Meta-Mitarbeiter protestieren gegen Überwachungssoftware auf Firmen-Laptops – ausgerechnet bei Marc Zuckerbergs Datenkraken-Konzern.
Der Facebook-Konzern Meta sorgt erneut für Diskussionen um Datenschutz und Überwachung – diesmal allerdings nicht bei den eigenen Nutzern, sondern innerhalb der Belegschaft. Wie Wired berichtet, installiert das Unternehmen seit kurzem eine verpflichtende Software namens „Model Capability Initiative“ auf den Dienst-Laptops seiner US-Mitarbeiter. Die Anwendung zeichnet unter anderem sämtliche Mausbewegungen, Tastatureingaben und Bildschirmaktivitäten der Meta-Mitarbeiter auf.
Ziel der Maßnahme sei laut Reuters, „echte Beispiele dafür zu sammeln, wie Menschen Computer tatsächlich nutzen“. Dafür protokolliert die Software Klicks, Dropdown-Menüs und andere Interaktionen mit bestimmten Anwendungen. Viele Angestellte sehen darin jedoch einen massiven Eingriff in ihre Privatsphäre. Es es nämlich keine Opt-out-Regelung vorgesehen. Alle US-Mitarbeiter sind zur Teilnahme verpflichtet, wenn sie die vom Unternehmen bereitgestellte Laptops nutzen.
Interner Protest gegen Dauerüberwachung
Innerhalb weniger Tage formierte sich Widerstand gegen die neue Überwachungsmaßnahme. Eine interne Petition gegen das Projekt soll nach Angaben aktueller Medienberichte bereits fast 20.000 Mitarbeitern gelesen oder geteilt haben.
Ein Meta-Ingenieur äußerte sich in einem internen Forum besonders kritisch. Er sei grundsätzlich „zwiegespalten gegenüber KI“ und frage sich, welche gesellschaftlichen Normen hier geschaffen würden. Gleichzeitig empfinde er die Aufzeichnung seines Bildschirms als persönlichen Eingriff. Er sagte:
„Ich möchte nicht, dass mein Bildschirm für Trainingsdaten abgescannt wird, weil es sich wie eine Verletzung meiner Privatsphäre anfühlt.“
Der Entwickler warnte zudem davor, dass Menschen künftig generell zur Rohstoffquelle für KI-Trainingsdaten degradiert werden könnten – unabhängig davon, ob es sich um Mitarbeiter oder normale Nutzer handelt.
Ausgerechnet Meta-Mitarbeiter beschweren sich über Datensammlung
Die Ironie an der Geschichte dürfte vielen Beobachtern nicht entgehen. Schließlich basiert das Geschäftsmodell von Meta seit Jahren auf personalisierter Werbung über Facebook und Instagram. Nicht zu vergessen die massive Datensammlung auch bei WhatsApp. Nun trifft die lückenlose Überwachung erstmals die eigenen Beschäftigten direkt.
Kritiker im Netz reagieren entsprechend spöttisch: Wer bei einem Konzern arbeitet, der weltweit Nutzerdaten analysiert und Verhalten auswertet, müsse sich kaum wundern, wenn ähnliche Methoden plötzlich intern eingesetzt werden, hieß es.
Die Debatte zeigt jedoch vor allem eines: Selbst innerhalb großer Tech-Konzerne wächst offenbar die Sorge darüber, wie weit KI-gestützte Datenerfassung und digitale Überwachung künftig noch gehen werden.


















