Meinung: Sind Raubkopierer alle reich? Was schadet der Industrie?

Artikel von · 30. Oktober 2014 ·
Cinedom Köln

Warteschlange im Cinedom Köln

Heute soll es um die Klärung folgender Fragen gehen: Sind Raubkopierer wirklich reich? Schaden illegale Downloads der Filmbranche wirklich so viel? Was gibt es eigentlich seitens der Unterhaltungsindustrie aufzuholen?

Fangen wir damit an, einmal den typischen Raubkopierer aus Sicht der Unterhaltungsindustrie und der GVU darzustellen. Es ist ein Mensch, der von Grund auf böse ist. Und der Millionen verdient mit illigalen Seiten wie eigenen Warezforen und selbst betriebenen Sharehostern. Denn der typische Raubkopierer – er teilt seine Einnahmen ungerne mit Dritten. Er möchte möglichst viel Geld für sich haben. Natürlich sitzt er in seiner 1000qm-Villa und fährt drei Autos. So richtige Luxusautos wie einen Mercedes SLS, Audi R5 oder Porsche 911. Aber der arme Schwarzkopierer hat natürlich keine Zeit diese Autos zu fahren, weil er ja den ganzen Tag damit beschäftigt ist, Dateien hoch- und herunterzuladen. Nicht zu vergessen: Er geht kaum ans Tageslicht, weil er Paranoia vor der GVU hat. So in etwa sieht der typische Raubkopierer für viele Vertreter der Kreativwirtschaft aus.Kinoprogramm Cinedom Köln

Jeder Raubkopierer ein millionenschwerer Verbrecher?

Natürlich entspricht dieses Bild nicht der Wahrheit, denn diese sieht ganz anders aus. Der „normale“ Raubkopierer scheffelt keine Millionen. Er schuftet wöchentlich 40-Stunden in der Woche und opfert darüber hinaus noch die 3-4 Stunden Zeit am Tag, um Raubkopien auf Filehoster hochzuladen.

Dabei hat der typische Raubkopierer natürlich Kosten, die er größtenteils selber bezahlt. Dazu gehört der Server, 1-2 FTP-Server oder Premiumzugänge bei Sharehostern, damit er sich die Dateien von anderen Raubkopierern herunte- und wieder hochladen kann.

Der typische Raubkopierer ist auch kein Profi, der mit vollautomatischen Scripts arbeitet. Vielen geht es mehr um den Spaß an der Freude. Oder halt darum, Personen Filme zur Verfügung zu stellen, die sich den Kinoeintritt nicht leisten können. Die meisten Leute der Szene sind froh, wenn sie am Ende des Monats mit ihren Uploads schwarze Zahlen schreiben können. Vielleicht entstehen 50 Euro Gewinn, den die Person in eine Kinokarte oder DVD investiert. Nicht vergessen: die meisten Schwarzkopierer sind Fans der Medien, die sie im Internet illegal verbreiten.

Der normale Raubkopierer verdient mit seinem Hobby sicher keine Millionen Euro. Ich spreche da aus Erfahrung, schließlich war ich bis Mitte 2013 selbst einer dieser bösen Raubkopierer. Mir ging es persönlich nie darum mir meine eigenden Taschen zu füllen. Ich habe es auch eher aus Spaß gemacht. Die Unterhaltungsindustrie denkt aber wirklich so. Alle Raubkopierer sind von Grund auf böse und nur auf Profit aus.

kinox.toWie viel Schaden richten Schwarzkopien an?

Ändern wir an dieser Stelle einmal das Thema. Schaden Raubkopien der Unterhaltungsindustrie wirklich soviel, wie sie uns weißmachen? Ich sage nein. Ich sehe es eher so, dass sie ihnen sogar was bringen. Denn viele Zuschauer, die sich einen Kinofilm illigal besorgen, gehen später sogar eher in ein Kino, weil ihnen auf Dauer die Qualität von einem CAM- oder TS-Release zu schlecht ist. Oder sie gehen vielleicht doch nicht ins Kino, weil sie nur mal kurz in den Film hineinschauen wollen, ob sich ein Besuch wirklich lohnt. Denn viele Kinofilme sind heutzutage einfach auch nur schlecht.

Das soll natürlich kein Grund sein, sich diesen vorher zu beschaffen. Aber ich habe es schon immer so gemacht. Und wenn ein Film wirklich groß angepriesen wird und damit geworben wird, er sei der beste – so hat sich oft das Gegenteil herausgestellt. Wenn der Film tatsächlich schlecht ist, gehe ich einfach nicht ins Kino. Bei einem guten Film gehe ich und bezahle auch gerne dafür.

Wenn die Unterhaltungsindustrie behauptet, sie verdient kein Geld wegen der Schwarzkopien, dann ist das schlicht und ergreifend eine billige Ausrede. Was macht ihr wenn eigentlich, wenn es keine Raubkopien mehr gibt. Sind dann Portale die Kritiken schreiben daran schuld, dass niemand ins Kino geht? Ist eine Sau weg, wird dann halt die nächste durchs Dorf getrieben. So kann ich mir dann vorstellen.

Was müsste die Filmbranche anders machen?

Einige Branchen der Unterhaltungsindustrie haben ja schon umgedacht, die Musikbranche zum Beispiel. Streamingdienste wie Spotify, Simfy, Deezer oder andere sind erfolgreich. Ich höre schon lange Streams und kaufe Alben nur dann, wenn sie mir gefallen. Alles andere läuft halt im Browser und dafür zahle ich dann auch gerne 10 Euro im Monat.

gvu kreativwirtschaft cybercrime RaubkopiererAber warum gibt es ein solches Modell nicht auch bei Filmen? Klar gibt es die schon. Aber das Angebot und der Markt ist gespalten in mehere Anbieter wie Amazon Instant Video, Watchever, Netflix, Maxdome und Co. Und selbst bei allen Anbietern zusammen wird bei weitem nicht alles abgedeckt. Ich bräuchte überall einen Account, will ich auf möglichst viele Filme zugreifen. Selbst dann bleiben zahlreiche Kinofilme außen vor. So fehlen oft aktuelle Kinofilme, TV-Serien im Originalton und vieles mehr. Bei fünf Anbietern kommen locker 50 Euro Kosten monatlich auf mich zu.

Das kann sich kein Normalverdiener heutzutage leisten, Menschen an der Armutsgrenze erst recht nicht. Da zahle ich ehrlich gesagt lieber 10 € für einen Account bei einen Sharehoster und bin rundum abgedeckt an Filmen und Fernsehserien. Derzeit verfüge ich auch über einen Account bei Amazon Instant Video und für eine Testphase bei Netflix. Ich bin vom Angebot aber eher enttäuscht.

kinox.to RaubkopiererWas ich mir persönlich wünschen würde, wäre eine Flatrate wo normale Filme plus Serien für 10-20€ auf einer einzigen Plattform verfügbar wären. Und wo man gleichzeitig zum Kinostart auch auf dieser Plattform den Kinofilm optional für 5 Euro kaufen könnte. So etwas würde ich persönlich auch nutzen.

Die Filmindustrie würde trotzdem noch genug verdienen. Von daher muss man sich nicht wundern, wenn Portale wie KinoX.to & Co. boomen. Sie füllen im Prinzip nur die Lücke aus, die die Filmindustrie verschlafen hat.

Anbei noch ein schönes Lied am Ende über das oben beschriebene Klischee:

Bildquellen: Lars Sobiraj, GVU, KinoX.to, Thomas Berg (CC BY-SA 2.0).

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9 Kommentare

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    Zum Thema legale Alternativen:
    Ich kenne die Angebote der Konkurrenz nicht, aber Amazon Instant Video ist eine absolute Katastrophe. Letztens musste ich mir als zahlender Prime-Kunde(!) eine für jeden kostenlos(!) angebotene Amazon Eigenproduktion(!) auf kinox.to anschauen, weil amazon.de sie nur mit deutschen forced subs und amazon.com für Nutzer mit deutscher IP überhaupt nicht anbietet.

    Anders gesagt: Amazon produziert etwas, bewirbt es und wenn man es dann als zahlender Kunde haben will, gibt es keine legale Möglichkeit es zu bekommen. Die Effizienz mit der Amazon auf diese Weise illegale Streaming-Anbieter unterstützt ließe sich eigentlich nur noch steigern, indem sie ihr gesamtes Instant Video angebot durch ein großes Banner mit der Aufschrift „Wir sind scheiße, geht lieber zu kinox.to !“ ersetzen…

    Auch wenn sich in Punkto Streaming-Angebote so langsam erste Ansätze in die richtige Richtung bewegen, werden halt doch immer wieder die selben Fehler gemacht:
    Das wofür ich bereit wäre zu zahlen, wird mir größtenteils nur zu so überzogenen Preisen angeboten, dass ich es mir schlichtweg nicht leisten kann, selbst wenn ich wollte.
    Manches wird mir sogar überhaupt nicht angeboten! Im Jahr 2014 sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass zu Filmen und Fernsehserien auch der Originalton angeboten wird, zumindest wenn es um den digitalen Verkauf geht (im Kino ist es natürlich schwer möglich, den Zuschauer seine bevorzugte Sprache aussuchen zu lassen).

    Im Vergleich mit den bisherigen Angeboten kann man den Streaming-Diensten immerhin zu Gute halten, dass sie ihre Kunden nicht mit Zwangswerbung und präventiven Vorwürfen bzw. Drohungen („Wenn du das hier nicht bezahlst, bist du ein Verbrecher und wir werden dein Leben zerstören!“) vergraulen, aber selbst in einer Zeit in der es erschreckenderweise extra positiv erwähnt werden muss, wenn ein Anbieter auf solche eigentlich unhaltbaren Praxen verzichtet, ist das nur ein kleiner erster Schritt in die richtige Richtung.

    Wenn man all das betrachtet, finde ich es immer wieder erschreckend, wie dann doch immer wieder Leute ganz privat, ohne dafür bezahlt zu werden, diese Industrie verteidigen und den sogenannten „Raubkopierern“ ein fehlendes Schuldbewusstsein vorwerfen!

    Ich persönlich habe definitiv ein Schuldbewusstsein:
    Wenn ich eine DVD kaufe, bin ich mir vollkommen bewusst, dass ich damit eine Industrie unterstütze, die gegen ihre Kundschaft arbeitet, in der Hoffnung diese so zu verängstigen, dass sie es nicht mehr wagen, für ihr Geld eine gewisse Qualität zu fordern, sondern nur noch zu überhöhten Preisen das kaufen, was ihnen angeboten wird und dabei froh sind, dass man sie nicht ins Gefängnis steckt.
    Mit jeder Kinokarte, die ich kaufe, helfe ich bei der Finanzierung einer Armee von Anwälten, die vollkommen skrupellos Existenzen zerstört, einfach nur weil es lukrativ ist, für einen einzigen nachgewiesenen Download im P2P mehr Schadenersatz zu verlangen als der betreffende „Täter“ in einem ganzen Jahr verdient.

    Gerade weil(!) ich ein Schuldbewusstsein besitze, habe ich inzwischen deshalb aufgehört, DVDs zu kaufen, auch wenn diese in meinem Regal sicherlich schön aussehen würden, und gehe nur noch sehr selten ins Kino.

    Zugegebenermaßen bin ich dabei nicht zu 100% konsequent, denn sonst würde ich gar nicht mehr ins Kino gehen, unter gar keinen Umständen und hätte auch meinen Amazon-Prime-Account in dem Moment gekündigt, in dem Amazon Instant Video eingeführt wurde und seit dem ich mit meinen Beiträgen nun doch wieder die „Content-Mafia“ unterstütze, um einen genauso verbrauchten Begriff wie „Raupkopierer“ zu verwenden, der, obwohl ihn kaum jemand ernst nimmt, die Realität doch viel besser beschreibt.

    Zu meiner Verteidigung: Ich hoffe noch immer darauf, dass die Film- und Fernsehindustrie irgendwo einen guten Kern hat und entgegen jeder realistischen Einschätzung glaube ich weiterhin daran, dass es eine Zukunft geben kann, in der ich als Konsument wieder geachtet werde und man versucht, mich zum Zahlen zu bringen, indem man mir meine Konsumwünsche erfüllt. Ich hoffe, dass die Tatsache, dass ich noch immer in geringem Maße diese Industrie finanziell unterstütze, dort als Vertrauensvorschuss verstanden wird und nicht als Schwäche, die danach schreit ausgenutzt zu werden.
    Ich gebe mir wirklich größte Mühe, optimistisch zu bleiben und nicht meinem Instinkt zu folgen, der mir dazu rät zu sagen „Ihr hattet genug Chancen, mich als Kunden zu gewinnen, ab jetzt zahle ich keinen Cent mehr für euren Mist!“, denn eigentlich liebe ich Filme und Fernsehen noch immer und ich bin einfach nicht bereit zu akzeptieren, dass es keine Chance gibt, wieder von den Produzenten der Filme und Serien, die ich liebe, wie ein Kunde behandelt zu werden, anstatt wie ein Beutetier, dass es zu erlegen gilt.

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    Esther

    Ich habe nicht die geringste Ahnung, ob alle Raubkopierer sich eine goldene Nase verdienen. Bei den Betreibern von Library Genesis oder -da schon leicht eingeschränkt – ebookspender kann ich mir das kaum vorstellen. Aber direkt neben deinem Beitrag steht ein Beitrag über die flüchtigen Betreiber von kinox.to. Sie sind flüchtig und sie gelten als gewaltbereit und möglicherweise bewaffnet. In der Vergangenheit haben sie Konkurrenten mit Gewalt bedroht.

    Das sind doch offensichtlich keine Robin Hoods, denen es um ein bisschen mehr soziale Gerechtigkeit geht. Das sind ganz einfach Kriminelle, die Geld verdienen wollen.

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    VanityBackfires

    Ernsthaft? Wird hier das „R“-Wort verwendet? Naja, was solls…

    Filesharing muss geschehen, weil man an die Ideale des Filesharings glaubt, nicht aus Profitgier. Deswegen hab ich auch nur Verachtung für die übrig, die auch nur einen Cent daran verdienen wollen, oder gar „am Ende des Monats mit ihren Uploads schwarze Zahlen schreiben können“. Verpisst euch, das hat nichts mehr mit dem Grundgedanken des Filesharings zu tun. Diese ganze Ich-uploade-also-darf-ich-ja-wohl-ein-paar-euro-verdienen-Mentalität ist einfach verachtenswert. Frag doch mal die Leute, die auf The Pirate Bay uploaden, wie viel die damit verdienen. Die zahlen oft noch drauf für VPN bzw Seedbox, und es ist ihnen scheißegal, weil sie nicht mal auf den Gedanken kommen, dass da noch Geld im Spiel sein sollte.

    Filesharing heißt alles mit jedem frei zu teilen. Sobald Geld im Spiel ist, hat man die Idee dahinter verraten. Man kann nur hoffen, dass jeder Profit-Uploader irgendwann gebustet wird, egal, ob er 5€, 50€, oder 5000 000€ damit macht.

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    Bastian

    Immer wieder die alte Leier, Raubkopien würden der Contentindustrie helfen statt zu schaden. Das ist doch Mumpitz und jeder Leecher der sich nicht selber belügt weiß das auch.
    Ich habe einen Film in einer super Qualität (ja, es gibt auch anderes als CAM oder TS) zuhause auf meiner Festplatte und kann die wann immer ich will in 1080p abspielen, da geh ich natürlich noch ins Kino, is klar..
    Fakt ist doch, der gemeine Leecher ist gierig. Gierig nach Stuff, gierig nach Anerkennung bei Freunden und Familie die an diese Filme nicht rankommen außer eben über ihn.
    Und das sind keine armen Schlucker die sich sonst mit Rosamunde Pilcher auf ZDF begnügen müssten.
    Sicher mag es einige wenige Ausnahmen geben, Idealisten des Netzes die für ihr Gewissen DVDs kaufen und in den Foren Sperrfristen für ebooks einrichten. Vor denen ziehe ich meinen Hut, ganz ehrlich.
    Aber leider reicht das nicht.
    Ich verteidige hier auch nicht die Contentindustrie, da sitzen sicherlich genug dicke Bonzen rum die gieriger sind als alle Leecher zusammen. Aber zu behaupten, dass hier kein materieller Schaden entsteht ist Unsinn.
    Nie war es leichter an Filme, Musik und Bücher zu kommen als genau in diesem Moment und noch immer ist ein Unrechtsbewusstsein quasi nicht existent.
    Ich mach es ja genauso, belüg mich aber nicht selber.

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      Watchdog

      Seh ich genauso. Alles Gelaber von wegen ‚Wir promoten den Content!‘. Da ist eine Lücke. Die Leute nutzen die Lücke. Wenn es kein Finanzamt gäbe, würde auch keiner Steuern bezahlen. Keiner würde hingegehen und den Staat beschenken.

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      VanityBackfires

      Eine sehr zynische Sichtweise, vielleicht schließt du nur von dir auf andere? Ich kenne genug Menschen (mich selbst eingeschlossen), die, wenn ihnen ein heruntergeladener Film gefällt, ihn auch kaufen. Die Angst der Contentindustrie vor Filesharing zeigt doch nur, dass sie kein Vertrauen in die eigenen Produkte haben, sie vertrauen ihren Produkten nicht, gut genug zu sein, dass die Menschen sie gern unterstützen würden. Ohne Filesharing hätte ich z.B. hunderte Filme nicht gekauft, da ich sie erst durch Filesharing entdeckt habe.

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        Bastian

        Du willst mir erzählen, ohne Filesharing hättest du keine DVD gekauft?
        Wenn dem so ist dann zählst du zu den genannten Idealisten aber das ist bei all den Leuten die sich auf Warez-Boards tummeln leider nur noch ein geringer Anteil.
        Die aus dem Schulhoftausch geborene Scene wird es immer noch geben aber gerade durch Torrent und jetzt DDL ist das Netz mit „Nehmern“ überschwemmt worden.
        Und das lockt natürlich geldgeile Upper an die im großen Stil arbeiten. Ob jetzt als reine Uploader mit tausenden von Posts oder direkt als Betreiber eines Sharehosters nebst Board.

        Und genau das schadet der Contentindustrie, nicht die Menschen die im kleinen Stil ein paar Filme tauschen.

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          Realistisch betrachtet, ist die Contentindustrie überhaupt nicht auf den Verkauf von DVDs angewiesen.

          Wenn ich an meine Jugend zurückdenke, erinnere ich mich daran, dass damals so gut wie niemand mehr als ein paar fertig bespiele Videokassetten im Regal stehen hatte, sondern die meisten Filmsammlungen aus Kassetten bestanden, die leer gekauft und dann mit Aufnahmen aus dem Fernsehen bespielt wurden.

          Als irgendwann DVD auf den Markt kam und gleichzeitig auch Surround-Anlagen, Großbildfernseher und Beamer für den Endverbraucher bezahlbar wurden, ist daraus erst ein großes Geschäft entstanden und zwar schlicht und einfach deswegen, weil es zu diesem Zeitpunkt keine Möglichkeiten gab, kostenlos an entsprechende Aufnahmen zu kommen.

          Dass dieser Trend sich so gut gehalten hat, ist viel überraschender, als die Tatsache, dass nun, wo die Technik dafür wieder breitflächig verfügbar ist, auch wieder mehr „raubkopiert“ wird.
          Auch ohne Internet wäre das nicht anders: Anstatt Filesharing zu betreiben, würden die Leute halt wieder mehr aus dem Fernsehen aufnehmen. Digitale Festplattenrecorder kann man kaufen, Fernsehsender, die in HD und mit Surround Sound senden, gibt es.

          Man kann also mit gutem Gewissen annehmen, dass ohne Video-„Piraterie“ im Internet die Verkäufe von Festplattenrecordern höher wären und vermutlich auch die Einschaltquoten im Fernsehen. Die DVD-Verkäufe würde das aber sicherlich nicht betreffen.

          Ein anderer Punkt: Schon in meiner Jugend war es ein teueres Vergnügen, ins Kino zu gehen, aber selbst wenn man die Inflation mit in die Betrachtung einbezieht, war es nicht so teuer wie heutzutage.

          Worauf ich hinaus will: Früher hat die Contentindustrie es geschafft, ohne die beträchtlichen Einnahmen, die heutzutage durch DVD und BluRay gemacht werden und das sogar bei verhältnismäßig niedrigeren Eintrittspreisen im Kino.

          Heutzutage geht es denen besser denn je zuvor, die Industrie boomt und trotzdem wird mehr gejammert als je zuvor…

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    mario

    ich wollte gerade schon ein dickes lob an watchdog aussprechen… ich gucke nochmal… der artikel ist ja von Mysterion ^^
    von mir einen daumen hoch


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