Drogenmarkt.ga: weiteres Untergrund-Forum in Arbeit

Derzeit baut man unter drogenmarkt.ga ein neues deutschrachiges Forum auf. Der Verkauf gehackter Daten & Kreditkarten ist hingegen verboten.

Bildquelle: Piqsels

Momentan bauen die Gründer unter drogenmarkt.ga eine deutschsprachige Foren-Plattform zum Handel mit Drogen auf. Andere Waren wie etwa geklaute Kreditkarten oder Datensätze sind dort hingegen verboten. Das Projekt befindet sich noch im Aufbau. Viel ist für die Besucher noch nicht zu sehen.

Drogenmarkt.ga befindet sich noch im Aufbau

Wie uns der Betreiber mitteilt, habe er sich absichtlich gegen das Thema Fraud in seinem Projekt entschlossen. Die Beteiligung von Cyberkriminellen könne Unbeteiligten Schaden zufügen. Außerdem zieht dies nicht selten ein entsprechendes Publikum an, was er bei sich nicht sehen will. „Wir wollen das extra Verfolgungs-Risiko von Fraud nicht für die Plattform. Wir denken, viele Kunden und Verkäufer möchten das auch nicht. Außerdem wollen wir eine Plattform, auf der sich Gleichgesinnte treffen und keine Unbeteiligten reingezogen werden oder zu Schaden kommen.“ Für den Anfang ist die Seite nur im Clearnet erreichbar, eine Präsenz im Tor-Netzwerk ist nach Angaben der Betreiber in Arbeit. Bei der Forensoftware hat man sich für das kostenlose Simple Machines entschieden.


Betreiber bekennende Fans extrem liberaler Märkte

Die Macher sind bekennende Fans der Volkswirtschaftslehre Austrian Economics und glauben an den freien Handel. Mit Austrian Economics ist eine extrem offene (das heißt freiheitliche) politische Philosophie inklusive der Befürwortung freier Märkte gemeint. In dem Fall wäre sogar jeglicher Drogenhandel legal.

Wenn’s eh nur um das Angebot von illegalen weil BTM-pflichten Stoffen geht, hätte man für Drogenmarkt.ga ja auch einen regulären Online-Shop hochziehen können. Doch das Team hat sich absichtlich dagegen entschieden. Der Administrator teilt uns mit: „Im deutschen Raum werden anscheinend Foren bevorzugt. Es ist auch besser für das Konzept, Käufer und Verkäufer direkt miteinander zu verbinden.“ Für die direkte Kommunikation verschiedener Parteien biete sich ein Portal im Gegensatz zu einem Forum nicht so sehr an.

drogenmarkt.ga

Noch nicht viel los: Screenshot samt Forenübersicht mit insgesamt 30 Postings.

Bei Drogenmarkt.ga nur Monero als Zahlungsmittel erlaubt

Auf die Frage, ob man sich ausreichend gegen die Polizei abgesichert hat, schreibt uns der Macher: „Unsere Plattform ist so gut es geht abgesichert. Vorkehrungen sind getroffen schnell umziehen zu können, wenn wir müssen. Als Plattform werden wir nur Monero für jegliche Zahlungen erlauben. Dies gilt auch, obwohl Verkäufer und Käufer auch mit anderen Krypto Coins handeln können. Niemand sollte Plattformen trauen, schreibt uns der Gründer. (Für eine sichere Kommunikation) raten wir immer das Verschlüsseln der Nachrichten mittels PGP.“

Kein Beef mit anderen Foren geplant

An Auseinandersetzungen mit anderen Foren glaubt der Admin von Drogenmarkt.ga nicht. Man baue eine neue Plattform auf und habe kein Interesse an Streitigkeiten mit anderen Aktiven. Möglichen Beef solle man nicht künstlich heraufbeschwören. Auf unsere Detailfragen wollte der Admin folglich nicht weiter eingehen. Spätestens wenn das Forum Schwung aufnehmen sollte, wird man sehen, wie gut man sich wirklich gegen Hacker und DDoS-Angriffe abgesichert hat. Neuer Wettbewerb wurde in der Vergangenheit nur solange ignoriert bzw. toleriert, bis dieser erfolgreich wird und den marktbeherrschenden Foren möglicherweise Anteile streitig machen könnte.

Zugegeben. Sonderlich viel zu sehen gibt es bei drogenmarkt.ga noch nicht. Ähnlich wie bei Fraudster wartet man offenkundig noch darauf, dass die Online-Dealer (= Händler, Vendoren) vom Projekt erfahren, um dort ihre Waren zum Verkauf anzubieten. Ob es in der Folge dann auch zu mehr interessanten Diskussionen kommen wird, bleibt abzuwarten. Doch daran werden die meisten Besucher eh kaum interessiert sein. Sie besuchen das Forum, um sich verbotenerweise einzudecken.

Tabletten

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Wie schwer es ist ein Forum hochzuziehen, mussten wir ja selbst am eigenen Leib erfahren. Mit durchschnittlich ca. 5.000 Seitenzugriffen pro Tag und zwischen 30 und 50 einzelnen Postings können sich unsere Statistiken durchaus sehen lassen. Nur gibt es beim Forum von Tarnkappe.info halt auch nichts Illegales, was das Publikum bekanntlich in Scharen anzieht. Dafür sind wir auch schon weitaus länger online als alle neuen Fraud- und Drogen-Foren zusammen. Meistens dauert es keine drei Monate, bis neue Konkurrenten wieder von der Bildfläche verschwunden sind. Wahrscheinlich unterschätzen viele Gründer einfach, mit wie viel Arbeit der Betrieb tagtäglich verbunden ist. Wie sich Drogenmarkt.ga weiter entwickelt, bleibt noch abzuwarten.

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.