K.im: Wird Kim Dotcoms neues Projekt eine “Copyright-Revolution”?

Article by · 5. September 2017 ·

Kim Dotcom hat vor kurzem sein neues Projekt vorgestellt, berichtet TorrentFreak. Mit dem K.im genannten, künftigen Service bietet er den Nutzern an, Inhalte hochzuladen und diese auf zahlreiche andere Portale, darunter Dropbox, Google Drive, Reddit, Storj und sogar Torrent-Seiten zu verteilen, wobei K.im auch als Marktplatz fungieren soll: Uploader geben einen Preis für einen Download vor. Nach erfolgter Bezahlung wird der Download via K.im-App oder Browser-Erweiterung entsperrt. Transaktionen sollen über Dotcoms eigenen Zahlungsdienstleister Bitcache getätigt werden, eine Micropayment-Lösung, die auch von Kim Dotcom entwickelt wurde. So kann in verschiedenen Währungen gezahlt werden, gespeichert werden sie jedoch in Form von Bitcoin-Transaktionen. Käufer und Uploader sollen auf diese Weise anonym bleiben können.


Kim Dotcom preist seinen neuen Service als “Copyright-Revolution” an. Es sollte eine Win-Win-Lösung für unabhängige Schöpfer, Rechteinhaber und User werden, die urheberrechtlich geschützten Content verwenden möchten: “Ich arbeite für beide Seiten”, meint Dotcom. Urheber sollen über seine Plattform “Piraterie monetarisieren” können, sofern sie mit ihr zusammenarbeiten: “Da jede Datei ein Laden ist, spielt es keine Rolle, wo es endet”, sagt er weiter. Werden von einer dritten Person geschützte Inhalte, wie Filme, Lieder oder Bilder hochgeladen, sollen Rechteinhaber darauf Anspruch erheben können. Sie erhalten dann sowohl die Kontrolle über das Angebot, als auch über alle eingehenden Zahlungen und können zudem den Preis ändern. Dotcom betont, dass Urheber und Uploader gleichermaßen davon profitieren können, da sie Affiliate-Gebühren erhalten würden, auch nachdem eine Raubkopie von einem Rechteinhaber geltend gemacht wird.


Kim Dotcom hat das Prinzip seines neuen Projektes an einem Beispiel verdeutlicht: Lädt ein Anbieter eine neue Folge von “Game of Thrones” auf die Plattform, so soll HBO diese für sich beanspruchen können, um damit Geld einzunehmen. Der Uploader wiederum bliebe unerkannt und folglich auch von rechtlichen Konsequenzen verschont. Dotcom meint dazu völlig unbescheiden: “Es ist der heilige Gral der Urheberrechtsverletzung. Es ist mein Geschenk für Hollywood, die Filmstudios und alle anderen.” Auf diese Weise solle Piraterie eingedämmt werden: “Ich denke, die Lösung für das Piraterie-Problem wäre, Inhalte weltweit zur gleichen Zeit, zum gleichen Preis anzubieten”, äußert er.


Dotcom glaubt, dass die Piraterie zum großen Teil durch ein Verfügbarkeitsproblem verursacht wird: Menschen können oft nicht die Inhalte finden, die sie suchen. So ist es K.im’s erklärtes Ziel, Dateien so breit gefächert wie möglich zu verteilen. Wenn Content-Inhaber eine Chance haben wollen, Piraterie in einer Welt zu bekämpfen, die es Piraten immer einfacher macht, Content anzubieten, wäre der beste gangbare Weg, jede Datei in einen Laden zu verwandeln: “Das ist wirklich neu – so etwas gibt es noch nicht.”, ist Dotcom überzeugt. Eine Demo-Version seiner Plattform war bereits am Dienstag (29.08.2017) verfügbar, es gab 185.000 Anfragen für den Zugang, aber nur 10.000 Einladungen wurden verschickt, berichtet die BBC. Der erwartete Starttermin steht noch nicht endgültig fest, aber der Dienst wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2018 starten.

Bildquelle: Video: Kim Dotcom – Party Amplifier Live – Konzert aus 2014.

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3 Comments

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    Papa Razzi

    glaube nicht, dass die Filmindustrie schon bereit ist, ihr Verwertungsmodell auf K.im umzustellen, vielleicht ein paar Musikanbieter? Eine millionenschwere Rechtsabteilung soll lt Dotcom ‘jeden Bit’ absichern.

    auch Bitcache ist alles andere als fertig. Das Prinzip, Kleinstbeträge erst zu sammeln und die Summe dann als Transaktion abzuwickeln, wird seit einiger Zeit von Blockchain, Blockstream, LightningNetwork und Ethereum probiert. Bitcoins SegWit Fork soll das für Lightning jetzt lösen.

    Um da weiterzukommen, hat Kim vor ein paar Tagen via Twitter nach Entwicklern, oder besser ‘Blockchain Gods’ für Bitcache angefragt.

    Auch via Twitter wurden ICO Finanzierungsrunden für Oktober angekündigt, Pre-ICO am 3.October und für den 18.Oktober der ICO-Launch. Ein Paper dazu ist angekündigt, sicher auch für die Regulierer, die überall dem ICO-Hype mißtrauen.

    Zu Recht, ICOs waren ursprünglich zur dezentralen Verbreitung gedacht, aber nicht zur Finanzierung von Träumen. Mit den Token sollten dezentrale apps (dapps) gegen Gebühr weiterverbreitet werden.

    was kommt zuerst, K.im oder Kims Auslieferung, Wettvorschläge?

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    Ratzeputz

    Absurd. Erst Millionen für Urheberrechtsverletzungen kassieren, damit angeben wie ein Lude vom Hafenstrich und jetzt den Helden spielen?
    Andersrum wird ein Schuh draus: Herr Schmitz kommt in den Knast und macht Diät.

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      Manuel Bonik

      Auf den Knast würde ich nicht wetten. Wegen was denn?


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