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Callcenter-Betrugswelle erneut im Kommen

Eine regelrechten Welle von betrügerischen Callcenter-Anrufen erfasste die Mainzer Polizei zum Wochenbeginn. Die Polizei warnt vor Abzocke!

Zu Wochenbeginn kam es erneut zu einer Welle von betrügerischen Anrufen im Stadtgebiet Mainz, Ingelheim, Oppenheim und Nieder-Olm. Betrüger versuchen, mit der sogenannten „Callcenter-Masche“ mit erfundenen Geschichten insbesondere ältere Leute um ihr Geld zu erleichtern.

Allein innerhalb nur eines Tages gingen bei der Polizeidirektion Mainz im Rahmen der persönlichen, telefonischen oder Online-Anzeigenerstattung insgesamt 20 Fälle bezüglich der Callcenter-Betrugsmasche ein. Darüber berichtet das Polizeipräsidium Mainz in einer Pressemitteilung.

In verschiedenen Szenarien versuchen die Täter unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Herausgabe von Geld, Schmuck oder anderen Wertgegenständen zu erwirken. Besonderen Erfolg versprechen sie sich dabei von der Variante „Falscher Polizeibeamter“.

Betrüger geben sich als falsche Polizisten aus

Bei der Masche geben die Anrufer vor, Polizeibeamte zu sein. Sie bauen verschiedene Drohszenarien auf und versuchen so, in den Besitz des Geldes oder an andere Wertgegenstände ihrer Opfern zu gelangen. In einem konkreten Fall kündigten die falschen Polizisten einen angeblich bevorstehenden Raubüberfall an.

Die Benachrichtigten sollen doch infolge sicherheitshalber ihre Wertgegenstände besser in Obhut der Polizei geben. Entweder machen die Anrufer dann einen Zeitpunkt für die Übergabe aus. Oder sie suchen ihre Opfer mitunter auch direkt zu Hause auf. Jedoch anstatt die so erlangten Besitztümer in Sicherheit zu bringen, verschwinden sie mit Geld und den Wertsachen auf Nimmerwiedersehen.

Enkeltrick immer wieder aktuell

Im Rahmen des Enkeltricks benachrichtigen Anrufer ihre Opfer über „drohende Gefängnisstrafen für einen nahen Angehörigen oder deren Verwicklung in einen Verkehrsunfall mit Personenschaden“. Die Betrüger schlüpfen hier in die Rolle eines nahen Verwandten.

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Callcenter-Anrufe von vermeintlichen Microsoft-Mitarbeitern

Mit dem Ziel, an die persönlichen Daten ihrer Opfer zu gelangen, um damit Geldbeträge auf ihr Konto zu transferieren, geben sich Betrüger außerdem oftmals auch als Microsoft-Mitarbeiter aus. Sie informieren hierbei über einen angeblichen Virenbefall des Computers und verlangen mitunter den Remote-Zugriff.

Wie die Mainzer Polizei warnt, kommt es durch die Callcenter-Betrugsmasche „regelmäßig zu erheblichen finanziellen Schäden bei den Opfern, die sich dann nicht selten im fünfstelligen Bereich bewegen“. Einige Tipps sollen dafür sorgen, dass derartige Anrufer keinen Erfolg haben:

  • Geben Sie keine persönlichen Daten, familiäre oder finanzielle
    Verhältnisse am Telefon preis
  • Lassen Sie sich nicht drängen oder unter Druck setzen
  • Besprechen Sie solche Anrufe mit Familienangehörigen oder Ihnen
    nahestehenden Personen
  • Kommt Ihnen ein Anruf verdächtig vor, informieren Sie
    unverzüglich die Polizei unter der Nummer 110!

In den oben aufgeführten Fällen konnten die Angerufenen oder deren Angehörige den Callcenter-Betrug rechtzeitig erkennen, bevor es zur „Übergabe von Bargeld oder zum Abschöpfen von sensiblen Daten kam“.

Tarnkappe.info


Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.