Impfzertifikate
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Bildquelle: Venn-Photo

Impfzertifikate: Daten von 500.000 Moskauern stehen zum Verkauf

Datenbanken mit personenbezogenen Daten von 500.000 Moskauern, die gefälschte Impfzertifikate erworben haben, stehen online zum Verkauf.

Darknet-Foren und Telegram-Kanäle haben aktuell damit begonnen, Datenbanken zu verkaufen. Darin enthalten sind personenbezogene Daten von mehr als 500.000 Einwohnern Moskaus und der Moskauer Region. Die vom Datenleck Betroffenen haben vorher aus zweifelhaften Quellen gefälschte COVID-19-Impfzertifikate und gefälschte PCR-Testergebnisse bezogen. Juristen weisen darauf hin, dass Bürger, die in der Datenbank erfasst sind, strafrechtlich belangt werden können. Ebenso wie die Anbieter der illegalen Dienstleistungen, berichtet Kommersant.

Der Programmierer Evgeny Antipov, der den Telegram-Kanal „Eye of God“ betreibt, als einen der wichtigsten Knotenpunkte für Datenlecks im russischen Internet, erklärte gegenüber Kommersant, dass die größte Datenbank, die er verfolgt hat, die persönlichen Daten von mehr als 500.000 Moskauern enthält. Der Preis für Informationen über eine einzelne Person auf der Liste beträgt etwa 35 Rubel (0,50 Dollar).

Kauf gefälschter Impfzertifikate zieht Verkauf personenbezogener Daten der Käufer nach sich

Antipov zufolge wurden die Daten offenbar von denselben Diensten gesammelt, die auch die gefälschten Impfzertifikate verkauft haben. Ashot Oganesyan, ein weiterer Darknet-Experte, erklärte gegenüber den Journalisten, dass die Betrüger wahrscheinlich versuchen, ihre Einnahmen durch den Verkauf der Daten ihrer eigenen Kunden zu erhöhen. Er hält es auch für möglich, dass diese Gruppen versuchen zusätzliche Gewinne zu erzielen, indem sie ihre Kunden erpressen.

Kommersant nahm zudem mit einem Verkäufer der Datenbank Kontakt auf. Wie dieser der Zeitung mitteilte, koste eine Datenbank mit eintausend Zeilen etwa 8.500 Rubel (ca. 104 Euro). Sie enthalte Passdaten, Sozialversicherungsnummern (SNILS), Telefonnummern, Wohnsitzadressen sowie Informationen über das Datum des Erhalts der Bescheinigungen. Alexander Dvoryansky, head of strategic communications at the Infosecurity threat detection service, warnt:

„Es ist naiv zu glauben, dass Hacker auf Ihre persönlichen Daten achten, während Sie sich dafür entschieden haben, einen illegalen Dienst zu nutzen.“

Alexey Dobrynin, Gründer von Criminal Law Practice, weist darauf hin, dass der Erwerb gefälschter Impfzertifikate auch strafrechtliche Konsequenzen für die Käufer nach sich ziehe. Darauf steht im Höchstfall bis zu einem Jahr Haft. Die Höchststrafe für die Organisation, von der Herstellung bis zum Verkauf gefälschter Impfbescheinigungen, kann jedoch bis zu zwei Jahren betragen.

Über

Antonia ist bereits seit Januar 2016 Autorin bei der Tarnkappe. Eingestiegen ist sie zunächst mit Buch-Rezensionen. Inzwischen schreibt sie bevorzugt über juristische Themen, wie P2P-Fälle, sie greift aber auch andere Netzthemen, wie Cybercrime, auf. Ihre Interessen beziehen sich hauptsächlich auf Literatur.