BitPay: Goodbye Anonymität, Angabe der Daten auch bei kleinen Summen

Goodbye Anonymität, hallo Regulierung! Das Zahlungsgateway BitPay fragt nun grundsätzlich automatisch die Identifikation seiner Kunden ab.

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Bildquelle: bitpay.com

Der Zahlungs-Dienstleister BitPay fragt nun auch bei kleinen Einzahlungen automatisch die Identifikation seiner Kunden ab. Zuvor ging das auch ohne Anmeldung oder Angabe von personenbezogenen Daten. Man musste dafür als Absender lediglich seine E-Mail-Adresse angeben.

BitPay kombiniert E-Commerce mit Kryptowährungen

BitPay wurde im Mai 2011 in den USA gegründet, Sitz ist seit 2013 in Atlanta. Damit fällt man unter die Regulierung der amerikanischen Finanzbehörden. Die haben jetzt offenkundig Druck auf das Unternehmen ausgeübt.

Keine Online-Trading- oder Handelsplattform

Denn jetzt kann man grundsätzlich keine Geschäfte mehr ohne vorherige Anmeldung tätigen. BitPay wird seit seiner Gründung von vielen Online-Shops benutzt. Für technikaffine User war der Dienst einer der wenigen Anbieter, über die man mit dem Bitcoin, Bitcoin Cash, Ripple oder Ethereum bezahlen kann. Die Erfahrungsberichte im Web sind allerdings sehr gemischter Natur. So manche Anwender beschweren sich in ihren Einträgen über die vergleichsweise hohen Gebühren. Doch im Gegensatz zu ähnlich klingenden Plattformen wie Bitpanda, Bitfinex, Bitstamp oder Bittrex ist dies keine Krypto-Trading– oder Handelsbörse. Zwar kann man dort auch Guthaben auf das eigene Konto einzahlen. Doch der Dienst ist dazu gedacht, damit Waren oder Dienstleistungen online zu bezahlen.

bitpay, einloggen

Von wegen anonym. Wer Geld einzahlen will, muss sich einloggen oder registrieren.

bitpay daten überprüfen

Im 2. Schritt will BitPay die Kundendaten überprüfen. Das gilt auch bei kleinen Einzahlungen. Früher war die E-Mail-Adresse ausreichend.

Wahrscheinlich zur Umgehung von Geldwäsche oder zwecks Terrorismusbekämpfung hat BitPay sein System kürzlich umgestellt. Konnte man früher noch kleinere Beträge problemlos online ohne vorherige Anmeldung einzahlen, so geht dies jetzt nicht mehr. Selbst bei Beträgen unter 10 EUR erscheint das Fenster, man solle sich einloggen oder alternativ neu registrieren (siehe Screenshots oben). Danach läuft alles nach dem Know Your Customer-System. Ohne Identifikationsprüfung geht bei BitPay offenbar gar nichts mehr. Früher reichte dafür lediglich die Angabe einer E-Mail-Adresse des Absenders.

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Fazit

Wer Wert auf die Wahrung seiner Privatsphäre legt, wird sich in der Folge überlegen müssen, ob er diesen Dienst weiterhin nutzen will.

So wichtig diese Information für viele Anwender sein wird, auf dem Blog von BitPay ist davon nichts zu lesen. Die Redaktion von BitPay feiert dem letzten Eintrag zufolge wohl noch Weihnachten, wer weiß!?

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.