Whistleblower warnt: USA bewegen sich in die gleiche Richtung wie China

Christopher Wylie, der Cambridge-Analytica Whistleblower, warnt vor den sehr schlechten Datenschutz-Regelungen in den USA. Seiner Meinung nach steuern die Vereinigten Staaten von Amerika auf ähnliche Verhältnisse wie China zu. Die Schuld sieht er bei den großen Tech-Konzernen.

Cambridge-Analytica: ein Skandal mit Folgen

Der Skandal rund um Cambridge-Analytica hat 2018 für viel Wirbel gesorgt. Bereits seit 2016 ist uns Cambridge-Analytica ein Begriff. Wir erinnern uns z.b. an den ArtikelPsychometrie oder die zeitgemäße Art, Wahlen zu beeinflussen“. Dann kamen 2018 dank Christopher Wylie immer mehr Details ans Licht. Aus Cambridge-Analytica wurde ein handfester Skandal. Sowohl Facebook, als auch der Wahlkampf Donald Trumps wurden davon überschattet.

Über 50 Millionen seit 2014 gesammelte, private Userdaten wurden mit Hilfe einer Analysesoftware missbraucht. Donald Trump wurde so anscheinend zum Wahlsieg verholfen. Und Facebook musste damals satte fünf Milliarden US-Dollar Strafe zahlen.

Die Warnung des Whistleblowers

KlarnamenpflichtIn einem Interview mit der CNBC am Mittwoch sprach der Whistleblower das „Cambridge-Analytica Problem“ erneut an. Nur weil es in diesem Fall nicht der Staat ist, der uns auf Schritt und Tritt überwacht und all unsere Daten sammelt, heißt das nicht, dass es keine schädlichen Auswirkungen geben kann. Er betonte auch, dass Social Media-Unternehmen zumindest einer ähnlichen Regulierung wie Wasserversorger oder Elektrizitätsunternehmen unterworfen sein sollten. Denn bei diesen in der Gesellschaft verankerten und besonders wichtigen Unternehmen stünden der Verbraucherschutz, so wie die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger immerhin an erster Stelle und genießen die höchste Priorität.

Warum also schafft man es nicht, solche Regulierungen und Anforderungen an die großen Social Media-Unternehmen zu stellen? Gerade aufgrund der ganzen Datenskandale und Erkenntnissen der letzten Jahre sollten die Rechte und die Sicherheit der Menschen auch bei diesen Firmen endlich an erster Stelle stehen.


China, das nächste Cambridge Analytica?

Ob das „Überwachungs-Monopol“ wie in den USA bei einigen wenigen Firmen liegt oder aber, wie in China, beim Staat: die Parallelen und damit verbundenen Gefahren sind nicht von der Hand zu weisen. Man dürfe, so Wylie gegenüber CNBC auch nicht vergessen, Cambridge-Analytica als Firma gibt es zwar nicht mehr, die Technologie wird aber weiterhin genutzt. Was also, wenn China oder Nordkorea das nächste Cambridge Analytica werden?

Laut einem Bericht von Freedom House aus dem Jahr 2018 ist die Regulierung und Zensur des Internets in China die strengste der Welt. China kontrolliert also nicht nur die Daten seiner eigenen Bürger. Sondern China bietet auch gleichgesinnten Regierungen Technologien und Schulungen an, die es ihnen ermöglichen, ihre eigenen Bürger zu kontrollieren.

Wu Gan ChinaWarum nicht gleich China als Vorbild nehmen?

Es mag nun ein bisschen überzogen klingen, wenn Christopher Wylie die Behauptung aufstellt, die USA würden in Sachen Datenschutz und Überwachung in dieselbe Richtung wie China gehen.

Was uns aber nachdenklich stimmen sollte, ist die Tatsache, dass sogar europäische Politiker das chinesische System loben. Laut Wolfgang Sobotka, der seit Ende 2017 Präsident des österreichischen Nationalrates ist, sei es löblich keine Hemmungen bei der Überwachung zu haben und erfolgreich den Datenschutz beim Analysieren der Bürger zu ignorieren. So zumindest lautete seine Aussage, bei der Eröffnung des 22. Europäischen Polizeikongresses Anfang dieses Jahres in Berlin. Aber auch die Bemühungen einiger deutscher Politiker wie Horst Seehofer sollten uns zu denken geben.

Tarnkappe.info

 

Beitragsbild Conmongt, thx! (Pixabay Lizenz)

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