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Bildquelle: Ahmed Zayan, thx!, Lizenz

FreeDiscussions.com – ist das der Nachfolger von Usenet.nl?

Der Usenet-Provider Freediscussions.com lässt sich seit Kurzem alle Besucherinnen und Besucher von Usenet.nl übermitteln. Was ist da los?

Und plötzlich landet man beim Aufruf der URL usenet.nl automatisch bei FreeDiscussions.com. Das Unternehmen hat seinen Sitz ebenfalls im südeuropäischen Inselstaat San Marino, in etwa 9 Kilometern Entfernung. Weitere Zusammenhänge sind nicht überprüfbar, weil beispielsweise ohne Weiteres keine Vor- und Nachnamen der Gesellschafter, Geschäftsführer etc. im Internet auffindbar sind.

Was wurde eigentlich aus Usenet.nl?

Bei FreeDiscussions gibt es vier statt nur drei Tarife. Allerdings kostet der Flex-Tarif mit 8,33 Euro genau so viel wie der Relax-Tarif bei Usenet.nl. Dafür konnte man bei Usenet.nl 35 GB pro Monat herunterladen, beim „Nachfolger“ sind es auch 35 GB. Die Kosten für ein Jahr werden bei beiden Anbietern nach Ablauf des 14-tägigen Testaccounts auf einen Schlag fällig. Wer Usenet.nl ausprobieren wollte, musste eine gültige Zahlungsmethode wie Lastschrift, PayPal oder seine Kreditkarte angeben.

Was aus der Betreibergesellschaft von Usenet.nl wurde oder wie es zur Weiterleitung kam, ist bis dato unklar.

Unterscheidung zwischen Highspeed- und Download-Volumen

Mit dem Flex-Tarif erwirbt man bei FreeDiscussions.com ein Highspeed-Datenvolumen von genau 35 GB. Das monatliche Downloadvolumen beträgt ebenfalls 635 GB. Auch hier gibt es wie bei Usenet.nl eine 14-tägige Testphase, in der man sich entscheiden muss. Wer nicht kündigt, verpflichtet sich nach Ablauf der zwei Wochen, die Gebühren für ein Jahr im Voraus zu bezahlen. Und auch hier muss man für den Test seine PayPal-, SEPA- oder Kreditkartendaten angeben. Sind die Ähnlichkeiten der Konditionen zufällig gewählt?

Wir haben eine Presseanfrage zu den Zusammenhängen gestellt. Wir werden die Antwort, wenn wir eine erhalten, zeitnah als Update in den Artikel einfügen. Die Nummer vom Support ist auf jeden Fall unterschiedlich. Während man jetzt eine deutsche Telefonnummer mit Düsseldorfer Vorwahl wählt, so war der Support früher über eine Telefonnummer in Großbritannien zu erreichen.

FreeDiscussions.com, logo

Nur einmal zum Vergleich: Beim niederländischen Usenet-Provider xlned.com bezahlt man beim günstigsten Tarif aktuell ganze 2,24 Euro monatlich. Kleiner Unterschied, oder? Damit sind mit einem Download-Client aber nur zwei simultane Transfers, die Geschwindigkeit könnte höher sein. Allerdings gibt es dort gar keine Datenbegrenzung und auch keine Unterscheidung zwischen einem Highspeed- und sonstigem Download-Volumen, wie es bei FreeDiscussions bzw. Usenet.nl der Fall ist. Der Speed ist immer exakt der gleiche. Wer will, könnte dafür bei xlned seine Downloads ohne Aufpreis Tag und Nacht pausenlos durchlaufen lassen.

Tarife von FreeDiscussions.com im Vergleich zur Konkurrenz

Eine Verpflichtung zu einer Laufzeit von einem Jahr ist bei den meisten anderen Usenet-Providern übrigens gar nicht üblich! Dazu kommt. Selbst der teuerste Zugang bei der niederländischen Konkurrenz namens XL Gold, der ebenfalls auf monatlicher Basis gekündigt werden kann, schlägt mit unter 8 Euro zu Buche. Das ist trotzdem noch weniger als der Flex-Tarif bei FreeDiscussions.com.

Wer will, kann sich bei xlned auf 6 oder 12 Monate verpflichten, dann allerdings sinkt der Preis noch etwas mehr in den Keller. Möglicherweise gibt es noch günstigere Usenet-Provider oder solche, die für das gleiche Geld noch mehr bieten. Ein wichtiges Auswahlkriterium ist in dem Sektor ja bekanntlich die Speicherdauer des Binärbereichs (Retention).

Usenet.nl hat Affiliate-Programm eingestellt

Zahlreiche Klone wie burning-series.net, movie-blog.at oder cannapower.be haben längst auf Affiliate-Links zu NordVPN umgestellt, weil Usenet.nl vor etwa einem Jahr ihre Zusammenarbeit mit allen Werbepartnern eingestellt hat. Damals haben wir auf unsere Presseanfrage leider keine Antwort erhalten, ob das jetzt im Fall von FreeDiscussions anders sein wird?

Tarnkappe.info

Lars Sobiraj

Über

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Er ist der Gründer von Tarnkappe.info. Außerdem brachte Ghandy, wie er sich in der Szene nennt, seit 2014 an verschiedenen Hochschulen und Fortbildungseinrichtungen den Teilnehmern bei, wie das Internet funktioniert.