Egy.best hat seine Pforten geschlossen

Eine der populärsten Streaming- und Download-Webseiten im arabisch sprachigen Raum, Egy.best, hat diese Woche für immer seine Pforten geschlossen. Nach aktuellen Schätzungen wurden dort pro Monat fast 330 Millionen Seitenzugriffe pro Monat generiert. Die Gründe für das Aus sind nicht bekannt. Bei Twitter jammern viele ehemalige Nutzer herum, die sich jetzt nach Alternativen umschauen müssen.

Wie die Kollegen von TorrentFreak berichten, wurde in den letzten Tagen eines der größten illegalen Streaming– und Download-Portale für Filme vom Netz genommen. Unter dem Slogan „Gemacht in Ägypten“ konnte man dort TV-Serien und Kinofilme herunterladen oder alternativ als Stream anschauen. Laut dem Analysetool Similarweb lag im April die Anzahl der Seitenzugriffe bei etwa 330 Millionen pro Monat. Im weltweiten Vergleich war Eby.best Nummer 654 der meist besuchten Seiten überhaupt. In Ägypten befand sich die Seite regelmäßig innerhalb der Top 10 der beliebtesten Portale. Die meisten Besucher kamen dementsprechend aus Ägypten, Marokko, Saudia Arabien, Algerien und Tunesien. Im deutschsprachigen Raum war die Seite hingegen unbekannt.


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Egy.best bei vielen Internet-Anbietern Ägyptens gesperrt

egy.bestDer oder die Betreiber haben ihr Projekt ohne Vorwarnung und ohne Angabe von Gründen geschlossen. Auf der Seite ist nur noch das Logo und darunter die Worte „Das Ende“ zu sehen (siehe Screenshot rechts). In der Presse munkelt man, dass es nicht nur an den vielen Netzsperren durch verschiedene ägyptische ISPs liegen soll. Man vermutet juristische Schritte, die letztlich zur Schließung geführt haben sollen. Das würde auch erklären, warum zeitgleich die Facebook-Seite des Projekts gesperrt wurde. Es gibt zwar mehrere gleichnamige FB-Seiten , das sind aber offensichtlich alles Fakes. Die wahren Hintergründe sind allerdings bis dato nicht bekannt.

Eine Klageandrohung oder Abmahnung wäre nicht nachvollziehbar, weil es im arabischen Raum nur sehr wenige legale Möglichkeiten gibt, sich online per Download oder Stream Filme anzuschauen. Ohne legale Alternativen der Filmindustrie gehen dieser auch keine Einnahmen verloren. Derartige Webseiten gelten im Nahen Osten als legal. Das sieht hierzulande natürlich ganz anders aus, wo im Internet unzählige Filme via Amazon Prime, iTunes, Netflix, YouTube Premium & Co. verfügbar sind.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Tim Mossholder, thx! (unsplash licence)

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.

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