Bahnhof Südkreuz: neuer Probelauf geplant zum Erkennen von Situationen

Gleich nach dem Abschluss der in Kürze endenden Testphase zur Gesichtserkennung schließt sich voraussichtlich Ende September am Bahnhof Südkreuz ein weiterer Testlauf an. Darin sollen Computer Abweichungen von der Norm erkennen, berichtete die Nachrichtenagentur dpa. Wann jedoch mit einer Veröffentlichung der Ergebnisse des einjährigen Projektes zur Gesichtserkennung zu rechnen wäre, stehe nach Angaben des Innenministeriums noch nicht fest.

Bei einem weiteren Versuchsprojekt will die Deutsche Bahn in einem eigenen Test mittels Videoüberwachung feststellen, wie gut Computerprogramme festgehaltene Situationen und Gegenstände analysieren können. Besonderer Wert wird darauf gelegt, ob Abweichungen vom Normalzustand erkannt werden, wie seltene, ungewöhnliche oder gefährliche Ereignisse, wie abgestellte Gegenstände oder sich schnell bewegende Personen in einer Menschenmenge. Solche Situationen sollen vom System erkannt werden, es sollen daraufhin die Bilder der jeweiligen Kamera in der Zentrale gesondert angeschalten werden und dort Alarm auslösen.

Konkret geht es dabei um die vier folgenden Schwerpunkte:

  • Gesperrte Bahnhofsbereiche: Hierbei werden z.B. die Gleise oder der Eingang zu einem Tunnel im Computer als solche definiert. Sobald das System erkennt, dass ein Mensch diese Zone betritt, soll die Software das melden.
  • Erkannt werden sollen auch solche Abweichungen von der Norm, bei der ein Mensch liegt, statt zu stehen. Die Bahn will daran erkennen, wenn jemand gestürzt oder zusammengebrochen ist, niedergeschlagen wurde oder auch nur betrunken einschläft. Auch hierauf sollen die Systeme mit Alarm reagieren.
  • Aufmerksam soll weiterhin auf verdächtige, allein gelassene Taschen, Koffer, Pakete oder ähnliche Gegenstände gemacht werden.
  • Aber auch die Verhaltensanalyse in einer Menschengruppe soll analysiert werden. So kann eine schnell auseinander laufende Menschenmasse, oder auch, wenn Menschen schnell zu einer bestimmten Stelle zusammenströmen, ein Hinweis auf eine Explosion, eine Schlägerei oder einen Unfall sein. Um ein rechtzeitiges Eingreifen der Bahn zu gewährleisten, sollen die Programme das erkennen und melden.

Ein Sprecher der Bahn meint dazu, die Technik erleichtere sowohl die Arbeit der eigenen Leute, als auch die der Polizisten: “Sie sind schneller und genauer am Einsatzort. Die Software weist so auch auf Dinge hin, die wir sonst vielleicht gar nicht erkennen würden. Das ist gut für die Sicherheit der Bahn und ihrer Kunden.” Weiterhin teilt der Sprecher mit, dass die am Projekt beteiligten Firmen noch nicht feststehen. Drei verschiedene Systeme der Unternehmen Herta, Anyvision und Idemia werden derzeit getestet. Aber auch die Daten von handelsüblichen Videokameras mit einer Auflösung von 1.920 mal 1.080 Pixeln wurden bereits auf einem eigenen Server geleitet und ausgewertet. Um zu sehen, ob die vier Szenarien zuverlässig erkannt werden soll der Test mindestens über ein halbes Jahr laufen. Es würden weder Filme noch sonstige Daten dabei abgespeichert, weist der Sprecher darauf hin. Auch sollen die Computerprogramme lernfähig sein und so die Ergebnisse immer weiter präzisieren. Die Datenschutzbeauftragten der Länder warnen allerdings vor flächendeckender Überwachung.

Bildquelle: geralt, thx! (CC0 Public Domain)

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2 Kommentare

  1. Pudelmütze sagt:

    Diesen Unfug muss man gleich torpedieren und absichtlich derartige Szenarien erzeugen. Der Mensch sollte sich nicht weiter von Computern abhängig machen, wir sind Individuen, keine Maschinen, wie es die Schufa etwa suggeriert.

  2. ImTheOneWhoKnocks sagt:

    Da bin ich gespannt. Mir würde es persönlich ja schon reichen, wenn die Bahn einfach mal pünktlich kommt und nicht so teuer wäre…

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