K.im: Wird Kim Dotcoms neues Projekt eine „Copyright-Revolution“?

K.im, Dotcoms neueste Idee, ist eine Kombination aus Hostingportal und Marktplatz. User können digitale Inhalte hochladen und einen eigenen Preis bestimmen.

k.im

Kim Dotcom hat vor kurzem sein neues Projekt vorgestellt, berichtet TorrentFreak. Mit dem K.im genannten, künftigen Service bietet er den Nutzern an, Inhalte hochzuladen und diese auf zahlreiche andere Portale, darunter Dropbox, Google Drive, Reddit, Storj und sogar Torrent-Seiten zu verteilen, wobei K.im auch als Marktplatz fungieren soll: Uploader geben einen Preis für einen Download vor. Nach erfolgter Bezahlung wird der Download via K.im-App oder Browser-Erweiterung entsperrt. Transaktionen sollen über Dotcoms eigenen Zahlungsdienstleister Bitcache getätigt werden, eine Micropayment-Lösung, die auch von Kim Dotcom entwickelt wurde. Man kann in verschiedenen Währungen bezahlen. Man speichert die Transaktionen jedoch in Form von Bitcoin-Transaktionen. Käufer und Uploader sollen auf diese Weise anonym bleiben können.

Kim Dotcom stellt K.im vor

Kim Dotcom preist seinen neuen Service als „Copyright-Revolution“ an. Es sollte eine Win-Win-Lösung für unabhängige Schöpfer, Rechteinhaber und User werden, die urheberrechtlich geschützten Content verwenden möchten. „Ich arbeite für beide Seiten“, meint Dotcom. Urheber sollen über seine Plattform „Piraterie monetarisieren“ können, sofern sie mit ihr zusammenarbeiten. „Da jede Datei ein Laden ist, spielt es keine Rolle, wo es endet“, sagt er weiter. Werden von einer dritten Person geschützte Inhalte, wie Filme, Lieder oder Bilder hochgeladen, sollen Rechteinhaber darauf Anspruch erheben können.

Sie erhalten dann sowohl die Kontrolle über das Angebot, als auch über alle eingehenden Zahlungen und können zudem den Preis ändern. Dotcom betont, dass Urheber und Uploader gleichermaßen davon profitieren können. Sie erhalten die Affiliate-Gebühren. Auch dann, wenn ein Rechteinhaber eine Raubkopie geltend macht.

Die nächste Totgeburt?

Kim Dotcom hat das Prinzip seines neuen Projektes an einem Beispiel verdeutlicht. Lädt ein Anbieter eine neue Folge von „Game of Thrones“ auf die Plattform, so soll HBO diese für sich beanspruchen können, um damit Geld einzunehmen. Der Uploader wiederum bliebe unerkannt und folglich auch von rechtlichen Konsequenzen verschont. Dotcom meint dazu völlig unbescheiden: „Es ist der heilige Gral der Urheberrechtsverletzung. Es ist mein Geschenk für Hollywood, die Filmstudios und alle anderen.“ Auf diese Weise solle Piraterie eingedämmt werden: „Ich denke, die Lösung für das Piraterie-Problem wäre, Inhalte weltweit zur gleichen Zeit, zum gleichen Preis anzubieten“, äußert er. Doch kann k.im die geweckten Erwartungen erfüllen?


Dotcom glaubt, dass die Piraterie zum großen Teil durch ein Verfügbarkeitsproblem verursacht wird. Menschen können oft nicht die Inhalte finden, die sie suchen. So ist es K.im’s erklärtes Ziel, Dateien so breit gefächert wie möglich zu verteilen. Wenn Content-Inhaber eine Chance haben wollen, Piraterie in einer Welt zu bekämpfen, die es Piraten immer einfacher macht, Content anzubieten, wäre der beste gangbare Weg, jede Datei in einen Laden zu verwandeln.

„Das ist wirklich neu – so etwas gibt es noch nicht.“

Davon ist Dotcom überzeugt. Eine Demo-Version seiner Plattform k.im war bereits am Dienstag (29.08.2017) verfügbar, es gab 185.000 Anfragen für den Zugang, aber nur 10.000 Einladungen wurden verschickt, berichtet die BBC. Der erwartete Starttermin steht noch nicht endgültig fest, aber der Dienst wird voraussichtlich Mitte bis Ende 2018 starten.

Bildquelle: Video: Kim Dotcom – Party Amplifier Live – Konzert aus 2014.

Update:

Der Webseite kann man mittlerweile leider entnehmen, dass man dem eigenen Zeitplan ganz schön hinterherhinkt. Seit dem vierten Quartal 2019 ist bei k.im laut Roadmap nichts Neues mehr passiert.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.