Mit einer Neuauflage der Kampagne will die dänische Filmindustrie alle Jugendlichen auf die Risiken illegaler Streaming-Dienste hinweisen.
Die Kampagne „Illegales Streaming hat seinen Preis“ lief bereits im Frühjahr 2025. Nun kehrt sie in die Kinos zurück und wird auch in sozialen Netzwerken ausgespielt, um vor allem das jüngere Publikum anzusprechen. Die dänische Filmindustrie will damit auf die Folgen des illegalen Filmkonsums im Internet aufmerksam machen. Man solle sich dafür entscheiden, auf legale Alternativen auszuweichen, schreibt auch die Anti-Piracy-Firma Rights Alliance in ihrer Pressemitteilung.
Dänische Filmindustrie unter Druck
Das Problem: Illegales Streaming ist in Skandinavien unter jungen Menschen nach wie vor weit verbreitet. Eine Umfrage von Dansk Erhverv aus dem Herbst 2025 zeigt, dass 32 % der Jugendlichen im Alter von 15 bis 29 Jahren im letzten Jahr illegal Filme und Serien gestreamt haben. Bei den älteren Gruppen war der Anteil der illegalen Zuschauer auch nicht viel niedriger. Mit der Neuauflage der Kampagne will man sich an die Jugendlichen des Landes richten und fragt sie, was sie bereit sind für den Konsum der Werke zu bezahlen. Die Kampagne lief bereits im vergangenen Frühjahr über einen Zeitraum von drei Wochen auf TikTok, Snapchat, Instagram und YouTube sowie in den Kinos im ganzen Land.
Illegale Streaming-Anbieter beinhalten andere Kosten
Man setzte die Kampagne mit einem versteckten Streich mit dem Schauspieler Jesper Ole um, der im Werbespot als Kinomitarbeiter auftritt. Dort bietet er ahnungslosen Besuchern kostenlose Eintrittskarten an. Im Gegenzug verlangt er von ihnen statt der Eintrittskarte die Angabe ihrer persönlichen Daten wie Passwörter, Bankdaten oder private Fotos.
Malware und Abo-Abzocke statt der Eintrittskarte?
Die Reaktionen sind deutlich. Die Begeisterung schwindet schnell, als der Mitarbeiter ihre „Bezahlung“ einfordert. So ganz Unrecht haben die Macher nicht, denn so manche schwarze Schafe versuchen die Besucher ihrer Streaming-Webseiten mit anderen Mitteln zur Kasse zu bitten. Affiliate-Links für viel zu teure Usenet-Provider oder Mainsteam-VPN-Anbieter kann man als Besucher noch einigermaßen hinnehmen. Die teils nervige Werbung für Online-Casinos oder pornografische Streifen oder Chaträume ist deutlich weniger passend. Erst recht bei einem minderjährigen Publikum. Im schlimmsten Fall spielen solche Webseiten Schadsoftware aus, um die PCs der Besucher zu übernehmen.
Kampagne spielt mit der Angst des jungen Publikums
Die Erfahrungen sowohl aus dem Dialog mit den Jugendlichen als auch aus den Studien der letzten Jahre zeigen, dass ein Fokus auf die persönlichen Konsequenzen unvermeidlich ist. Nur so kann man den Hang der Kids zum illegalen Streaming beeinflussen, schreibt auch die Rights Alliance in ihrer Pressemitteilung. Dies hat auch eine Studie von Dansk Erhverv bestätigt. Sie zeigt einen deutlichen Anstieg der Angst junger Menschen vor persönlichen Konsequenzen beim illegalen Streament. Ganze 41 % der 15- bis 29-Jährigen geben an, dass sie Schadsoft- und Ransomware fürchten. 31 Prozent der Befragten befürchten eine Bestrafung und 31 % den Missbrauch ihrer persönlichen Daten.
Seit dem Jahr 2022 hat die Angst laut der Studie unter den Jugendlichen weiter zugenommen. Damals lagen die Anteile bei 33 %, 29 % bzw. 22 %. Es bleibt aber abzuwarten, was die Kampagne der dänischen Filmindustrie dauerhaft nutzen wird.


















