kryptowährungen gedreht haben sollen.

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Vitalik Buterin schlägt sich auf Griffiths Seite

Nach Griffiths Festnahme eröffnete Vitalik Buterin, ein Mitbegründer der Ethereum-Kryptowährung, eine Petition zu Griffiths Gunsten. Allerdings konnte sie nur moderate Aufmerksamkeit erlangen. Im dazugehörigen Twitter-Thread zeigte sich Buterin davon überzeugt, dass Griffith unschuldig sei, wäre seine Reise nach Nordkorea doch aus persönlichen Gründen motiviert gewesen. Zudem wolle er Griffith nicht „hinhängen„, denn er sei „fest davon überzeugt, dass es falsch wäre„.

Griffith kann bis zu 20 Jahre Haft auferlegt bekommen

Jedoch bekannte sich Griffith am Montag schuldig, den US International Emergency Economic Powers Act missachtet zu haben, um Nordkorea Dienste zu erweisen. Diese beinhalteten laut US-Justizministerium Ratschläge, um mittels Blockchain-Technologie und Kryptodevisen Sanktionen zu umgehen. Auch habe sein Vortrag davon gehandelt, wie Blockchain-Technologie und im Speziellen Smart Contracts der DPRK (Nordkorea) zugute kommen könnten. Dies schloss auch Verhandlungen mit den USA über Atomwaffen mit ein.

Der Schuldspruch wird im Januar verkündet.

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