Intelexit: Positiver Start für Geheimdienst-Aussteigerkampagne

Die kürzlich gestartete Kampagne „Intelexit“ soll Geheimdienst-Mitarbeitern beim Ausstieg (und womöglich nachfolgendem Whistleblowing) helfen. Nach den ersten Tagen zogen die Initiatoren der Kampagne am heutigen Donnerstag eine positive Bilanz.

Intelexit-Plakat in Wiesbaden (Bildquelle: Intelexit, thx!)

Intelexit-Plakat in Wiesbaden (Bildquelle: Intelexit, thx!)

Intelexit: Eine Hintertür zur Demokratie

Die Kampagne „Intelexit“ will Geheimdienst-Mitarbeitern aufzeigen, dass ihre Arbeit schädlich für die Gesellschaft ist, und ihnen den Ausstieg aus dieser schattenhaften Welt erleichtern. Auf ihrer Website erklären die Initiatoren von Intelexit, die Geheimdienste hätten „ihren moralischen Kompass verloren“ und begehe unter dem Vorwand der nationalen Sicherheit schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen. Im Promotion-Video der Kampagne kommen unter anderem der bekannte (und bekanntermaßen Geheimdienst-kritische) IT-Sicherheitsexperte Bruce Schneier sowie einige Geheimdienst-Aussteiger zu Wort.

Um mehr potentielle Aussteiger zu erreichen, wirbt die Kampagne unter anderem mit Slogans wie „Mitschuldig an Massenüberwachung und Dronenkriegen? Verlasse den Geheimdienst jetzt“ oder „Demokratie braucht eine Hintertür“.  Diese wurden teilweise – durchaus logisch, aber für einige nach wie vor von ihrer Sache überzeugte Geheimdienstler wohl zweifellos auch provokant – direkt vor bekannten Geheimdienst-Einrichtungen, sei es in Wiesbaden, Darmstadt oder dem englischen Cheltenham, platziert. Einige mutige Aktivisten verteilten an diesen Standorten auch Flyer.

Aktivisten ziehen positive Startbilanz

Am heutigen Donnerstag zog Intelexit im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin eine positive Bilanz von den ersten Tagen des Projekts. Das Projekt sei erfolgreich angelaufen, teilten die Aktivisten mit. Es hätten sich ein großes Presseecho und erste Kontakte mit Mitarbeitern verschiedener Geheimdienste ergeben. Auch die auf der Website angebotenen Informationen würden häufig abgefragt. Details wollten die Verantwortlichen allerdings nicht nennen, um Aussteiger zu schützen.

Trotz aller positiven Aufmerksamkeit bleiben jedoch bei Intelexit einige Fragen offen – vor allem natürlich, wie ein Projekt, das sich so offen mit den Geheimdiensten anlegt, sich seinerseits durch eine Unterwanderung durch eben diese Dienste schützen will. Auf entsprechende Fragen hin halten sich die Verantwortlichen von Intelexit jedoch bedeckt. Womöglich ist auch das eine Schutzmaßnahme – wenn die Geheimdienste nicht genau wissen, ob und wie Intelexit sich schützt, fällt es ihnen unter Umständen schwerer, diese Schutzmaßnahmen zu umgehen. Man kann jedenfalls den Aktivisten wie auch eventuellen Aussteigern nur wünschen, dass die Verantwortlichen hinter Intelexit wissen, was sie tun.

Die hinter Intelexit stehende Idee ist zweifellos richtig und interessant. Ob das Projekt langfristig etwas verändern kann, muss sich jedoch noch zeigen.

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2 Kommentare

  1. Manuel Bonik sagt:

    Oder es ist ein Geheimdienstprojekt, um „unsichere Kandidaten“ herauszufiltern.

    • Tom sagt:

      Sicher. So unsicheren Kantonisten, wie Bruce Schneier, dem Peng! Kollektiv oder Thomas Drake kann man schliesslich nicht über den Weg trauen. Die hätten auch allen Grund dazu, sich als Spitzel zu betätigen. Erst recht innerhalb eines derart ausgeklügelten Masterplans!!1! WIe bist du da nur drauf gekommen? Das haben dir deine Freunde vom GEHEIMDIENST gesteckt, wie?
      Spione! Überall Spione!

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