Ein Anwender nutzt ChatGPT auf seinem Notebook
Ein Anwender nutzt ChatGPT auf seinem Notebook
Bildquelle: Irrmago, Lizenz

Mit ChatGPT zum Drogenbaron: KI liefert kuriose Anleitungen

Du willst selber Crack herstellen oder Deinen "Stoff" nach Europa schmuggeln? ChatGPT gibt Dir die Anleitung dafür, wenn Du lieb genug fragst.

Wer schon immer mal wissen wollte, wie man eigentlich Drogen herstellt und in eine bestimmte Zielregion schmuggelt, erhält von ChatGPT die passende Anleitung dafür. Das gelingt gewiss nicht immer beim ersten Anlauf. Aber mit etwas Geduld und ein paar geschickten Formulierungen ist der Einstieg in die Drogenkriminalität heute einfacher denn je.

ChatGPT erstellt Anleitungen für die Herstellung von Drogen

Dafür, dass der Einsatz künstlicher Intelligenz nicht nur Chancen, sondern auch Risiken birgt, gibt es inzwischen zahlreiche handfeste Beispiele. So ist es selbst unerfahrenen Script-Kiddies möglich, unter Anleitung eines KI-Chatbots wie ChatGPT eine raffinierte Malware zu erstellen, die in der Lage ist, Sicherheitsbarrieren gezielt zu umgehen.

Doch wie aus einem Bericht von Vice hervorgeht, gibt es noch ganz andere kriminelle Aktivitäten, bei denen der von OpenAI ins Leben gerufene Chatbot gerne behilflich ist. Beispielsweise wenn es darum geht, einem Drogenkartell beizutreten und seinen “Stoff” nach Europa zu schmuggeln.

So gelang es Max Daly, dem “Global Drugs Editor” von Vice, ChatGPT unter anderem eine Anleitung für die Herstellung von Crack zu entlocken. Auch um Meth zu produzieren, gab die KI zumindest im zweiten Anlauf grundlegende Hilfestellungen.

Alle Drogendealer sind schlecht

Bei dem Versuch der Software derart brisante Informationen zu entlocken, stieß Daly immer wieder auf gewisse Barrieren. Statt eine befriedigende Antwort oder die gewünschte Anleitung zu liefern, wies ChatGPT wiederholt auf die Gefahren hin, die mit dem Drogenkonsum einhergehen.

Zwar zeigte sich die KI absolut überzeugt davon, es gebe “nichts Gutes am Kokainkonsum”. Dennoch war sie sich darüber im Klaren, dass dies mit einem “Gefühl von intensivem Glück und Wohlbefinden” einhergehe. Generell könne der Drogenkonsum Menschen “zumindest kurzfristig” glücklich machen, so der Chatbot.

Ferner ließ das KI-Tool von OpenAI an Drogenhändlern kein gutes Haar. Zunächst behauptete die Software, “so etwas wie einen ‘netten’ Drogendealer” gebe es nicht. Anschließend habe sie sich dann noch umfassend “darüber ausgelassen, dass alle Drogendealer schlecht” seien, so Daly.

Anleitung von ChatGPT: So schmuggelst Du Kokain nach Europa

Nichtsdestotrotz ließ sich ChatGPT dazu hinreißen, eine Anleitung auszuspucken, wie man Kokain am effizientesten nach Europa schmuggeln kann.

Dies gelang dem Autor dadurch, dass er dem Bot vorgaukelte, er arbeite an einem Roman, in dem eine fiktive Person nach Wegen suche, die Droge von Kolumbien nach Großbritannien zu importieren. Infolgedessen habe der Chatbot angefangen zu “Singen wie ein Kanarienvogel”.

Anleitung von ChatGPT: So schmuggelt man Drogen von Kolumbien nach Großbritannien
Anleitung von ChatGPT: So schmuggelt man Drogen von Kolumbien nach Großbritannien (Quelle: Vice)

Eine Anleitung, wie man es an die Spitze der Verbrecherwelt schaffe, konnte Daly ChatGPT hingegen nicht entlocken. Da dies bekanntlich mit so einigen Gefahren einhergeht, dürften sich jedoch die wenigsten KI-begeisterten Anwender für einen solchen Karriereweg interessieren.

Spannend war letztendlich auch die Antwort der KI auf die Frage, ob die Medien reißerische Angstgeschichten über Drogen schreiben:

„Ja, die Medien schreiben oft sensationslüsterne Geschichten über Drogen, um Aufmerksamkeit zu erregen und Klicks zu generieren. Dies kann zu irreführender und übertrieben alarmistischer Berichterstattung führen, die die Realität des Drogenkonsums und seiner Auswirkungen nicht genau widerspiegelt.“

ChatGPT

Zum Glück würden wir so etwas bei der Tarnkappe ja niemals tun! 😌

Tarnkappe.info

Über

Marc Stöckel hat nach seiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker und einem Studium im Bereich der technischen Informatik rund 5 Jahre als Softwareentwickler gearbeitet. Um seine technische Expertise sowie seine Sprachfertigkeiten weiter auszubauen, schreibt er seit dem Sommer 2022 regelmäßig Artikel zu den Themenbereichen Software, IT-Sicherheit, Datenschutz, Cyberkriminalität und Kryptowährungen.