Julian Assange warnt vor Clinton-Präsidentschaft

In einem Interview mit dem US-amerikanischen Blogger-Netzwerk „Salon“ äußerte sich WikiLeaks-Chefredakteur Julian Assange unter anderem zum Präsidentschafts-Wahlkampf in den USA. Dabei zeigte sich, dass Assange offensichtlich nicht viel von der demokratischen Kandidatin (und US-Außenministerin) Hillary Clinton hält: eine Präsidentschaft Clintons wäre „ein Desaster“, so der gebürtige Australier.

Grafik: Surian Soosay, thx! (CC BY 2.0)

Grafik: Surian Soosay, thx! (CC BY 2.0)

Julian Assange kritisiert Obama-Regierung wegen Verfolgung von Whistleblowern

Wenig überraschend zeigte sich Assange kritisch gegenüber der aktuellen US-Regierung unter dem demokratischen Präsidenten Barack Obama. Er verurteilte vor allem deren „harsche Repression gegenüber Whistleblowern und Journalisten, die sich mit nationaler Sicherheit befassen“. Seiner Ansicht nach sei dafür der Präsident selbst verantwortlich, da er Druck auf Justizminister Eric Holder ausübe, entsprechend gegen Whistleblower und Journalisten vorzugehen. In Bezug auf diesen Aspekt der Pressefreiheit sei Obama „der gemeinste Präsident“, den die USA jemals gehabt hätten, so Assange.

Clinton-Präsidentschaft wäre „desaströs“

Wer aber soll Obama, der bei den im Herbst anstehenden Wahlen nicht mehr wiedergewählt werden kann, ablösen? Für den linken Kandidaten der Demokraten, Bernie Sanders, zeigte Assange durchaus einige Sympathien. Er lobte vor allem Sanders‘ Einstellung zu den Exzessen der Wall Street und dem ausufernden Lobbyismus in den USA. In Bezug auf die Außenpolitik habe Sanders allerdings „eine Menge Probleme“, so Assange weiter. So sei der Politiker ein Befürworter des US-Militäreinsatzes in Afghanistan und der NATO-Kriege in Lybien und auf dem Balkan.

Harsche Kritik übte Assange an der eher gemäßigten Gegenkandidatin Hillary Clinton. Diese, so betonte der Aktivist, wäre eine „desaströse“ Präsidentin. Clinton sei nämlich ein ausgesprochener Falke und habe in der Vergangenheit die USA in Militär-Einsätze getrieben, die in dieser Form noch nicht einmal das Verteidigungsministerium befürwortet hätte. Der von Clinton durchgesetzte Militäreinsatz in Lybien sei im Chaos geendet; das Land habe keine funktionierende Infrastruktur und Extremisten gewännen zunehmend an Einfluss. „Wir können viele weitere Katastrophen erwarten, wenn Clinton Präsidentin wird,“ sagte Assange.

Keine Aussage zu den Kandidaten der Republikaner

Zu den republikanischen Kandidaten äußerte sich Assange nicht. Es ist aber leicht vorstellbar, dass der Aktivist kaum etwas nettes über Politiker, die sich gegenseitig mit Aussagen zur Folter von Terror-Verdächtigen überbieten, massive Militäreinsätze propagieren und gegen Whistleblower Edward Snowden ins Feld ziehen, zu sagen hätte.

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2 Kommentare

  1. Thomas sagt:

    Die Meinung Assange’s zu den demokratischen Präsidentschaftsbewerbern, wird dem überwiegenden Teil der Amerikaner sowas von herzlich egal sein – falls diese Aussage es überhaupt in das dortige öffentliche Meinungsbild schaffen sollte – das es schade um die Bytes war, die hierfür verplempert worden sind. Und sein Favorit wird auch niemanden überraschen. Gäbe es immer noch einen linkeren Kandidaten wäre der es gewesen. Aber Hauptsache er hat seinem Ego Zucker gegeben und glaubt (mal wieder) er würde etwas bewegen.

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