„The Expendables 3“: Filehoster Hulkfile will schließen

Lions Gate übt wegen dem vorzeitigen Leak von "The Expendables 3" Druck aus. Mit Hulkfile will schon der erste Filehoster deswegen schließen.

the expendables 3
Bildquelle: Deviantart, thx!

Das Medienunternehmen Lions Gate übte in den letzten Wochen sehr viel juristischen Druck aus. Das Filmstudio ist wenig begeistert, weil ihr Streifen „The Expendables 3“ bereits mehrere Wochen vor dem gestrigen US-Kinostart verfügbar war. Neben dem Sharehoster Filecloud.io und Hulkfile erhielten auch die Betreiber von Limetorrents.com, Billionuploads.com, Played.to, Swankshare.com und Dotsemper.com eher unerfreuliche Post.

The Expendables 3

Die Veröffentlichung in den US-Kinos von „The Expendables 3“ war für den 15. August angesetzt. Bereits zwei Wochen haben Dritte den Film in DVD-Qualität im Netz verbreitet. Für den Hersteller ist dies wegen des Timings und der auffallend hohen Qualität ein Problem. Wahrscheinlich wird sich der Leak negativ auf die Verkaufszahlen auswirken, der DVD-Rip wurde innerhalb weniger Tage Millionen Mal illegal verbreitet. Die Produktionskosten und das Honorar für Harrison Ford, Mel Gibson, Antonio Banderas, Wesley Snipes, Arnold Schwarzenegger, Jason Stratham, Dolph Lungern und Randy Couture wurden dennoch fällig. Inhaltlich sind leider keine Überraschungen zu erwarten. Trotz des Staraufgebots bleibt es auch beim dritten Teil bei einer Show mit vielen Muskeln, jede Menge Action, dummen Sprüchen und einem Film, der beinahe ohne Story auskommt.

Lions Gate droht mit dem Einfrieren von Konten

easy-sharingMit Hulkfile soll angeblich der erste Sharehoster aufgrund des juristischen Drucks von Lionsgate aufgegeben haben. Bislang ist der Dienst noch online, auch in den firmeneigenen News ist noch keine Ankündigung zu sehen. Wahrscheinlich möchte man die Uploader und zahlenden Kunden nicht vorzeitig vergraulen. Das Filmstudio hatte bei anderen Anbietern die Löschung ihres Werkes erwirkt. Anderenfalls drohe die Einfrierung aller Bankkonten der Unternehmen, die nicht kooperieren wollen. Hulkfile soll sich nun außerstande sehen, ihr Geschäft in Anbetracht der Einstweiligen Verfügung und der drohenden Klage aufrecht zu erhalten. Der Sharehoster hatte für 40 Rechteinhaber und deren Anti-Piracyfirmen Zugänge erstellt, damit diese eigenhändig ihre Werke von den Festplatten löschen können. Weder Lionsgate noch MarkMonitor haben auch nur versucht, die Dateien von Hulkfile mithilfe dieses Systems zu entfernen. Gegenüber Torrentfreak begründete der Sharehoster seine langsame Bearbeitung der Einstweiligen Verfügung damit, dass es aufgrund der „Urlaubszeit“ zu Verzögerungen gekommen sei.

Domain-Name-Registrar und IT-Dienstleister tragen Mitschuld?

Ärger bekam wegen dem vorzeitigen Leak auch der Sharehoster Filecloud.io. Lionsgate Entertainment soll sogar deren Domain-Name-Registrar Easyname und den Anti DDoS-Dienstleister Cloudflare rechtlich angegangen sein. Sie tragen nach Ansicht des Filmstudios eine Mitschuld an der illegalen Distribution ihres Films. Freilich müsste zunächst vor Gericht geklärt bzw. bewiesen werden, dass ein DDoS-Schutz etwas mit einer Urheberrechtsverletzung zu tun haben soll. Das dürfte den Juristen von Lions Gate nicht gerade leicht fallen.


Billion UploadsAnfang August bekamen auch die Betreiber von Limetorrents.com (P2P-Seite), Played.to (Videohoster), Swankshare.com, Billionuploads.com und Dotsemper.com (allesamt Sharehoster) Post. Man droht ihnen unter anderem ant, man werde ihre Domain zu Lionsgate transferieren, um der illegalen Verbreitung Einhalt zu gebieten. Zudem wird die Zahlung von Schadenersatz angedroht. Pro Anbieter kommen auf die Betreiber maximal bis zu 150.000 US-Dollar zu, sollte der Kläger Recht vor Gericht bekommen.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.