Klick, Klick, weg: Pirateriebekämpfung 2.0

Dass Piraterie ein fortwährend wachsendes Problem für die Filme-, Software- und Spieleindustrie ist, weiß man ja. Dafür braucht man nur mal den Begriff „Spiel XY Crack kostenlos“ bei der Suchmaschine seiner Wahl einzugeben. Das freut die Einen, ärgert Dritte und kostet die Industrie natürlich viel Zeit, Nerven und einen Haufen Geld. Jetzt hat man sich beim Thema Pirateriebekämpfung mal etwas Neues einfallen lassen…


MPA LogoLinks zu rechtswidrigen Inhalten sind in sozialen Netzwerken nur schwer auffindbar

Der Grund dafür ist einfach Denn auch bei Social Media wird das Verbreiten von Piraterie-Inhalten immer beliebter. Derartige Links bleiben bestehen, außer jemand meldet sie. Dennoch ist ein solcher Inhalt im Datenchaos der sozialen Medien schwer zu finden. Facebook kann man nicht so einfach durchforsten, wie beispielsweise bestimmte Bereiche eines Forums.

Doch nehmen wir zum Beispiel ein anderes, großes und prominentes Problem. Die allseits verabscheuten Hasskommentare, die sich auch auf Twitter, Facebook und Co. häufen, werden verhältnismäßig schnell gefunden und entfernt. Dennoch kann niemand mit einhundertprozentiger Sicherheit sagen, dass ein Kommentar nun bösartig gemeint ist, oder doch nicht. Zwar sind Piraterie-Inhalte in mancherlei Hinsicht verletzend für die Industrie, doch man behandelt sie nicht wie Hassinhalte, sehr zur Freude der Piraten natürlich.

Da viele soziale Netzwerke ihren Hauptsitz in den Vereinigten Staaten haben, unterliegen sie der amerikanischen Rechtssprechung. Dort werden sie laut Sektion 230 des amerikanischen Telemediengesetzes von der Haftung für Piraterie-Inhalte befreit.

Betreiber sozialer Netzwerke sollen Copyright-Verletzungen wie Hasskommentare behandeln

dmcaWie Torrentfreak berichtet, hat der Verband der Filmstudios MPA ganz neue Pläne. Die Motion Picture Association fordert, dass die „Sozialen Riesen“ mehr gegen die Piraterie unternehmen sollen, als nur auf „DMCA Takedown-Notices“ zu reagieren. Twitter soll zum Beispiel mehr als eine halbe Millionen Konten wegen Hasskommentaren und Hassinhalten suspendiert haben, indem sie künstliche Intelligenz einsetzten. Warum also nicht dieselbe Technologie nutzen, um illegalen Inhalten den Kampf anzusagen?

Da die MPA aktuell bemängelt, dass die Betreiber nicht genug gegen die Piraterie unternehmen, könnte sich dies möglicherweise bald ändern. Es ist allerdings fraglich, ob man sie derzeit nach US-Recht überhaupt dazu zwingen könnte.

Mögliche Folgen der Pirateriebekämpfung 2.0

Doch was heißt das jetzt für mich als Nutzer?! Das bleibt noch abzuwarten. Wir werden sehen, ob bzw. wann sich die sozialen Netzwerkgiganten gefügig zeigen und ihre Systeme zur Erkennung von Inhalten ausbauen. Kommt eine solche Pirateriebekämpfung überhaupt? Es wäre auf jeden Fall sehr bedenklich, wenn demnächst noch ein Algorithmus jedes unserer Postings analysiert. Alles was wir schreiben, würde man dann auch automatisch in Punkto Urheberrecht auswerten. Entweder die rechtswidrigen Inhalte werden dann direkt gelöscht. Oder in der Folge sogar unser Account vom sozialen Netzwerk gesperrt. So oder so hätte das mit einem freien Internet nicht mehr viel gemeinsam.

Tarnkappe.info

Beitragsbild von Prateek Katyal bei Unsplash

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