Kanzlei Prof. Dr. Lehmann & Prof. Dr. Winter: Fake-Abmahnungen verbreiten Trojan.Win32.Nymaim

Altes Muster, neue Absender. Seit mehreren Tagen tauchen massenweise Fake-Abmahnungen verschiedener Rechtsanwaltskanzleien auf, die es gar nicht gibt. Die Empfänger sollen die ZIP-Datei “Streming-Mahnung” auspacken, um eine infizierte COM-Datei zu starten. Im Anhang verbirgt sich angeblich eine Unterlassungserklärung nebst anderer Angaben der Abmahn-Kanzlei.

Die gefakten Abmahnungen greifen offenbar erneut auf bestehende Datensätze vergangener Hacks zu. So werden die Angeschriebenen jeweils mit dem korrekten Vor- und Nachnamen angesprochen.

Uns kontaktierte ein Leser, der in einer P2P-Tauschbörse angeblich das urheberrechtlich geschützte Werk “From Teen Ass To Teen Mouth 5 DVD” unerlaubt verbreitet haben soll.

Spiegelbest

Als Mandant wird die Betreibergesellschaft der Video-Plattform Brazzers genannt. Das ist aber nicht die wie im Schreiben angegebene, Brazzers Videos. Zuständig wäre die MG Premium bzw. MG Billing Ltd. Dahinter verbirgt sich das Unternehmen MindGeek, welches früher als der Manwin Medien-Konzern bekannt war.

Zu den Schadenersatzansprüchen von 840,53 Euro addiert sich im Schreiben noch die Pauschale für die Ermittlung der IP-Adresse (90 Euro), die Kostennote (132,12 Euro) und last, but not least die Pauschale für Post und Telekommunikation in Höhe von knapp 20 Euro. Die Angaben sind nicht unrealistisch, eine Abmahnung per E-Mail kann rein theoretisch durchgeführt werden. In der Praxis werden die meisten Abmahnungen auf dem postalischen Weg verschickt.

Das Verbraucherschutzportal Onlinewarnungen.de hat am heutigen Montag eine Liste möglicher Absender veröffentlicht. Die Aufzählung von Kanzleien, betroffener Werke und der angeblichen Auftraggeber ist so lang wie einfallsreich. Bei den Firmen mag sich so mancher an das “Who is Who” der Pr0N-Industrie erinnert fühlen.

 

Fake-Abmahnung inklusive Trojan.Win32.Nymaim erhalten? Was tun?

Auf gar keinen Fall vor lauter Schreck den Anhang öffnen. Das ist ja genau das, was die Täter wollen. Man soll sich schämen und den Kopf verlieren, weil man angeblich beim Download von peinlichen Videos erwischt wurde. Kaspersky Lab identifiziert die COM-Datei als den Trojan.Win42.Nymaim. Was tun? Die E-Mail mit den Listen von Onlinewarnungen.de vergleichen und dann einfach löschen!

Unser Leser war so schlau und hat sich die ausführbare Datei innerhalb einer Sandbox angesehen, um eine Infektion seines Systems zu vermeiden. Um letzte Gewissheit zu erhalten, schrieb er die Redaktion gestern in unserem öffentlichen Telegram-Kanal an. Hier die ungekürzte E-Mail, die er kürzlich erhielt.

 

Sehr geehrte/r Vorname Nachname (Max Mustermann o.ä.),

der Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Verletzung des Urheberrechts an dem Werk „From Teen Ass To Teen Mouth 5 DVD“. Unserer Mandantin „Brazzers Videos“ steht das einzige Recht zu, dieses Werk zu verbreiten (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht wurde durch die Übertragung des Streams des betreffenden Werkes über Ihren Internetanschluss verletzt.

Weiter aufgelisteten Daten konnte die seitens unserer Auftraggeber beauftragter Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher dokumentieren:

Produktname: From Teen Ass To Teen Mouth 5 DVD
IP-Adresse: 65.108.20.20
Datum/Uhrzeit: 25.08.2018 23:36:06
Benutzerkennung: 1591042390

Unsere Mandantin hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 82188 93387/501 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

Die beim Streamen des genannten Werkes technisch notwendige Zwischenspeicherung stellt ein Vervielfältigen nach § 16 UrhG dar und steht ausschließlich dem Urheber bzw. dem Rechteinhaber zu. Hierfür spielt es keine Rolle, ob das Werk dauerhaft oder nur vorübergehend gespeichert wird. Eine rechtmäßige Nutzung der Raubkopie (§ 44a UrhG) ist ohne Genehmigung des Urhebers nicht möglich (vgl. AG Leipzig, Urteil vom 21.12.2011 – Az. 200 Ls 390 Js 184/11).
Eine erlaubte Vervielfältigung zum privaten Gebrauch (§ 53 UrhG) kommt hier von vornherein nicht in Betracht, da eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet worden ist. Daher hat unsere Mandantschaft gegen Sie einen Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz (§ 97 UrhG). Weiterhin hat unsere Mandantschaft gegen Sie den Anspruch auf Vernichtung aller bei Ihnen noch befindlichen rechtswidrigen Kopien (§ 98 UrhG).

Pauschale für Post und Telekommunikation: 19,47 Euro
Geschäftsgebühr §§ 13, 14: 132,12 Euro
Schadenanspruch: 840,53 Euro
Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung – pauschal: 90,00 Euro
Gegenstandwert: 57667,00 Euro

Die gespeicherten Daten, Unterlassungserklärung sowie die Bankdaten und unsere Kontaktdaten finden Sie in der beigefügten Datei.

 

Mit freundlichen Grüßen

Kanzlei Prof. Dr. Lehmann & Prof. Dr. Winter

 

Beitragsbild von Gem & Lauris RK @ Unsplash.com, thx! (CC0 1.0)

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Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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9 Kommentare

  1. Stephan sagt:

    Ein solches Schreiben habe ich zufällig im SPAM gefunden. Abgesehen davon, dass die im Schreiben genannte Adresse seit längerem nicht mehr stimmt, finde ich den Zeitpunkt sehr interessant.

    Datum/Uhrzeit: 13.08.2018 23:66:35
    Benutzerkennung: 4956555860

    Also an dem Tag selbst war ich im Urlaub. Die Uhrzeit finde ich zudem sehr merkwürdig.

  2. Holger sagt:

    Eine seriöse Anwaltskanzlei schreibt keine Briefe / Emails in so einem schlechten Deutsch.
    Die Email kam von der Rechtsanwaltschaftsgesellschaft Müller und Prof. Dr. Walter

  3. Mimle sagt:

    Heute bei mir im Postfach gelandet:

    Sehr geehrte/r xxxxxxxxxxx,

    der Grund unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Verletzung der Urheberrechte an dem Objekt “Anal Behvior DVD”. Unserer Mandantin “Arch Media” steht das ausschließliche Recht zu, dieses Werk zu verbreiten (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht wurde durch die Übertragung des Streams des betreffenden Werkes über Ihren Internetanschluss verletzt.
    Weiter aufgelisteten Daten konnte die seitens unserer Auftraggeber beauftragter Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher rechtlich dokumentieren:

    xxxxxxxxxxx
    xxxxxxx
    xxxxxxxx

    Produktname: Anal Behvior DVD
    Datum/Uhrzeit: 13.08.2018 21:06:24
    Benutzerkennung: 98235526440
    IP-Adresse: 70.14.22.20

    Unserer Mandant hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 46551850-861 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

    Aufgrund der Zuordnung der oben bezeichneten IP-Adresse zu Ihrem Internetanschluss besteht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Inhaber für die Rechtsverletzung verantwortlich ist. Dies hat der Bundesgerichtshof jüngst in seiner Morpheus-Entscheidung am 15.11.2012 bestätigt (Az. I ZR 74/12). Als Anschlussinhaber müssen Sie sich auch das Verhalten Dritter zurechnen lassen. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 12.05.2010 (Az. I ZR 121/08) entschieden, dass der Betrieb eines nicht ausreichend gesicherten WLAN-Anschlusses adäquat kausal für Urheberrechtsverletzungen ist, die unbekannte Dritte unter Einsatz dieses Anschlusses begehen.
    Im Rahmen der sekundären Darlegungs- und Beweislast ist von Ihnen darzulegen und zu beweisen, dass ausreichende Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden. Als Anschlussinhaber haften Sie daher zivilrechtlich für die Rechtsverletzung. Die unerlaubte Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke wird gemäß § 106 UrhG zudem mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bestraft.

    Schadenanspruch: 871,93 Euro
    Pauschale für Post und Telekommunikation: 17,44 Euro
    Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung – pauschal: 60,00 Euro
    Geschäftsgebühr §§ 13, 14: 114,56 Euro
    Gegenstandwert: 87087,00 Euro

    Die gespeicherten Daten, Unterlassungserklärung sowie die Bankdaten und unsere Kontaktdaten ersehen Sie in der angehängten Datei.

    Mit freundlichen Grüßen
    Kanzlei Prof. Dr. Lehmann + Prof. Dr. Winter GbR

    Die Adresse ist schon seit Jahren veraltet. Und ich frage mich ernsthaft, wie die auf die Irrsinssumme des Gegenstandwertes kommen *vogelzeig*

  4. Tor Mahn sagt:

    Die Liste der ganzen Absender der gefakten Abmahnung, dazu kommen einige Kombinationen, die hier noch gar nicht aufgeführt sind:

    Kanzlei Dr. Lehmann + Prof. Dr. Winter AG
    Rechtsanwälte Schmidt + Prof. Dr. König AG
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schmitt und Prof. Dr. Franke mbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Herrmann + Vogt GbR
    Rechtsanwaltsgesellschaft Dr. Herrmann und Prof. Dr. Vogt
    Rechtsanwaltsgesellschaft Dr. Krause und Ludwig GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Hofmann und Roth GmbH
    Kanzlei Dr. Müller + Walter GbR
    Kanzlei Herrmann und Prof. Dr. Vogt AG
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schmitz & Schuster GmbH
    Rechtsanwälte Meyer + Dr. Fuchs mbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Werner & Albrecht AG
    Rechtsanwälte Prof. Dr. Müller und Walter AG
    Rechtsanwälte Dr. Meyer und Fuchs GmbH
    Kanzlei Dr. Becker und Scholz
    Kanzlei Dr. Hofmann & Roth GmbH
    Kanzlei Lehmann & Dr. Winter AG
    Rechtsanwälte Müller und Dr. Walter mbH
    Kanzlei Krause & Prof. Dr. Ludwig GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Hoffmann & Möller
    Rechtsanwälte Dr. Richter + Hahn mbH
    Kanzlei Schwarz & Winkler GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Weber und Kaiser mbH
    Rechtsanwälte Herrmann & Prof. Dr. Vogt AG
    Rechtsanwaltsgesellschaft Wolf & Dr. Friedrich mbH
    Rechtsanwälte Prof. Dr. Werner + Albrecht mbH
    Rechtsanwälte Werner & Prof. Dr. Albrecht mbH
    Kanzlei Prof. Dr. Meyer und Fuchs GbR
    Kanzlei Dr. Hartmann und Lorenz AG
    Kanzlei Hartmann + Dr. Lorenz AG
    Rechtsanwälte Dr. Krüger und Beck GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Wagner & Peters mbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Dr. Köhler & Krämer AG
    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Lange + Baumann
    Rechtsanwälte Prof. Dr. Lange + Dr. Baumann GbR
    Kanzlei Prof. Dr. Becker + Scholz GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schulz und Prof. Dr. Lang GmbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schmitt + Dr. Franke GbR
    Rechtsanwaltsgesellschaft Dr. Hofmann + Roth
    Kanzlei Köhler & Dr. Krämer
    Rechtsanwälte Prof. Dr. Herrmann + Dr. Vogt mbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Herrmann + Prof. Dr. Vogt GbR
    Rechtsanwälte Werner + Prof. Dr. Albrecht
    Kanzlei Schneider & Mayer GmbH
    Kanzlei Zimmermann & Frank GmbH
    Kanzlei Neumann und Prof. Dr. Keller
    Kanzlei Dr. Hoffmann + Möller mbH
    Rechtsanwaltsgesellschaft Klein & Prof. Dr. Vogel
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schmidt & König
    Rechtsanwälte Dr. Schwarz + Dr. Winkler
    Kanzlei Maier & Dr. Schumacher
    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Bauer & Schubert GbR
    Kanzlei Schulze und Prof. Dr. Martin GmbH
    Kanzlei Schulz und Lang GbR
    Kanzlei Dr. Braun & Dr. Berger AG
    Rechtsanwälte Müller und Walter GmbH
    Rechtsanwälte Schmidt und König
    Rechtsanwälte Dr. Becker und Scholz AG
    Kanzlei Lehmann + Dr. Winter mbH
    Rechtsanwälte Prof. Dr. Fischer und Dr. Huber
    Rechtsanwaltsgesellschaft Schröder + Prof. Dr. Günther GmbH
    Kanzlei Wolf und Friedrich GbR Streming Abmahnung

  5. FH sagt:

    Bei mir gibt sich der Absender als “Kanzlei Lehmann und Winter GmbH” aus und schreibt vor die vermeintliche IP Adresse auch noch meine komplette Postanschrift.
    Solangsam wir es echt dreist!

  6. dievo sagt:

    Habe heute die gleiche Email bekommen. Vielen Dank für Aufklärung. Habe die Email gleich gelöscht.

  7. Karli sagt:

    Ein ähnlicher Fall. Wie Schade für die nur, dass die “Streming” schrieben… :)

    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Meier & Böhm GmbH Streming Abmahnung vom 08.09.2018

    Sehr geehrte/r XXXXXXXXXX

    der Anlass unserer Beauftragung ist eine von Ihrer Internetverbindung aus begangene Verletzung des Urheberrechts an dem Projekt „Anal Players 5 DiSC2 DVD“. Unseren Auftraggeber „X-Art Films“ steht das einzige Recht zu, dieses Werk zu vervielfältigen (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht wurde durch die Übertragung des Streams des genannten Werkes über Ihre Internetverbindung verletzt.

    Weiter aufgelisteten Daten konnte die seitens unserer Mandantschaft beauftragter Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher speichern:

    IP-Adresse: 87.28.41.33
    Datum/Uhrzeit: 09.08.2018 23:32:44
    Benutzerkennung: 02434677911
    Produktname: Anal Players 5 DiSC2 DVD

    Unsere Mandantin hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 6470 4495-491 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

    Aufgrund der Zuordnung der oben bezeichneten IP-Adresse zu Ihrem Internetanschluss besteht ein Anscheinsbeweis dafür, dass der Inhaber für die Rechtsverletzung verantwortlich ist. Dies hat der Bundesgerichtshof jüngst in seiner Morpheus-Entscheidung am 15.11.2012 bestätigt (Az. I ZR 74/12). Als Anschlussinhaber müssen Sie sich auch das Verhalten Dritter zurechnen lassen. Der Bundesgerichtshof hat mit Urteil vom 12.05.2010 (Az. I ZR 121/08) entschieden, dass der Betrieb eines nicht ausreichend gesicherten WLAN-Anschlusses adäquat kausal für Urheberrechtsverletzungen ist, die unbekannte Dritte unter Einsatz dieses Anschlusses begehen.
    Im Rahmen der sekundären Darlegungs- und Beweislast ist von Ihnen darzulegen und zu beweisen, dass ausreichende Sicherungsmaßnahmen getroffen wurden. Als Anschlussinhaber haften Sie daher zivilrechtlich für die Rechtsverletzung. Die unerlaubte Vervielfältigung urheberrechtlich geschützter Werke wird gemäß § 106 UrhG zudem mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren bestraft.

    Pauschale für Post und Telekommunikation: 12,38 Euro
    Gegenstandwert: 48375,00 Euro
    Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung – pauschal: 90,00 Euro
    Schadensersatz: 863,70 Euro
    Geschäftsgebühr §§ 13, 14: 316,20 Euro

    Die Beweisdaten, Unterlassungserklärung sowie die Bankdaten und unsere Kontaktdaten finden Sie in der beigefügten Datei.
    Mit freundlichen Grüßen
    Rechtsanwaltsgesellschaft Prof. Dr. Meier & Böhm GmbH

  8. Besserwisser sagt:

    Abmahnung per Email kann mann getrost, ohne zu lesen
    in den virtuellen Papierkorb befördern. Warum: Solche
    Email hat in keinster Weise einen “Rechtsanspruch”, da
    der Absender ohnehin nicht weiß ob und wann die Email
    gelesen wird, und nicht garantiert ist, das dieser den
    “Wisch” überhaupt liest. – daher kommt es als EMAIL!

    Wenn eine “korrekte” Abmahnung kommt, dann haben
    die das “Portogeld” über, und schicken ausführlich per
    Brief über das “Vergehen”. Dies ist nach meiner Erfahrung
    ein “großer” und dicker DIN-A4 Umschlag mit “Screenshots” etc., der schon vom Gefühl grundsätzlich nicht gutes ahnen lässt.

    Aber per Email, natürlich alles Panikmache, und wie Lars
    schon sagt, soll das den Email -Emfänger so unter Schock
    setzen, das aus Neugier doch die Email geöffnet wird.
    Nun, dann wird im Hintergrund ein Trojaner gestartet, der
    wahrscheinlich darauf zielt, die Kontrolle über deinen PC/Notebook zu übernehmen oder halt auch Passwörter
    auszulesen. Wer in diesem Moment keinen guten Viren-
    scanner aktiv hat, nun der hat wahrscheinlich kurz
    danach andere Probleme…


    • Die Frage „Hat eine Abmahnung per Email rechtliche Gültigkeit?“ kann mit einem klaren Ja beantwortet werden. Doch gibt es hier eine nicht zu unterschätzende Schwierigkeit. Denn wenn die Angelegenheit vor Gericht geht, ist der Arbeitgeber in der Pflicht zu beweisen, dass der Arbeitnehmer von seiner Abmahnung Kenntnis erhalten hat. Das ist das, was der Besserwisser meinte. Und das gilt nicht nur für das Arbeitsrecht: https://www.abmahnung.org/email/

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