Kommentar von malvar infected:
Zum Thema legale Alternativen:
Ich kenne die Angebote der Konkurrenz nicht, aber Amazon Instant Video ist eine absolute Katastrophe. Letztens musste ich mir als zahlender Prime-Kunde(!) eine für jeden kostenlos(!) angebotene Amazon Eigenproduktion(!) auf kinox.to anschauen, weil amazon.de sie nur mit deutschen forced subs und amazon.com für Nutzer mit deutscher IP überhaupt nicht anbietet.
Anders gesagt: Amazon produziert etwas, bewirbt es und wenn man es dann als zahlender Kunde haben will, gibt es keine legale Möglichkeit es zu bekommen. Die Effizienz mit der Amazon auf diese Weise illegale Streaming-Anbieter unterstützt ließe sich eigentlich nur noch steigern, indem sie ihr gesamtes Instant Video angebot durch ein großes Banner mit der Aufschrift „Wir sind scheiße, geht lieber zu kinox.to !“ ersetzen…
Auch wenn sich in Punkto Streaming-Angebote so langsam erste Ansätze in die richtige Richtung bewegen, werden halt doch immer wieder die selben Fehler gemacht:
Das wofür ich bereit wäre zu zahlen, wird mir größtenteils nur zu so überzogenen Preisen angeboten, dass ich es mir schlichtweg nicht leisten kann, selbst wenn ich wollte.
Manches wird mir sogar überhaupt nicht angeboten! Im Jahr 2014 sollte es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, dass zu Filmen und Fernsehserien auch der Originalton angeboten wird, zumindest wenn es um den digitalen Verkauf geht (im Kino ist es natürlich schwer möglich, den Zuschauer seine bevorzugte Sprache aussuchen zu lassen).
Im Vergleich mit den bisherigen Angeboten kann man den Streaming-Diensten immerhin zu Gute halten, dass sie ihre Kunden nicht mit Zwangswerbung und präventiven Vorwürfen bzw. Drohungen („Wenn du das hier nicht bezahlst, bist du ein Verbrecher und wir werden dein Leben zerstören!“) vergraulen, aber selbst in einer Zeit in der es erschreckenderweise extra positiv erwähnt werden muss, wenn ein Anbieter auf solche eigentlich unhaltbaren Praxen verzichtet, ist das nur ein kleiner erster Schritt in die richtige Richtung.
Wenn man all das betrachtet, finde ich es immer wieder erschreckend, wie dann doch immer wieder Leute ganz privat, ohne dafür bezahlt zu werden, diese Industrie verteidigen und den sogenannten „Raubkopierern“ ein fehlendes Schuldbewusstsein vorwerfen!
Ich persönlich habe definitiv ein Schuldbewusstsein:
Wenn ich eine DVD kaufe, bin ich mir vollkommen bewusst, dass ich damit eine Industrie unterstütze, die gegen ihre Kundschaft arbeitet, in der Hoffnung diese so zu verängstigen, dass sie es nicht mehr wagen, für ihr Geld eine gewisse Qualität zu fordern, sondern nur noch zu überhöhten Preisen das kaufen, was ihnen angeboten wird und dabei froh sind, dass man sie nicht ins Gefängnis steckt.
Mit jeder Kinokarte, die ich kaufe, helfe ich bei der Finanzierung einer Armee von Anwälten, die vollkommen skrupellos Existenzen zerstört, einfach nur weil es lukrativ ist, für einen einzigen nachgewiesenen Download im P2P mehr Schadenersatz zu verlangen als der betreffende „Täter“ in einem ganzen Jahr verdient.
Gerade weil(!) ich ein Schuldbewusstsein besitze, habe ich inzwischen deshalb aufgehört, DVDs zu kaufen, auch wenn diese in meinem Regal sicherlich schön aussehen würden, und gehe nur noch sehr selten ins Kino.
Zugegebenermaßen bin ich dabei nicht zu 100% konsequent, denn sonst würde ich gar nicht mehr ins Kino gehen, unter gar keinen Umständen und hätte auch meinen Amazon-Prime-Account in dem Moment gekündigt, in dem Amazon Instant Video eingeführt wurde und seit dem ich mit meinen Beiträgen nun doch wieder die „Content-Mafia“ unterstütze, um einen genauso verbrauchten Begriff wie „Raupkopierer“ zu verwenden, der, obwohl ihn kaum jemand ernst nimmt, die Realität doch viel besser beschreibt.
Zu meiner Verteidigung: Ich hoffe noch immer darauf, dass die Film- und Fernsehindustrie irgendwo einen guten Kern hat und entgegen jeder realistischen Einschätzung glaube ich weiterhin daran, dass es eine Zukunft geben kann, in der ich als Konsument wieder geachtet werde und man versucht, mich zum Zahlen zu bringen, indem man mir meine Konsumwünsche erfüllt. Ich hoffe, dass die Tatsache, dass ich noch immer in geringem Maße diese Industrie finanziell unterstütze, dort als Vertrauensvorschuss verstanden wird und nicht als Schwäche, die danach schreit ausgenutzt zu werden.
Ich gebe mir wirklich größte Mühe, optimistisch zu bleiben und nicht meinem Instinkt zu folgen, der mir dazu rät zu sagen „Ihr hattet genug Chancen, mich als Kunden zu gewinnen, ab jetzt zahle ich keinen Cent mehr für euren Mist!“, denn eigentlich liebe ich Filme und Fernsehen noch immer und ich bin einfach nicht bereit zu akzeptieren, dass es keine Chance gibt, wieder von den Produzenten der Filme und Serien, die ich liebe, wie ein Kunde behandelt zu werden, anstatt wie ein Beutetier, dass es zu erlegen gilt.