Beschlagnahmung statt Durchsuchung wegen zu kalter Serverräume

Kurios: Den Beamten im Serverraum von i3D.net in Rotterdam war es zu kalt, um die Daten zu kopieren. Sie führten eine Beschlagnahmung durch.

Thermometer, Beschlagnahmung
Foto: jarmoluk, thx! (CC0 1.0)

Kurios: Beschlagnahmung statt Auswertung. Den Beamten im Serverraum von i3D.net war es schlichtweg zu kalt, um die relevanten Daten zu kopieren. Offenbar hatten die Beamten von Interpol Angst, sich bei den niedrigen Temperaturen zu erkälten.

Beschlagnahmung: zu kalt für das Kopieren vor Ort

Wir berichteten Ende August von der Beschlagnahmung eines Servers in Rotterdam, der von Perfect Privacy für den Betrieb des hauseigenen VPN-Dienstes eingesetzt wurde.

Zur gleichen Zeit führte die europäische Behörde Interpol in mehreren Ländern zeitgleich die „Operation Daylight“ durch. Sie wollten damit Verbreitern von kinderpornografischen Werken habhaft werden. Eine Bestätigung für den Zusammenhang gab es bisher nicht. Für I3D gilt die Einhaltung der Verschwiegenheitsspflicht. Deswegen konnte Perfect Privacy ihre Kunden Perfect Privacy nicht über die Hintergründe der Beschlagnahmung aufklären dürfen.


Der niederländische Hoster informierte jetzt allerdings die Betreiber von Perfect Privacy. Sie erklärten ihnen, warum man die Daten im Zuge der Durchsuchung nicht vor Ort verwertet hat. Sie kopierten sie nicht auf eine externe Festplatte, weil

„Der Grund, weshalb die Server nicht vor Ort kopiert, sondern aus dem Rechenzentrum mitgenommen wurden war, dass dieser Vorgang mehrere Stunden gedauert hätte und die Beamten nicht solange im kühlen Rechenzentrum warten wollten.“

Hoffen wir also, dass sich die Polizisten bei der Aktion in den unterkühlten Räumlichkeiten in Rotterdam keine ernsthafte Erkältung eingefangen haben.

Tarnkappe.info

Über den Autor

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem bringt Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.