AktiVCongrEZ in Hattingen – einige Eindrücke


In Hattingen fand von Donnerstag Abend bis Sonntag Nachmittag der diesjährige AktiVCongEZ – kurz #akc17 – statt. Es handelt sich dabei um ein Planungs- und Vernetzungstreffen von Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für Datenschutz und Bürgerrechte einsetzen.

Spaß und Arbeit beim Vernetzen zahlreicher Gruppen

Auf demAktiVCongEZ fanden sich wieder die größten und bekanntesten Organisationen aus der deutschen Datenschutz-Bewegung ein. Vertreten waren zum Beispiel der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung, der Chaos Computer Club, DigitalCourage und das Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF). Daneben waren aber auch kleinere und lokale Gruppen sowie Aktivistinnen und Aktivisten ohne feste Zugehörigkeit zu einer NGO oder einem Verein vertreten.


Das Treffen diente somit dem Austausch und der Kontaktaufnahme mit Gleichgesinnten ebenso wie der Planung konkreter Projekte.

Schnell stellte sich heraus, dass die ursprünglich geplanten Workshop-Slots gar nicht ausreichten für die vielen Anliegen der Anwesenden. So musste improvisiert werden und es gab eine Vielzahl spannender Workshops. Deren Ergebnisse wurden dann im Plenum zusammengetragen und diskutiert. Daneben gab es Lightning Talks und freie Arbeitsphasen zur Weiterarbeit an konkreten Projekten. Betreut wurde all das wieder von der großartigen Moderatorin Wiebke Herding, die das kreative Chaos gekonnt in produktive Bahnen lenkte und dabei nie den Humor verlor.

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Überhaupt kam neben der vielen Arbeit kam auch der Spaß nicht zu kurz. Es herrschte eine sehr harmonische und bei allem Fokus auf die politische Arbeit eher lockere Atmosphäre. Trotz der ernsten Themen wurde viel gelacht – über Cookie den Hund, Nerd-Sportarten und Cryptoparty-Drinks, Donald Trumps Reden und viele andere Dinge. Auch meine Lieblingstiere, die extremistischen Cybers, wurden von den Aktivistinnen und Aktivisten in Hattingen gern adoptiert.

Zahlreiche Themen im Überwachungskontext

Angesichts der Vielfalt der anwesenden Gruppen und Personen verwundert es kaum, dass auch die behandelten Themen sehr vielfältige Aspekte des Oberthemas “Datenschutz und Bürgerrechte” beleuchteten. So gab es Workshops, in denen die Bekämpfung konkreter Überwachungsmaßnahmen, etwa des neuen BND-Gesetzes, der elektronischen Gesundheitskarte oder der Video-Überwachung, geplant wurde.

Andere Workshops griffen eher langfristige Projekte auf, beispielsweise die Erarbeitung des Themas “Datenschutz und Games” oder die Quantifizierung der Überwachungsgesamtrechnung.

Auch Taktik und Kampagnen zur bevorstehenden Bundestagswahl bewegten; gerade hierzu gab es viele gute Ideen.

Auch technische Themen kamen nicht zu kurz. So versuchte eine Gruppe von Hackern beispielsweise, den Datenverkehr von Amazons elektronischer Assistentin Alexa zu ergründen. Auch Softwarehaftung und die Gestaltung von Flyern mit Hilfe der Open-Source-Software Scribus wurden thematisiert.

Besonders hervorzuheben im Technik-Bereich ist der wie schon im letzten Jahr die ganzen drei Tage über laufende Cryptoparty-Subtrack. Hier wurde fleißig gehackt, verschlüsselt und über die digitale Selbstverteidigung aufgeklärt. Leider kam ich, wie schon im Vorjahr, nicht dazu, mir diesen Teil der Veranstaltung selbst anzuschauen. Wie so oft fehlte schlichtweg die Zeit, um sich an allen interessanten Veranstaltungen selbst zu beteiligen. Dennoch habe ich größte Hochachtung vor der Arbeit der Cryptoparty-Crew. Immerhin schaffte ich es dieses Jahr, mit zwei Mitstreitern am “Escape Room”, einer Art digitaler Schnitzeljagd, teilzunehmen. Es gelang uns auch tatsächlich, die versteckten Dokumente aufzuspüren, zu entschlüsseln und an die richtige Empfängerin zu verschicken. Dieses Spiel war sehr spannend und eine gute Übung in der Nutzung diverser Software-Werkzeuge – Hut ab für die Organisation.

Fazit

Wie schon im letzten Jahr fällt meine Bilanz des AktiVCongrEZ rundum positiv aus. Die Veranstaltung bot den richtigen Mix zwischen der Vernetzung mit Gleichgesinnten aus ganz Deutschland, dem Kennenlernen spannender Themen und der Arbeit an konkreten Projekten, bei denen ich meine eigene Expertise einbringen konnte.

Ich fahre mit viel Arbeit nach hause – und mit dem guten Gefühl, dass ich mit dieser Arbeit die Bewegung und somit letztlich Datenschutz und Bürgerrechte ein kleines Stück voran bringen kann. Der #akc17 hat sich also rundum gelohnt.

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