Fuuze.com & Co: Abzocke statt grenzenlosem Entertainment?

Fuuze.com und weitere gleich aussehenden Portale bieten angeblich „unbegrenzten Zugang“ zu einem „vollständigen Angebot an Filmen, E-Books und Games“ an. Monatlich fallen dafür Gebühren in Höhe von 48 bis 57.84 EUR an. Verbraucherschützer warnen eindringlich vor dem Abschluss eines Abos. Viele Besucher leitet man überraschend von woanders dorthin.


Fuuze.com & diverse Klone wollen nur unser Bestes, unser Geld!

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz warnt eindringlich vor dem Abschluss eines Abos bei BlizzardTime.com, Fuuze.com, OnlineFunTime.com, Volterak.com und Poakita.com. In Bewertungsportalen berichten zahlreiche Nutzer, dass sie über ganz andere Webseiten auf einer der genannten Portale gelandet sind. Ein Surfer scannte den QR-Code für Apple-Music ein, jemand anderes wurde weitergeleitet, als er ein Update für sein Navi machen wollte. Wieder andere berichten von Weiterleitungen von ganz legalen Webseiten. Manchen Usern wurde lediglich ein Popup angezeigt. Darin fordert man sie dazu auf, ihre Kreditkartendetails für eine „kostenlose Mitgliedschaft“ einzugeben.

Doch dabei bleibt es nicht für lange. Die Verbraucherzentrale wirft den anonymen Betreibern intransparente Informationen und den mega kurzen Testzeitraum vor. Die Macher der gleich aussehenden Portale sollen aus den Niederlanden stammen. Die Seiten werden laut der Verbraucherzentrale RLP in Portugal gehostet. Hier werden übrigens noch mehr Domains aufgeführt, die man den gleichen Betreibern zuordnet.

Probe-Mitgliedschaft dauert zwei Stunden und weniger

Nach einer nur zwei Stunden (!!!) andauernden Probe-Mitgliedschaft erhalten die Nutzer von Fuuze.com mehrere E-Mails. Darin informiert man sie, dass man ihre Kreditkarte nun zum Preis eines Monatsabos belasten würde. Nach eigenen Angaben dauert die Probe-Mitgliedschaft aber eine Woche und nicht nur zwei Stunden lang. Manchmal hat man den Betrag sofort abgebucht. Den Verbraucherschützern in Rheinland-Pfalz liegen Beschwerden und Hinweise aus ganz Deutschland vor. Bei der Verbraucherzentrale und in Bewertungsportalen berichten die Nutzer übereinstimmend, dass sie auch nach eingehender Registrierung und Bezahlung keinen Zugriff auf die versprochene umfangreiche Inhalte-Bibliothek erhalten haben.

fuuze.com

Eigene Zahlungsdienstleister belasten die Kreditkarten

Wer seine Daten tatsächlich eingibt, dessen Kreditkarte wird innerhalb kürzester Zeit belastet. Die Macher rechnen über ihre eigenen Zahlungsdienstleister wie sayopay.com, cebapay.com, ginapay.com, fuzpay.com, arvopay.com, eikopay.com, fusapay.com, luomedia.eu u.v.m. ab. Die Hintermänner haben vorgesorgt. Bei der Registrierung prüft man die Richtigkeit der eingegebenen Kreditkartennummer zumindest oberflächlich. Wer falsche oder Fantasie-Daten eingibt, kommt nicht weiter. Außerdem berichten Kunden, dass man ihren Widerspruch einfach ignoriert hätte. Da bleibt wohl nur der Gang zur Polizei, um eine Anzeige zu erstatten. Mindestens genauso wichtig ist ein Anruf beim eigenen Kreditkartenunternehmen, um die Belastung so schnell wie möglich zu stornieren.

Grundsätzlich gilt: Gäbe es nicht genug Menschen, die auf die Webseiten mit dem schicken Design hereinfallen würden, hätte man die Tätigkeit mangels Umsatz sicher längst eingestellt. Und wenn zu viele negative Berichte im Internet auftauchen, eröffnen die Betreiber einfach weitere Klone mit neuen Namen.

Tarnkappe.info

 

Screenshots von Fuuze.com, thx!

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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