YouTube Music will auf Kosten der Nutzer noch mehr Geld verdienen. Die Songtexte gestaltet man absichtlich nach wenigen Aufrufen unlesbar.
Bei manchen Free-Accounts limitiert YouTube Music die Songtexte. Man kann sich die Lyrics einiger Lieder, die man anhört, komplett ansehen. Danach ist bei den nächsten nur noch der Anfang sichtbar und den Rest macht man unkenntlich. Wie sollte es bei der Google-Tochter YouTube Music anders sein? Man bietet den Nutzern das Abschließen eines Premium-Abos als Ausweg an, damit man die Songtexte weiterhin vollständig sehen kann. Money makes the world go around.
YouTube Music zeigt Zähler an
In der Lyrics-Ansicht taucht ein Zähler auf, der die vollständigen Aufrufe von Videos samt Lyrics mitzählt. Ist das Kontingent aufgebraucht, ist es unmöglich, wieder an die Liedtexte zu gelangen. Die Musik läuft wie gewohnt weiter, der Text bleibt entweder stehen oder wird unkenntlich gemacht.
Google spricht „noch“ von einem Experiment mit einem kleinen Teil der werbefinanzierten Nutzer. Das ist das typische Presse-Blabla, um nicht noch mehr Angriffsfläche zu bieten. Wer Google kennt, weiß, dass aus einem Testballon schnell ein finales Ergebnis wird. In der Folge wird die neue Regel über kurz oder lang alle Musikfreunde betreffen. Google kennt keine Gnade, wenn es ums Geld geht. Das gilt umso mehr, weil man die Funktion so eingerichtet hat, dass man sie schnell und großflächig nach Belieben ausrollen kann.
Warum ausgerechnet die Lyrics?
Weil man dafür bei YouTube Music nichts abschalten muss. Der Stream bleibt erhalten und der Dienst wirkt auf den ersten Blick normal und funktional. Nur wird eine weitere Funktion abgeklemmt, die viele User als Standard empfunden haben und ungern darauf verzichten. Genau das reicht, um den Premium-Account nach Googles „Moneybitching”-Argument plötzlich wie die einfachste Lösung aussehen zu lassen.
Sagen wir es so, wie es ist. Google muss Lizenzkosten zahlen, da sie die Songtexte von Drittanbietern beziehen. Da Unternehmen wie wir leider viel zu gut wissen, inzwischen einfach nur noch gierig sind, versucht man natürlich, noch mehr Geld zu generieren, indem man die Nutzer nun zum Abschluss eines Abos für die Liedtexte drängen will.
Hier passt Kreate besser als ein Abo
Wenn man aber einfach keine Lust hat und es nicht einsieht, für nur Liedtexte ein Abo abzuschließen, führt kein Weg an dem Fork Kreate vorbei, der aus dem Open-Source-Projekt RiMusic hervorgegangen ist. Alternative Clients wie NewPipe, Pipepipe & Co. sind direkt für YouTube als Player gedacht und greifen auch nur als Drittanbieter-Client darauf zu. Sie können das Problem mit den von Google gesperrten Lyrics deshalb nicht beheben. Schön wäre es ja, aber so klappt das nicht. Diese Tools bieten keinerlei Alternative zu den YouTube-Lyrics. Kreate ist als Alternative zu YouTube Music gedacht und hat genau diese Funktion im Funktionsumfang.
Lyrics sind bei Kreate eine eigene Schicht
Der wichtige Punkt an der Sache ist nicht wirklich die Nutzung eines alternativen Clients wie Kreate, sondern die Frage, woher die Lyrics eigentlich kommen. Kreate nennt KuGou und LRCLIB als ihre Lyrics-Provider. Das heißt ganz einfach, die App hängt bei Songtexten nicht an Googles Entscheidung, sondern fragt stattdessen einfach externe Quellen ab. Wenn Google in der offiziellen App nach fünf Aufrufen dichtmacht, wird man dank der Abfrage bei den anderen Lyrics-Datenbanken von der Masche von YouTube Music nicht betroffen sein.
Wo ListenBrainz und MusicBrainz reinpassen
Lyrics sind keine „YouTube-Magie“, sondern eine eigenständige Sache, auf die die Clients zugreifen. Und genau das ist der Knackpunkt. Das Musik-Ökosystem ist längst von den großen Anbietern entkoppelt. Die Enzyklopädie MusicBrainz liefert offene Metadaten und IDs, während die Analyse-Website ListenBrainz die Hörhistorie sammelt und auswertet. Beides hat direkt nichts mit Songtexten an sich zu tun, zeigt aber, dass sich zentrale Bausteine rund um Musik problemlos außerhalb von Google, Spotify & Co. abbilden lassen. Für die Lyrics selbst muss YouTube als Bittsteller agieren und diese gegen Bezahlung erhalten. Lyrics sind folglich nur noch ein weiterer Baustein in der klassischen Musikverwertungskette. Wenn YouTube Music die Texte künstlich verknappt, dann ist das nach meiner Meinung nichts anderes als das Herauspressen des letzten Cents aus den Nutzern. Ein anderer Hintergrund der Strategieänderung ist nicht erkennbar.
Fazit zum Thema YouTube Music
YouTube Music deckelt Lyrics nach fünf vollständigen Aufrufen. Wer mehr sehen will, wird dafür zur Kasse gebeten. Wer das nicht mitmachen will, braucht keine Tricks, sondern eine Alternative, die Songtexte nicht an die App-Logik von Google bindet. Genau dafür ist Kreate die perfekte Wahl und Alternative, um den Abozwang zu umgehen. Dann hat man alles weiterhin so, wie man es kennt. Ob die App dafür nun YouTube Music oder Kreate heißt, ist eigentlich egal. Man nutzt die Videoplattform weiterhin im vollen Umfang, ohne dafür Geld abgeknöpft zu bekommen.





















