Amazon gibt umstrittene Richtlinie auf, die Mitarbeiter zur Abgabe ihrer Rechte an Spielen zwang

Amazon gibt Richtlinie auf, die Mitarbeiter zur Abgabe ihrer Rechte an selbst entwickelten Spielen zwang - auch außerhalb der Arbeitszeit.

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Medienberichten zufolge gibt Amazon eine umstrittene Richtlinie auf. Diese regelte die Eigentumsrechte an von Mitarbeitern entwickelten Spielen. Amazon sollte demnach auf Spiele Rechte erlangen, die ihre Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeit entwickelten.

Amazon Games Studios gab in einer E-Mail an die Führung bekannt, dass die umstrittene Richtlinie nun mit sofortiger Wirkung außer Kraft gesetzt wird, berichtet Bloomberg. Mike Frazzini, der Leiter der Amazon Games Studio, sagte dazu:

„Diese Richtlinien wurden ursprünglich vor über einem Jahrzehnt eingeführt, als wir noch wesentlich weniger Informationen und Erfahrungen als heute hatten, daher waren sie sehr vage formuliert.“

Amazon: Richtlinie nach Bewerbungsgespräch geleakt

Die Richtlinie wurde erst bekannt, als James Liu sie geleakt hat. Dieser bewarb sich 2018 bei Amazon und wurde auf die Regelung aufmerksam. Der Aufschrei darüber war groß, enthielt sie nämlich brisante Passagen. Diese räumten dem Technologieunternehmen „eine lizenzgebührenfreie, weltweite, voll bezahlte, unbefristete und übertragbare Lizenz“ auf Spiele ein, die Mitarbeiter auch außerhalb der Arbeitszeit entwickelten. In seinem mittlerweile gelöschten Tweet, der den vollständigen Text der Richtlinie enthielt, bezeichnete er sie als „drakonisch“. Sie könnten zudem sein Hobby als Indie-Spieleentwickler gefährden.

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Jede Menge Ratschläge ignoriert?

Ein Sprecher von Amazon lehnte es ab, die kürzlich publik gewordenen Informationen zu kommentieren. Die Gaming-Sparte von Amazon hat seit ihrer Gründung im Jahr 2012 praktisch nur mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Von daher kann man sich eigentlich keinen weiteren Imageschaden leisten, zumal man noch kein einziges Spiel mit Erfolg veröffentlicht hat. Einige aktuelle und ehemalige Mitarbeiter geben Mike Frazzini, dem Chef der Amazon Game Studios, die Schuld daran.

Laut dem Nachrichtendienst Bloomberg habe Frazzini zwar schon vor einigen Monaten mehrere erfahrene Spieleentwickler und Führungskräfte eingestellt. Doch deren Ratschläge soll er weitgehend ignoriert oder sogar abgewiesen haben.

Tarnkappe.info