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Eine Familie sieht aus Bequemlichkeit illegal IPTV, aber für wie lange?

Italien führt neue Techniken im Kampf gegen IPTV-Piraterie ein

Italien hat das Piracy Shield eingeführt, das ISPs, VPN- und DNS-Dienste verpflichtet, den Zugang zu illegalen IPTV-Diensten zu sperren.

In den letzten Jahren hat sich die Verbreitung von IPTV-Diensten enorm erhöht. IPTV steht für Internet Protocol Television. Es ermöglicht es den Nutzern, Fernsehprogramme und Filme über das Internet zu streamen. Diese Dienste nutzen viele für illegale Zwecke, weil man darüber urheberrechtlich geschütztes Material ohne Genehmigung verbreitet. Und weil es billig ist.

Zur Bekämpfung dieses Problems hat Italien das System Piracy Shield eingeführt. Es verpflichtet Internet-Anbieter, VPN-Provider* und DNS-Dienste zur Sperrung des Zugangs zu illegalen IPTV-Diensten. Darüber berichtete kürzlich der P2P-Blog Torrentfreak.

Was ist das Piracy Shield-System?

Das Piracy Shield-System ist eine technische Plattform, die von der italienischen Behörde AGCOM entwickelt wurde, um Maßnahmen gegen Piraterie im Internet zu ergreifen. Es handelt sich um eine Art „Maschine-zu-Maschine-Plattformverwaltungssoftware“, die den automatischen Umgang mit Berichten von Rechteinhabern ermöglicht, um eine zeitnahe und effektive Durchsetzung der Rechte sicherzustellen.

Man entwickelte das System, um innerhalb von 30 Minuten nach Eingang einer Abuse-Meldung entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. In Italien geht es vor allem darum, den illegalen Zugang zu Fußballspielen der obersten Liga zu erschweren oder sogar unmöglich zu machen.

Von der IPTV-Blockade sind viele Parteien betroffen

IPTV-Piraten werden innerhalb 30 Minuten vernichtet. Tastatur mit einer roten Taste zum Aufruf von Piraterie-Diensten

Die Blockade der illegalen IPTV-Dienste beschränkt sich nicht nur auf Internetdienstanbieter (ISPs). Laut dem AGCOM-Dokument müssen auch VPN- und DNS-Dienste den Anweisungen zur Blockade folgen. Oder sie müssen andere Maßnahmen ergreifen, um den Zugang zu illegalen Live-Streams zeitnah zu verhindern.

Technische Anforderungen

Internetgigant Google

Das Schreiben der AGCOM enthält auch detaillierte Informationen zu den technischen Anforderungen des Piracy Shield-Systems. Es werden bestimmte Punkte hervorgehoben, wie beispielsweise die Blockierung von IPv4-Adressen. IPv4-Adressen werden allerdings gemeinhin als eine knappe Ressource betrachtet. Es scheint, dass AGCOM bereit ist, so viele Adressen von IPTV-Providern blockieren zu lassen, wie man es für erforderlich hält.

Darüber hinaus klärt man weitere technische Fragen, die Anti-Piraterie-Gruppen, Rechteinhaber und ISPs eingebracht haben. Das Dokument ist unter Verschluss und kann von der Öffentlichkeit nicht eingesehen werden. Transparenz sieht anders aus.

Verpflichtungen von DNS- und VPN-Anbietern

VPN, Smartphone

Google hingegen hat bereits zugesagt, Websites mit illegalen Inhalten aus den Suchergebnissen zu entfernen, um derartige Anbieter quasi unsichtbar zu machen. Darüber hinaus wird Google in der Rolle des Vermarkters von Online-Werbung solche Banner entfernen, die aktiv für die Nutzung von rechtlich bedenklichen Angeboten werben. Das ist auch Bestandteil des Privacy Shields.

Reaktion der VPN-Anbieter auf die IPTV-Sperren

Es bleibt abzuwarten, wie VPN-Anbieter auf die Anforderungen zur Blockierung der IPTV-Dienste reagieren werden. In der Vergangenheit haben einige VPN-Provider in den USA begrenzte Blockierungen als Teil von Vergleichsvereinbarungen in Zivilverfahren akzeptiert.

In Russland haben sich andere Anbieter aus dem Land zurückgezogen, als man sie aufforderte, den Zugang zu bestimmten Plattformen zu blockieren. Ist die Frage, ob man ernsthaft auf den italienischen Markt verzichten möchte. Wahrscheinlich nicht.

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